Katzenschutzverordnung: Übergangsfrist Anfang April abgelaufen

Bereits seit Anfang des Jahres sind Besitzer von Hauskatzen, die ihre Tiere nach draußen lassen, verpflichtet, ihre Katzen und Kater mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung im Ohr zu kennzeichnen sowie sie kastrieren zu lassen. Anfang April endete nun die Übergangsfrist der vom Kreistag beschlossenen Katzenschutzverordnung. „Das heißt“, so macht das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises deutlich, „Tierhalter sind verpflichtet die Vorgaben der Verordnung einzuhalten.“

Ausgangspunkt der verbindlichen Regelung: In der Vergangenheit wurden durch die freiwillige Initiative von Tierschutzorganisationen und Privatpersonen Jahr für Jahr rund 400 freilebende, verwilderte Katzen und Kater kastriert.

Unkontrollierte Vermehrung verwilderter Bestände hat dramatische Folgen

Hierbei haben sie sich ohne die Katzenschutzverordnung allerdings in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Theoretisch war gegen die Tierschützer jederzeit eine Strafanzeige möglich. Das geht jetzt nicht mehr. Zudem übernimmt der Kreis zukünftig die Kosten für Kastration und Kennzeichnung von Katzen, für die ein Halter nicht zu ermitteln ist.

Wie wichtig der Einsatz der Tierschützer ist, zeigt folgende Rechnung: Katzen haben durchschnittlich zwei Würfe mit insgesamt - vorsichtig gerechnet - vier Welpen pro Wurf. Dieser Nachwuchs ist nach fünf bis acht Monaten ebenfalls geschlechtsreif. Werden in einem Jahr folglich 200 verwilderte weibliche Katzen nicht kastriert, bekommen sie 800 Welpen, davon gut die Hälfte weibliche Tiere. Ein Jahr später sorgen folglich 600 Katzen für 2.400 Welpen.

Unerwünschte Nebenwirkungen einer unkontrollierten Vermehrung: Viele der verwilderten Tiere leiden unter Krankheiten wie Katzenschnupfen, -leukose und -aids. Dazu kommen Unter- und Mangelernährung sowie geschwächte Immunsysteme. Traurige Tatsache: Jede fünfte der eigentlich zur Kastration eingefangenen, verwilderten Katzen ist so schwer erkrankt, dass sie eingeschläfert werden muss.

Kastration aller Freigänger leistet Beitrag für Weniger an verwilderten Katzen

„Der Kampf gegen die ungebremste Vermehrung wildlebender Katzen kann aber nur gelingen, wenn Halter von Freigängertieren das neue Regelwerk beachten und entsprechend handeln“, heißt es aus dem Kreishaus. Denn: In Lebendfallen gefangene Katzen aus Privathaushalten können nur umgehend an ihre Besitzer zurückgegeben werden, wenn sie gekennzeichnet und registriert sind. Und die Kastration aller Freigänger leistet einen verantwortungsvollen Beitrag für ein Weniger an verwilderten Katzen und ein Mehr an Tierschutz.