Broschüre: Geonetzwerk.metropoleRuhr greift Projekt aus dem Kreis auf

Deckblatt der Broschüre, die das Geonetzwerk.metropoleRuhr jetzt präsentiert.

Was bedeutet Wohlfühlen, wie misst man Raumattraktivität und wie können Geodaten helfen, wenn es um das Wohlempfinden der Bürger geht? So theoretisch die Frage für Außenstehende zunächst klingt, so praktisch wurde sie von Experten der Hochschule Bochum, der Stadt Herdecke und des Ennepe-Ruhr-Kreises gelöst. Sie setzten in einem Pilotprojekt mehrere Methoden zur Messung des raumbezogenen Wohlempfindens ein.

Beispiele für die Aktivitäten: Per Briefumfrage wurden Daten unter anderen mit Bezug auf die Zufriedenheit mit dem kulturellen Angebot, mit der Anbindung an den Nahverkehr oder mit den Grünanlagen erhoben. Die fußläufige Erreichbarkeit von wichtigen Einrichtungen in der Stadt wurde berechnet. Mit App und Tablets hatten die Bürger die Möglichkeit auf einer digitalen Karte zu zeigen, wo sie sich im öffentlichen Raum in Herdecke wohl und unwohl fühlen.

Wohl- und Unwohlfühlpunkte liegen jetzt auf einer Karte vor

Zusätzlich stand eine ausgedruckte Karte zur Verfügung. Viele Bürger nutzten auch die Möglichkeit zum direkten Gespräch, woraus sich wertvolle Analyseansätze ableiten ließen. „Alles zusammen ergab am Ende einen flächenhaften Gesamteindruck des öffentlichen Raumes. Wohl- und Unwohlfühlpunkte liegen jetzt auf einer Karte vor. Zudem ist erkennbarer, wie sich Entscheidungen über Standorte von Einrichtungen auswirken“, so Guido Michels, Leiter des Sachgebietes Geoinformation im Schwelmer Kreishaus.

Unter dem Titel „Lebenswerte Stadt“ findet sich das Projekt aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in einer Broschüre, die das Geonetzwerk.metropoleRuhr jetzt präsentiert. Die 68 Seiten liefern zum einen Informationen über die Herausforderungen, Stärken und Zukunftsperspektiven des Netzwerkes, seine Mitglieder und seine Arbeit  Zum anderen wird an einer Vielzahl von Beispielen deutlich, wie Geodaten in den Städten und Kreisen helfen können, Verwaltungen leistungsfähiger und moderner zu machen.

„Die Bochumer greifen das Thema Baustellenmanagement auf und Duisburg präsentiert seinen Kulturstadtplan für Kinder, Essen hat ein Baumkataster und einen Wärmeatlas realisiert und Hamm setzt auf Geodaten, wenn es um das Ansiedeln von Spielhallen geht“, nennt Michels Beispiele.

Stichwort Geonetzwerk

2013 als Pilotprojekt gegründet, gehört es seit Anfang 2017 zu den dauerhaften Aufgaben des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Das Netzwerk hat immer das gesamte Ruhrgebiet im Blick und hält wichtige Geodaten der Region über Gewerbeflächen, Wohngebiete, Naturschutzareale oder Umwelt und Klima zentral bereit. Mitglieder sind neben dem RVR und dem Ennepe-Ruhr-Kreis die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Recklinghausen, Unna und Wesel.

Weitere Informationen und die Broschüre unter www.geonetzwerk.metropoleruhr.de.

Stichwort Geodaten

Geodaten sind Daten, die einen eindeutigen Raumbezug haben. Das heißt, sie sind auf der Erdoberfläche verortet und man kann sie in Form von Koordinaten oder Karten analog oder digital darstellen. Von besonderer Bedeutung für Geodaten sind Metadaten, die die eigentlichen räumlichen Daten zum Beispiel hinsichtlich eines Zeitbezugs oder der Entstehung beschreiben. Geodaten gliedern sich in die Geobasisdaten, die in der Regel von den Vermessungsverwaltungen der Länder oder der Kommunen bereitgestellt werden und den Geofachdaten, die aus unterschiedlichen raumbezogenen Fachdatenbanken stammen. Durch das Zusammenführen von Sachdaten und Geobasisdaten entstehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.