Fachberaterin Frau Maria Roth,
Tel. 02336 / 93-24 32
E-Mail: M.Roth@en-kreis.de
Sprechzeiten:
Die Beratung zu sexuell übertragbaren Krankheiten und der HIV-Antikörpertest finden beim Ennepe-Ruhr-Kreis kostenfrei und anonym an folgenden Tagen statt (eine Anmeldung ist nicht erforderlich):
Montag 14.00 bis 15.30 Uhr im Kreishaus, Zi. G 111, Hauptstr. 92, Schwelm,
Dienstag 14.00 bis 15.30 Uhr in der Nebenstelle des Fachbereiches Soziales und Gesundheit, Zi. 109, Schwanenmarkt 5-7, Witten
Wissenswertes zum HIV-Antikörpertest
Das Beratungs- und Testangebot zu HIV richtet sich an Menschen, die glauben, sich gefährdet und möglicherweise mit HIV angesteckt zu haben.
Dem HIV-Antikörpertest geht immer ein Beratungsgespräch voraus, in dem der Anlass für den Test, die Risikosituation und die Übertragungswege von HIV gemeinsam mit der/dem Ratsuchenden besprochen werden. Ausgangspunkt sind die individuellen Gesprächsbedürfnisse der/des Ratsuchenden.
Die Beratung vor dem Test dient auch dazu, dass der/die Ratsuchende in die Lage versetzt wird, sich und andere zukünftig besser schützen zu können, indem Übertragungswege real eingeschätzt werden können und bekannt ist, wann und welcher Schutz erforderlich ist.
Seit der Verfügbarkeit der antiretroviralen Kombinationstherapien gibt es gute Gründe, den eigenen HIV-Status zu kennen, um rechtzeitig mit einer Behandlung beginnen zu können.
Die Beratungsfachkraft bespricht mit der/dem Ratsuchenden, warum er oder sie den HIV-Antikörpertest durchführen möchte. U.U. können hier bereits unbegründete Sorgen aus dem Weg geräumt werden. Außerdem ist diese Information für die gemeinsame Abschätzung des Infektionsrisikos wichtig.
Wenn sich im Gespräch herauskristallisiert, dass das Risiko einer HIV-Infektion gegeben ist, dann ist es wichtig auch schon vor dem Test über die möglichen Folgen eines positiven Testergebnisses zu beraten.
Die Zeit, in der nach einer Infektion die Antikörper gegen das HI-Virus im Blut nachgewiesen werden kann, kann bis zu 12 Wochen dauern. Dieser Zeitraum wird auch „diagnostisches Fenster“ genannt, d.h., dass ein Testergebnis keine gesicherte Aussage über die zurückliegenden 12 Wochen machen kann. Wenn man sich für den HIV-Antikörpertest entschieden hat, muss man also nach der letzten risikohaften Situation 12 Wochen bis zur Blutentnahme warten, um eine gesichertes Laborresultat zu erhalten.
Die Anonymität ist gesichert, da der Name und die Anschrift der Testperson während der Beratung und gegenüber dem untersuchenden Labor nicht genannt werden.
Das Ergebnis wird in keinem Fall einer anderen Privatperson, einer Behörde, einem Hausarzt oder einer Krankenversicherung mitgeteilt. Auch gibt es keine Ergebnisübermittlung innerhalb der Kreisverwaltung.
Manche Paare entscheiden sich, gemeinsam die Beratung aufzusuchen. Dies muss dem ausdrücklichen Wunsch beider Partner entsprechen.
Das Labor hat die Verpflichtung ein positives Ergebnis anonym an das Robert-Koch-Institut (RKI) zu melden (Berichtspflicht des Labors). Das RKI sammelt die Daten zu epidemiologischen Zwecken. Jährlich werden die Ergebnisse zu HIV-Neuinfektionen und AIDS-Erkrankten in Deutschland der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Deshalb ist es hilfreich, das Infektionsrisiko im Laboruntersuchungsauftrag mitzuteilen, um festzustellen, wie häufig die jeweiligen Infektionswege vorkommen.
Die Blutprobe wird mit dem Laboruntersuchungsauftrag noch am gleichen Tage dem Labor per Post zugestellt.
Das Resultat ist nach einer Woche aus dem Labor zurück und wird dann in einem zweiten Gespräch von derselben Beratungsfachkraft persönlich (nicht am Telefon) mitgeteilt.
Bei einem negativen Ergebnis sind eventuell noch offene Fragen zu klären, bei einem positiven Befund ist ein intensives Gespräch erforderlich (psychosoziale Begleitung, Vermittlung an andere Einrichtungen z.B. Aids-Hilfe und HIV-Ambulanz). Auch hier wird die Anonymität gewahrt und die Beratungsfachkraft richtet sich nach den Bedürfnissen der betroffenen Person.
