Landkarte liefert Pädagogen Orte für spannenden Unterricht

Annette Ide und Sabine Baltzer betreuen die pädagogische Landkarte im Kreis. Sie hoffen auf zahlreiche Einträge von außerschulischen Lernorten, die zwischen Breckerfeld und Hattingen, Herdecke und Schwelm zu finden sind/Foto UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

So sieht sie aus, die pädagogische Landkarte für den Kreis. Ide und Baltzer hoffen in den nächsten Wochen auf zahlreiche neue Einträge/Foto: Screenshot

Biologie im Kompostwerk oder Erdkunde im Eine-Welt-Laden, Chemie im Industriebetrieb oder Latein in der Klosterbibliothek: Außerhalb der Schule zu lernen, das ist an vielen Orten machbar und möglich, sinnvoll und spannend. Um sie möglichst einfach zu finden, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Projekt „Pädagogische Landkarte“ gestartet. Per Internet finden damit auch Lehrer im Ennepe-Ruhr-Kreis mit ganz wenigen Klicks Schauplätze für nicht alltägliche Unterrichtsstunden.

„Wie viele andere haben auch wir eine Vereinbarung mit dem Landschaftsverband getroffen und beteiligen uns an dem Projekt“, berichtet Annette Ide von der Kreisverwaltung. Das Kreismedienzentrum hat die Aufgabe übernommen, möglichst viele außerschulische Lernorte in den neun kreisangehörigen Städten zum Mitmachen zu bewegen.

LWL Industriemuseen sind Vorreiter

Infrage kommen beispielsweise Museen, Archive und Theater, Bauernhöfe, Betriebe und Behörden, oder auch Vereine für Natur, Kultur und Jugend. „Wichtig ist: Die Einrichtungen sollen einer Lerngruppe praktische, konkrete und wirklichkeitsnahe Lernwege und Kulturerfahrungen eröffnen können“, beschrieb Ide das grundlegende Aufnahmekriterium.

Vorreiter im Ennepe-Ruhr-Kreis sind momentan die LWL Industriemuseen Henrichshütte in Hattingen und Zeche Nachtigall in Witten. Nachdem einer Vielzahl von Einrichtungen das Projekt schriftlich vorgestellt wurde, hofft Ide jetzt auf zahlreiche Rückmeldungen. „Wer sich bei uns meldet, erhält einen Fragebogen, der alle für uns relevanten Angaben erfasst. Diese werden dann - möglichst mit einigen Bildern - in die Datenbank und damit auf die Landkarte eingepflegt“, erläutert Ide.

Portal kann helfen, Einrchtungen bekannter zu machen

Abrufbar sind dann neben grundlegenden Informationen wie Kontaktdaten und Adresse sowie einer Kurzbeschreibung des Anbieters insbesondere die einzelnen Lernangebote. „Hier wird detailliert aufgeführt, für welche Altersgruppe sie geeignet sind, wie viel Zeit vor Ort eingeplant werden sollte und welche Kosten entstehen. Außerdem finden sich Angaben darüber, welche Schulfächer angesprochen werden“, so Ide.

Sie wirbt insbesondere auch bei kleineren oder bisher nicht so bekannten Einrichtungen für das Dabeisein. „Schließlich ist die pädagogische Landkarte eine gute Möglichkeit, um sich in einem gut vernetzten Portal zu präsentieren und sich auf diesem Weg auch neue Besuchergruppen zu erschließen.“

Stichwort pädagogische Landkarte

Zu finden ist sie unter www.lwl.org/paedagogische-landkarte. Wer einen außerschulischen Lernort sucht, findet auf der interaktiven Karte auf verschiedenen Wegen zum Ziel. Möglich sind Recherchen nach Stichwort, Ort, Rubrik, Schulfach oder Klassenstufe.

Einrichtungen, die als Lernort aufgenommen werden möchten oder Interessierte, die einen Lernort vorschlagen wollen, nutzen dafür ebenfalls die genannte Internetseite. Ansprechpartnerinnen im Schwelmer Kreishaus sind Annette Ide (Tel.: 02336/93 2390, Email: A.Ide(at)en-kreis.de) und Sabine Baltzer (Tel. 02336/93 2690, Email: S.Baltzer(at)en-kreis.de).

Erstellt wurde die Landkarte vom LWL-Medienzentrum für Westfalen in Zusammenarbeit mit den Kreisen und kreisfreien Städten in Westfalen-Lippe. Auch wegen der vorbildlichen westfalenweiten Vernetzung wurde das Projekt mit 180.000 Euro von der LWL-Kulturstiftung gefördert.