Bitte einsteigen: Azubis auf Kennen-Lern-Tour an Ennepe und Ruhr

Gruppenbild aller Teilnehmer mit Landrat Olaf Schade (vorne zweiter von links) im Märkischen Museum in Witten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Zwischenstopp am Koepchenwerk in Herdecke. Bis hierhin hatten die Auszubildenden schon jede Menge Wissenswertes aus und über den Ennepe-Ruhr-Kreis erfahren./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Zum Abschluss machten sich die Jugendlichen ein Bild von der Kreisfeuerwehrzentrale und dem Brandschutzübungshaus./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Pünktlich um halb zehn startet der Bus in Schwelm seine Tour durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. An Bord sitzen neben Landrat Olaf Schade 54 neue Auszubildende aus Kreis- und Stadtverwaltungen. „Egal, wo im Kreis Sie ins Berufsleben starten, Ihre Arbeitsumgebung für die nächsten Jahre will ich Ihnen heute mal etwas genauer vorstellen“, begrüßt Schade die Nachwuchskräfte.

Los geht es Richtung Ennepetal, vorbei an der Kluterthöhle, an Haus Ennepetal und der Firma Dorma Kaba. Die künftigen Verwaltungsfachangestellten, Fachinformatiker und Vermessungstechniker, Gärtner, Straßenwärter und Kaufleute für Büromanagement blicken aus dem Fenster, der Landrat erklärt: „380 Gänge mit einer Länge von fast sechs Kilometern plus unterirdische Seen und Korallenriffen, diese Ennepetaler Unterwelt sucht bundesweit ihresgleichen. Weltweit zu finden sind die Dorma Kaba Produkte. Achten Sie mal darauf, wenn sich Ihnen das nächste Mal die Tür eines Verwaltungsgebäudes oder eines Flughafens öffnet.“

Trübe Stimmung am Wengeberg

Parallel zur ebenso unterhaltsamen wie informativen Reiseleitung ergeben sich in den hinteren Reihen erste Kennenlerngespräche. „Es ist spannend, die Azubis aus den anderen Städten und dem Kreis kennenzulernen“, sind sich die Teilnehmer schnell einig. Viele von ihnen - egal ob sie im Kreis oder außerhalb wohnen - sehen einige Ecken an Ennepe und Ruhr heute zum ersten Mal. Auch das ist für die Jugendlichen schnell ein Pluspunkt der Tour.

Deutlich trüber wird die Stimmung am Wengeberg in Breckerfeld. Es schüttet. Der geplante Ausstieg auf die mit 442 Metern höchste Erhebung des Ruhrgebietes fällt ins Wasser. Hauptamtsleiter Jürgen Seuthe wirbt stellvertretend für Bürgermeister André Dahlhaus dennoch für ein Wiedersehen. Auch gerne im Winter. „Häufig heißt es dann hier oben: Langlauf und Rodel gut. Und drei Kilometer von hier finden Sie im Epscheid sogar einen Lift für alpines Skivergnügen.“

Fahrt durch das Freilichtmuseum des Mittelalters

Abwärts geht es anschließend auch mit dem Bus weiter Richtung Wetter/Ruhr. Der Ruhrtalradweg und der Kletterwald am Harkortberg sind Schade ebenso einige Worte wert wie die Evangelische Stiftung Volmarstein und die aus den bewaldeten Hügeln aufragende gleichnamige Burgruine. „Selbst am Rhein ist das Freilichtmuseum des Mittelalters kleiner als bei uns. Wir sind eine der burgenreichsten Regionen“, hebt er hervor.

Kilometer später überquert der Bus die Ruhr, bahnt sich seinen Weg zum Herdecker Koepchenwerk. Der Zwischenstopp wird von vielen dankend für eine Zigarettenpause genutzt. Quasi nebenbei nehmen sie zur Kenntnis: Es war Arthur Koepchen, der an diesem Steilhang des Ardeygebirges direkt am Hengsteysee eines der weltweit ersten Pumpspeicherwerke realisierte.

Auch Klimaschutz und Kultur haben ihre Stationen

„Ähnlich innovativ wie diese Idee zur Stromspeicherung“, unterstreicht Schade bei der anschließenden Fahrt durch den Wittener Stadtteil Bebbelsdorf, „ist unser Projekt zur Stromerzeugung. Seit 2013 werden in der Vergärungsanlage dort drüben aus den 25.000 Tonnen Biomüll der Bürger im Kreis rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom.“

Dem Klimaschutz folgt im Märkischen Museum die Kultur. Bürgermeisterin Sonja Leidemann und Bibliotheksleiterin Christine Wolf begrüßen, informieren und laden zu einem kleinen Imbiss ein. Nachdem auch die Nachzügler den Weg zurück zum Bus gefunden haben, geht es im Muttental um Kohle und Industriegeschichte.

Kreis hat besondere St(r)ahlkraft

„Egal, ob das schwarze Gold vor Jahrhunderten nun in Witten oder Sprockhövel zuerst gefunden wurde, Fakt ist: Die Wiege der Industrialisierung stand bei uns“, reklamiert Schade. Und nicht nur die. Als Symbole für einen Kreis mit besonderer St(r)ahlkraft passiert die Gruppe die Hattinger Henrichshütte und den Malakowturm der Zeche „Alte Haase“ in Sprockhövel.

Ein letzter Zwischenstopp wird an der Kreisfeuerwehrzentrale in Gevelsberg-Silschede eingelegt. Dort macht Rüdiger Kaiser den Auszubildenden im Brandschutzübungshaus richtig Feuer. „Ich hoffe, Sie haben sich nicht nur untereinander ein bisschen besser kennengelernt, sondern auch den Kreis“, verabschiedet Schade nach gut sieben Stunden und 100 Kilometern die Gruppe schließlich am Schwelmer Kreishaus.