Integration: Kreis erhält Förderung und schreibt Konzept fort

Präsentieren das überarbeitete Integrationskonzept und die KONM-AN Jahresbilanz 2016: Armin Suceska, Lale Arslanbenzer, Fabian Koch und Laura-Marie Kleinsimlinghaus vom Kommunale Integrationszentrum. In der Bildmitte Landrat Olaf Schade./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Auch 2017 stehen für die Integration im Ennepe-Ruhr-Kreis Gelder aus dem Programm „KOMM-AN NRW“ zur Verfügung. Für freiwillige Hilfsangebote für geflüchtete Menschen kann das Kommunale Integrationszentrum insgesamt 125.600 Euro verteilen.

„Das Geld hilft, die Neuankömmlinge in unsere Gesellschaft, in unsere Städte einzubinden, sie ankommen zu lassen“, sieht Landrat Olaf Schade das Geld vor Ort gut investiert. Die Mittel aus Düsseldorf können beispielsweise für so genannte Ankommenstreffpunkte genutzt werden. Dort erhalten Geflüchteten Menschen die Möglichkeit, sich nach ihrer Ankunft räumlich, sprachlich, sozial und kulturell im neuen Umfeld einzufinden.

Noch stehen 4.000 Euro zur Verfügung

Förderfähig sind neben der Renovierung und Ausstattung von Treffpunkten beispielsweise auch Bücher für den Sprachunterricht, Weiterbildungen für Ehrenamtler oder Eintrittsgelder für begleitete Freizeitgestaltung. „Es sind ja gerade auch diese Kleinigkeiten und ganz praktischen Dinge, die Integrationsarbeit einfacher machen“, betont Lale Arslanbenzer, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums im Schwelmer Kreishaus.

Im letzten Jahr konnten insgesamt 37 Initiativen, Kommunen und Organisationen mit dem Geld unterstützt werden. „Wohin wir wofür wieviel Geld gegeben haben, das haben wir in einer Broschüre dokumentiert. Es ist schon eindrucksvoll zu lesen, was mit den vergleichsweise wenigen Fördergeldern alles reicht werden konnte“, so Arslanbenzer. Im laufenden Jahr waren bereits 45 Anträge erfolgreich. Noch stehen aber rund 4.000 Euro zur Verfügung.

KI vermittelte 1.700 Schüler

Um die zugewanderten Menschen und anerkannten Asylbewerber bestens ankommen zu lassen und ihnen eine dauerhafte Perspektive zu geben, setzen Schade und Arslanbenzer auch auf das Integrationskonzept des Kreises. „Aus dem Premierenpapier 2013 konnten wir gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern bereits viele der seinerzeit beschriebenen Projekte und Vorhaben umsetzen“, so Arslanbenzer.

Zentrale Elemente der Arbeit auf Kreisebene waren und sind die Beratung und Vermittlung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in eine Schule. Das in Abstimmung mit vielen Beteiligten entwickelte Konzept wird durch das KI umgesetzt. Von März 2015 bis Juni 2017 konnten so mehr als 1.700 Schüler vermittelt werden.

Interkulturelle Orientierung; Schulung für Kreisbeschäftigte

Erarbeitet hat das KI auch eine Bestands- und Bedarfsanalyse zu Integrationsangeboten in den neun Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wer wann wo für was die Türen öffnet und beispielsweise Veranstaltungen, Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung oder Sport bietet, ist über die Internetseite www.vielfalt-en.de abrufbar. „Natürlich aktualisieren und ergänzen wir die Datenbank regelmäßig“, wirbt Arslanbenzer für viele Klicks.

Wie im ersten Integrationskonzept angekündigt hat das KI zudem die interkulturelle Orientierung der Verwaltung zum Thema gemacht. Hier hat es in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung eine erste Schulung für Kreisbeschäftigte gegeben.

Konzept hilft, Integration an Ennepe und Ruhr zukunftsweisend zu gestalten

Aktuell orientiert sich die Arbeit des KI an der Anfang des Jahres fortgeschriebenen Version. Darin wurden neben der Herausforderung der zwischenzeitlich sprunghaft angestiegenen Zahl von Flüchtlingen weitere Themen neu aufgenommen. Hierzu zählt der Aufbau eines Laien-Sprachmittlerpools. Rund 50 zweisprachige Laien-Dolmetscher leisten wichtige Arbeit, um die direkte Kommunikation zwischen Bildungseinrichtungen, Behörden und Neu-Zugewanderten mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen zu verbessern.

„Mit dem Projekt ´Bildungswege begleiten und Schulerfolg gemeinsam unterstützen´ wollen wir die vielfältigen Ansätze, Herausforderungen und Erfolge in der Integrationsarbeit in den Schulen darstellen“, so Arslanbenzer. Hierzu führen die pädagogischen Mitarbeiter des KI´s Gespräche mit Schulleitungen sowie zuständigen Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften der Schulen im Ennepe-Ruhr-Kreis.

„Wir sind uns sicher, dass das überarbeitete Integrationskonzept uns und den Städten helfen wird, Integration an Ennepe und Ruhr zukunftsweisend zu gestalten und die Bildungs- und Lebenschancen der bei uns lebenden Migranten zu verbessern“, so Schade und Arslanbenzer.