Kunstpreis Ennepe-Ruhr: Unterirdische Ausstellung in Hattingen

Im sehr gut besuchten Kellergeschoss des Gebläsehauses eröffnete Landrat Olaf Schade die Kunstpreis-Ennepe-Ruhr-Ausstellung./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

"soul surfer" hat Andrea Hüsken aus Ennepetal ihren Beitrag genannt. Die Installation besteht aus 10 Figuren auf Metall-Stelen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Die Schwelmerin Gabriele Reckhard beteiligt sich mit der Fotografie "OUtcry". Wie viele andere Werk profitiert ihr Beitrag von der besonderen Atmosphäre des Ausstellungsraumes./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Knut Waschkau (Herdecke) setzt für den "Vogelkäfig" Holz und Metall ein./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Schauplatz der ersten Ausstellung: Das LWL Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen./Foto: LWL/Hudemann

Wahrlich unterirdisch präsentieren sich im LWL Industriemuseum Henrichshütte die Werke der 20 Künstler, die noch im Rennen um den EN-Kunstpreis 2017 sind. „Es zeigt sich: Manchmal ist weniger tatsächlich viel mehr. Die museale Industriekulisse und die nackten Wände sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre und lassen die Arbeiten sehr gut zur Geltung kommen“, betonte Landrat Olaf Schade bei der Ausstellungseröffnung im Kellergeschoss des Hattinger Museum.

Der Einladung aus dem Kreishaus waren rund 150 Kunstinteressierte gefolgt. Sie wollten mit eigenen Augen sehen, wie die von einer Jury ausgewählten Teilnehmer mi ihren Bildern, Skulpturen, Fotografien und Installationen „Freiheit“ interpretiert haben. „Vogelfrei“ und „Die sieben Sachen der Flut“, „Unterdrückung“ und „Dinge, die in Freiheit passieren“ - schon beim flüchtigen Vorbeigehen und Blick auf die Titel der sehr unterschiedlichen Arbeiten kam kein Besucher am in diesem Jahr vorgegebenen Thema des Kunstpreises vorbei.

Auch der zweite und dritte Eindruck zählt

„Wer die ausgestellten ´Freiheits´-Werke genauer betrachtet, der stellt fest: Ein Werk sagt mehr als tausend Worte. Facettenreich und kreativ drücken sie alle auf eine ganz eigene Art aus, was Freiheit ist, meint, sein sollte, könnte oder müsste“, skizzierte Schade seine zweiten und dritten Eindrücke.

Ebenso bemerkenswert: Im Anschluss an weitere Redebeiträge von Robert Laube, Leiter des LWL Industriemuseums, und Dr. Hans Günter Golinski, Direktor des Kunstmuseums Bochum und Juryvorsitzender, wurde in vielen kleinen Gruppen intensiv und lebhaft über einzelne Werke und ihre Aussageabsichten, die verwendeten Materialien und die Arbeitsweise der Künstler diskutiert.

Diskussionen machen Ausstellung besonders wertvoll

Musikalisch untermalt von Peter Brand und Jo Doll entwickelten sich zudem vielfach „freiheitliche Diskussionen“. „Und das“, so betonte der Landrat, „macht gerade in Zeiten wie diesen den ganz besonderen Wert dieser Ausstellung aus.“

Zu sehen ist sie in Hattingen noch bis Freitag, 1. September. Anschließend erfolgt der Umzug in das Schwelmer Kreishaus. Dort wird eine Woche später das Geheimnis gelüftet, wer sich bei der vierten Auflage über den Kunstpreis Ennepe-Ruhr freuen kann. Wie in den Vorjahren wird es drei gleichberechtigte Preisträger geben.

Um den Kunstpreis hatten sich Anfang des Jahres 101 Teilnehmer mit mehr als 200 Werken beworben. Aus diesen Vorschlägen wählte eine Jury die 20 Bewerber aus, die ihre Arbeiten in den beiden Ausstellungen präsentieren. Dies sind: Michael Barth (Schwelm), Tanja Bremer (Hattingen), Marko Dowald (Ennepetal), Teye Gerbracht (Düsseldorf), Bernd Gichtbrock (Witten), Till Hausmann (Düsseldorf), Andrea Hüsken (Ennepetal), Gudrun Kolibius-Best (Herdecke), Carola Lantermann (Hauenstein), Künstlergruppe Leuchtstoff (Witten), Ingrid Leukers-Bölicke (Sprockhövel), Jürgen Mans (Dortmund), Gabriele Reckhard (Schwelm), Renate Schieck (Witten), Philipp Valenta (Hildesheim), Holger Vockert/Lutz Deterra (Hattingen), Roland Wagner (Wetter), Knut Waschkau (Herdecke), Sebastian Wien (Dortmund) und Angelika Wischermann (Wien).

Stichwort Ausstellung in Hattingen

Die Ausstellung im LWL Industriemuseum Henrichshütte (Werkstr. 31-33) ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Stichwort Jurymitglieder

Dr. Hans Günter Golinski (Direktor Kunstmuseums Bochum), Sabine Kelm-Schmidt (stellvertretende Landrätin), Christiane Nicolai (Kunstverein Hattingen), Dr. Gerd Buhren (Kunstverein Witten). Michael Schlieper (Kunstraum EN) sowie die Künstler Stephan Marienfeld und Rosie Wolf-Laberenz.

Stichwort Kunstpreis und Preisträger

Der Kunstpreis wird seit 2011 alle zwei Jahre vergeben. Zum Mitmachen eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler die ihren Hauptwohnsitz im Kreis haben, hier geboren wurden oder eine längere Zeit an Ennepe und Ruhr zu Hause waren. Die bisherigen Preisträger: 2011 Gudrun Kolibius-Best (Herdecke), Patrick Borchers (Herdecke) und Stephan Marienfeld (Hattingen), 2013 Peter Kosch (Witten), Anna Recker (Luxenburg/Hattingen) und Verena Wagner (Essen/Wetter) und 2015 Katharina Benke (Witten), Petra Böttcher-Reiff (Herdecke) und Monika Wellnitz (Hattingen).

Stichwort Förderer

Gefördert wird der Kunstpreis Ennepe-Ruhr 2017 von der AVU, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Volksbank Sprockhövel.