Der Test ist kostenfrei.
Es können auch andere Themen angesprochen werden, die über das Thema HIV und AIDS hinausgehen. Diese befassen sich in erster Linie mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, z.B. Hepatitis, Chlamydien, Gonorrhöe u.a.. Einige dieser Krankheiten sind weit verbreitet. Auch wenn die Symptome manchmal kaum zu spüren sind, führen die Erkrankungen doch gelegentlich zu Folgeschäden oder erhöhen das Risiko, sich mit HIV zu infizieren. In dem Text „Wissenswertes zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten“ auf dieser Seite wird darauf genauer eingegangen.
Wissenswertes zu AIDS / HIV
AIDS ist die Abkürzung für „Acquired Immunodeficiency Syndrom“ (erworbenes Immunschwächesyndrom). Die AIDS-Erkrankung ist die Folge einer Infektion mit dem HI-Virus. Das Virus befällt vor allem die Zellen des Abwehrsystems, vermehrt sich in ihnen und zerstört sie.
Das geschwächte Immunsystem ist dann nicht mehr in der Lage, auf für gesunde Menschen harmlose Infektionen zu regieren. Dies führt unbehandelt zur schließlich tödlichen AIDS-Erkrankung durch sogenannte schwere opportunistische Infektionen oder verschiedene Krebserkrankungen. Opportunistische Infektionen nennt man Infektionen, die von Keimen verursacht werden, die auch im gesunden Menschen leben. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem nutzen die Erreger die Gelegenheit (0pportunität), um sich auszubreiten und Krankheiten zu verursachen.
Typische Erkrankungen sind Lungenentzündungen, Toxoplasmose, Cytomegalie (ausgelöst durch das Humane-Herpes-Virus 5) und Pilzinfektionen.
Tumorerkrankungen bei AIDS sind z.B. das Kaposi-Sarkom (ein durch Herpesvirus 8 verursachter Tumor von Blutgefäßen der Haut und Schleimhäute) oder der Gebärmutterhalskrebs und das Analkarzinom.
Seit einigen Jahren stehen zahlreiche Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion zur Verfügung. Dennoch verbleibt die Infektion lebenslang im Körper und ist nach wie vor nicht heilbar.
Einige Wochen nach der Ansteckung werden im Körper Antikörper gebildet. Diese lassen sich durch einen HIV-Antikörpertest nachweisen. Etwa drei Monate nach einem Ansteckungsrisiko zeigt er an, ob eine Infektion stattgefunden hat (Antikörpernachweis positiv) oder nicht (Antikörpernachweis negativ).
Übertragungswege
Das Virus findet sich in Blut, Samenflüssigkeit, Scheidensekret, Muttermilch und Eiter.
Ein Eindringen des Virus ist möglich über winzige Verletzungen, besonders der empfindlichen Darmschleimhaut, der Schleimhaut am Muttermund, der Scheidenhaut und der männlichen Vorhaut.
Das höchste Risiko besteht bei ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr. Der aufnehmende Partner/die aufnehmende Partnerin hat grundsätzlich ein höheres Risiko.
Ungeschützter Oralverkehr ist risikoreich bei Samenerguss im Mund, Verletzungen oder Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Rachens.
Ansteckungen sind außerdem möglich durch gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken, unsachgemäßes Piercing und Tätowierungen.
Symptome
Ohne Behandlung entwickeln sich die HIV-Infektionen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und jeder einzelne Verlauf zeigt in der Regel starke Schwankungen. Symptome können, müssen aber nicht auftreten.
Bereits kurz nach der Ansteckung (bis 6 Wochen später) vermehrt sich das Virus vorübergehend sehr stark und in der Mehrzahl der Fälle treten in den ersten Wochen der Infektion unspezifische Krankheitszeichen wie z.B. Fieber oder starker Nachtschweiß, Lymphknotenschwellungen, Durchfall, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Hautausschlag oder Geschwüre im Mund auf.
Da diese Krankheitszeichen unspezifisch sind, d.h. sie kommen auch bei vielen anderen Krankheiten vor, kann man nur durch Laboruntersuchungen des Blutes feststellen, ob ein Immundefekt vorliegt. Da aber nicht alle Ärztinnen und Ärzte bei solchen Symptomen an HIV denken, sollte man es ihnen mitteilen, wenn in der Vergangenheit ein Risiko für eine HIV-Infektion bestanden hat.
Viele HIV-Infektionen verlaufen zu Beginn jedoch auch symptomlos.
