Großes Interesse an „Sprache als Schlüssel zur Welt“

Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Haus Ennepetal konnten die Veranstalter der Bildungs- und Integrationskonferenz verzeichnen.

Im Workshop „Wie kommen Wörter in den Schatz?“ gab Melanie Nöller (stehend), Sprachbildungskoordinatorin vom Schulamt EN, Anregungen für die systematische Wortschatzarbeit in der Grundschule.

Die Konferenz wurde von einer Messe begleitet. Rund 20 Einrichtungen und Institutionen informierten über ihre Angebote./Fotos: Jürgen Theobald/Ennepe-Ruhr-Kreis

Informativ, praxisnah und für jeden etwas dabei - die Rückmeldungen der Teilnehmer an der diesjährigen Bildungs- und Integrationskonferenz waren durchweg positiv. Eingeladen hatten das Regionale Bildungsbüro und das Kommunale Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises. Gekommen waren 310 Interessierte. Die Mitarbeiter aus Schulen, Kindertagesstätten und Beratungseinrichtungen, die Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Ehrenamtsinitiativen und Migrantenorganisationen sowie aus Politik und Verwaltung füllten das Haus Ennepetal bis auf den letzten Platz.

Einen Tag widmeten sie dem Thema „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“. Aus guten Gründen, denn immer mehr Kinder müssen in diesem Bereich unterstützt werden. Dies gilt sowohl für deutsche Kinder, die ihre Muttersprache erlernen sollen, als auch für Kinder mit Migrationshintergrund, die häufig zweisprachig aufwachsen. „Eine weitere Herausforderung“, so Lale Arslanbenzer, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, „sind insbesondere seit Mitte letzten Jahres die Flüchtlinge.“

Betroffene sind auf dem Weg in eine Sackgasse

Unabhängig von der Herkunft spielt Sprache für alle eine sehr entscheidende Rolle, wenn es darum geht, möglichst große Chancen auf Bildung, einen guten Einstieg ins Berufsleben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu haben. „Ohne ausreichende Sprachkenntnisse laufen die Betroffenen in eine Sackgasse, sowohl beruflich wie gesellschaftlich“, betonte Nicole von Gersum für das Regionale Bildungsbüro.

Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, um sprachliche Bildung im Ennepe-Ruhr-Kreis weiter zu verbessern, das zeigten Fachvorträge und Workshops auf. Angesprochen und diskutiert wurden unter anderen Alphabetisierung und Erst- und Zweitspracherwerb, Wortschatz und interkulturelle Kompetenz, vorgestellt wurden didaktische Konzepte und Programme zur Sprach- und Elternbildung.

Bildungsakteure der Region stellten ihre Angebote vor

„Vielen Ideen und Ansätze. Diese sowie diejenigen, die sie mutig in die Tat umsetzen, brauchen wir aber auch. Denn angesichts der demografischen Entwicklung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels sind wir im Ennepe-Ruhr-Kreis auf jeden Einzelnen angewiesen. Die sprachliche Bildung muss daher so gestaltet sein, dass jeder seine Begabungen und Qualifikationen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt einbringen kann“, hob Landrat Olaf Schade als Gast der Konferenz hervor.

Wie alle anderen Teilnehmer informierte er sich auf einer Messe, die parallel standfand, über die Arbeit und Unterstützungsangebote der verschiedensten Bildungsakteure in der Region. Präsent waren an den rund 20 Ständen unter anderen die Agentur für Arbeit, die Agentur mark und die AWO, der aid-Infodienst, die Projektgruppe „Talentscout-Uni Bochum“ und der Kreissportbund EN sowie die Rucksackgruppe der Grundschule Hellweg aus Witten.