Kreis investiert Millionen in seine Schulen

1993 wurde das Schulgebäude in Wetter errichtet. Nach einem Jahr Leerstand öffnen sich die Türen für die Schüler der Förderschule Hiddinghausen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Olaf Schade und Frank Hasenberg machten mit ihren Unterschriften den Weg für das Ausweichquartier in Wetter frei. Im Hintergrund Manfred Sell, Martin Henze und Udo Winkelmann./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Das Schulzentrum Holthausen wird während der Bauphasen zum Ausweichquartier für das Berufskolleg Hattingen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

In Ennepetal nutzt der Kreis das Gebäude der Schule Friedenshöhe. Den Mietvertrag unterzeichneten Bürgermeisterin Imke Heymann und Olaf Schade./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

8,9 Millionen Euro wird der Ennepe-Ruhr-Kreis in den nächsten Jahren in das Berufskolleg Ennepetal investieren, 7,1 Millionen ist das Berufskolleg Hattingen und 3,2 Millionen Euro in die Förderschule Hiddinghausen in Sprockhövel. Die geplanten Arbeiten stehen unter den Überschriften Brandschutz, Modernisieren und Umstrukturieren.

„Die Vorhaben sind so umfangreich, dass an vielen Stellen in den drei Schulen kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Logische Folge: Schüler, Lehrer und Klassen müssen ausgelagert werden“, macht Landrat Olaf Schade deutlich. Um den Weg dafür freizumachen, hat er in den letzten Wochen mehrere mehrjährige Mietverträge unterschrieben.

Mehr als 2.100 Schüler und ihre Lehrer sind betroffen

Daraus ergeben sich folgende Lösungen. Für Ennepetal wurde die Schule Friedenshöhe als Ausweichquartier gefunden. Während zwei der am Berufskolleg geplanten drei Bauabschnitte sollen jeweils 500 der 1.500 Schüler dort unterrichtet werden, im dritten dann noch 100.

In Hattingen kann der Kreis Räume im Schulzentrum Holthausen nutzen. Diese stehen aufgrund des Auszugs der Marie-Curie-Realschule leer. Mit dem Startschuss für den ersten Bauabschnitt an der Raabestraße werden rund 400 der knapp 1.600 Schüler im Schulzentrum unterrichtet werden. Vom zweiten Bauabschnitt sollen dann 650 Ausweichler betroffen sein.

Rund 80 Schüler der Klassen 6 bis 12 der Förderschule Hiddinghausen steuern während der Bauphase das Gelände der ehemaligen Grundschule Schmandbruch in Wetter (Ruhr) an. Dort beziehen Schüler und Lehrer das vorhandene Gebäude sowie - voraussichtlich - einige Container.

Schulen stellen sich auf Übergangslösungen ein

„Natürlich“, so Johanna Engels, Leiterin der Förderschule, „bringt der Orts- und Gebäudewechsel für Lehrer, Schüler und Eltern sowie die Schulgemeinschaft Umstellungen und Übergangslösungen mit sich. Der bereits fertig gestellte Neubau des A-Gebäudes unsrer Schule zeigt aber auch, dass wir uns auf etwas Neues, Zweckmäßiges und Schönes freuen dürfen.“

Ähnlich sehen das die Leiter der Berufskollegs. „Die über Jahre notwendigen zweiten Standorte sind natürlich nicht optimal. Mit den zweckmäßigen Veränderungen und Verbesserungen werden die Kollegs aber zukunftssicherer“, machen Holger Hoffmann und Josef Schulte deutlich.

Brandschutz und Trinkwasserinstallationen sind überall Schwerpunkte

Wenn die Handwerker an den einzelnen Schulen freie Bahn haben, sind im Bereich Brandschutz unter anderen folgende Arbeiten geplant: Das Erneuern der Brandmeldeanlage, das Bilden von Brandabschnitten und der Austausch von Bauteilen, die nicht ausreichend widerstandsfähig gegen Feuer sind. Parallel sollen in allen Schulen die Trinkwasserinstallation modernisiert und Raumzuschnitte angepasst werden.

Für jede einzelne der drei Schulen gibt es zudem weitere Pläne. So hat das Werkstattgebäude am Berufskolleg Ennepetal keine Zukunft. Es wird abgerissen und nicht ersetzt. Die dann fehlenden Fachräume und Werkstätten werden in einem anderen Gebäude des Berufskollegs eingerichtet.

Bundesmittel werden für Außendämmung genutzt

In Hattingen besteht Handlungsbedarf in den Bereichen Verpflegung, Sanitär und Lehrerzimmer. Hier sind der Neubau einer Cafeteria und einer Toilettenanlage im B-Gebäude sowie ein zentrales statt bisher zwei Lehrerzimmer geplant. An der Schule Hiddinghausen sollen neue Aufenthalts- und Sanitärräume geschaffen werden. Bundesmittel dienen dazu, das Gebäude energetisch zu sanieren.

Wann alles fertig sein wird, ist nicht genau absehbar. Die Pachtverträge zwischen Kreis und den Städten laufen zunächst über zwei beziehungsweise drei Jahre. „Allerdings“, so der Landrat, „gilt wie auf allen Baustellen: Vor der Hacke ist es dunkel und man kann nie mit Sicherheit sagen, was einen erwartet, wenn Wände und Decken erstmal auf sind.“