Auch hier ist zu beachten, dass sich die Antikörper gegen das HI-Virus ggf. erst nach den 12 Wochen gebildet haben, und damit ein HIV-Antikörpertest in dieser Zeit keine Aussagekraft hat (diagnostisches Fenster).
Die genannten Symptome klingen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Dann verläuft die Infektion zunächst unauffällig. Diese Phase kann einige Monate oder Jahre dauern.
Erst wenn bei einem schweren, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auftreten, spricht man von „AIDS“.
Behandlung
Durch eine Kombinationsbehandlung mit hochwirksamen Medikamenten kann die Virusvermehrung über viele Jahre günstig beeinflusst werden. Ebenso lässt sich durch die modernen Therapiemethoden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Übertragung von der Mutter auf das neugeborene Kind verhindern.
Erfolge gibt es auch bei der Vorbeugung und Behandlungen der Krankheiten, die durch die Immunschwäche auftreten.
Eine Heilung gibt es jedoch nicht.
Prävention
Beim Safer Sex (engl. für „sicherer Sex“) gelangen Sperma, Scheidenflüssigkeit und Blut nicht in den Körper der Partnerin oder des Partners z.B. durch die richtige Anwendung von Kondomen.
Für Frauen und Männer, die sich Drogen spritzen, heißt Vorbeugen: Safer Use, also z.B. immer nur eigenes Spritzbesteck und Zubehör zu verwenden.
Links zur Aidsberatung:
Wissenswertes zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
Sexuell übertragbare Krankheiten sind Infektionskrankheiten wie andere auch. Die meisten von ihnen sind heilbar. Auch wenn man die Symptome manchmal kaum spürt, führen die Erkrankungen doch gelegentlich zu Folgeschäden, die nicht rückgängig zu machen sind, z.B. Unfruchtbarkeit. Ohne es zu wissen, kann man erkrankt sein und die Infektion an andere weitergeben. Deswegen wird es gefährlich, wenn Infektionen nicht beachtet, verschwiegen und nicht behandelt werden.
Übertragungswege
Sexuell übertragbare Krankheiten werden durch sexuelle Kontakte verbreitet: vor allem beim Austausch von Körperflüssigkeiten, die Krankheitserreger enthalten aber auch durch Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen.
Bei einer Infektion mit Gonorrhöe (Tripper), Chlamydien, Syphilis (Lues) und Trichomonaden ist das Risiko höher, sich mit HIV-Viren anzustecken.
Symptome der verschiedenen Infektionen
Es gibt einige Warnsignale für die mögliche Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit:
- Brennen beim Wasserlassen
- veränderter, auffälliger Ausfluss aus dem Glied oder der Scheide
- Juckreiz, Schmerzen und Hautveränderungen am Glied, am Scheideneingang, an der Scheide oder
am After (zum Beispiel Rötungen, Schuppen, Pusteln, Knötchen, Blasen, Warzen, Geschwüre),
- geschwollene Lymphknoten in der Leistenbeuge,
- Schmerzen im Genitalbereich oder Unterbauch, evtl. auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
- Veränderungen in Mund und Rachen oder am Enddarm nach Oral oder Analsex.
Behandlung
Bei jedem Warnsignal geht man möglichst bald zum Arzt. Eine sexuell übertragbare Krankheit kann man nicht selber heilen. Frauen wenden sich am besten an eine Frauenärztin, Männer an einen Hautarzt oder Urologen.
Je nach Erreger der Krankheit (Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten) behandelt der Arzt mit Antibiotika oder anderen wirksamen Medikamenten.
Die Behandlung muss immer auch die Partnerin / den Partner einschließen, sonst springt die Ansteckung zwischen beiden hin und her. Bis zum erfolgreichen Ende der Behandlung ist ungeschützter, manchmal auch jeder Sex tabu. Die Untersuchung und Behandlung werden von der Krankenkasse bezahlt.
Prävention
Gonorrhöe, Chlamydien und Syphilis sind Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht werden. Deshalb kann man durch die Anwendung von Kondomen das Risiko der Ansteckung vermindern.
Hepatitis A, B und C, Herpes, Feigwarzen und HIV/AIDS werden durch Viren verursacht. Bei diesen Erkrankungen helfen Kondome und Safer Sex eine Ansteckung zu verhindern.
Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen.
Candidose ist eine Pilzerkrankung und lässt sich etwas vorbeugen, in dem man keine Seife zum Waschen der Geschlechtsteile benutzt.
Trichomonaden sind einzellige Parasiten und auch hier helfen Kondome die Übertragung zu vermeiden.
Filzläuse und Milben (Krätze) sind tierische Parasiten. Hier hilft: Körperpflege, saubere Kleidung und Bettwäsche.
Link:
Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Tel.: 0221 / 89 20 31