Pilotprojekt in Breckerfeld: Gewerbegebiet soll Ressourcen schonen

Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zeigen, um was es geht: Effizienz./Foto: AVU/Bernd Henkel

Das ist neu und bisher in vielen anderen Gewerbegebieten unüblich: In Breckerfeld wollen die Firmen im Gewerbegebiet Königsheide durch externe Beratung und Zusammenarbeit Ressourcen und Energie sparen. Die kleinste Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis gehört damit neben Bochum und Recklinghausen zu den ersten Kommunen im Bereich der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, die am Projekt „Ressourceneffizientes Gewerbegebiet“ teilnehmen. Unterstützt wird das EU-geförderte Vorhabeben vor Ort unter anderem von der EN-Agentur, vom Energieversorger AVU und vom Entsorgungsunternehmen AHE.

„Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten, Ressourcen sparsamer einzusetzen. Vor allem dann, wenn Synergien genutzt werden. In zehn Gewerbegebieten der Metropole Ruhr sollen gemeinsam Einsparpotentiale identifiziert, konkrete unternehmensübergreifende Ideen und Ansätze entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist es, bestehende Gewerbegebiete durch wirtschaftlich tragfähige Modelle zu modernen und zukunftsfähigen Standorten werden zu lassen. Zunächst konzentrieren wir uns auf die Bereiche Abfall, Fläche, Wasser und Energie“, erläutert Dr. Christina Buckemüller von der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr.

Drei Unternehmen berichten über ihre Aktivitäten

Wie bei allen ausgewählten Gewerbegebieten begleitet ein Gebietsmanager die Unternehmen für ein Jahr. Er soll erläutern, was möglich ist und wo Potentiale liegen, er berät bei der Umsetzung und bringt die wichtigen Akteure an einen Tisch. Geboten werden unter anderen kostenfreie individuelle Beratungen und Analysen einzelner Unternehmen, Konzeption und Beratung bei der Umsetzung konkreter Einsparansätze sowie Hilfe bei der Suche nach und dem Beantragen von Fördermitteln.

Was möglich ist, darüber berichteten die drei Breckerfelder Unternehmen Stafi, Schraubenfabrik Rüggeberg und m+a Maschinen- und Apparatebau. Mit gezielten Investitionen und Umstellungen in den Produktionsabläufen sparen sie bereits Energie, schonen Ressourcen und senken ihre Ausgaben.

Bürgermeister: „Nachbarschaftshilfe ist bei uns gelebter Alltag“

Ihrem Beispiel sollen möglichst alle Unternehmen mit Sitz in der Königsheide folgen. „Wir werden alle besuchen und für eine Teilnahme werben“, kündigte Dr. Dirk Drenk von der EN-Agentur an. Breckerfelds Bürgermeister André Dahlhaus setzt auf zahlreiche Teilnehmer und eine gute Zusammenarbeit untereinander. „Nachbarschaftshilfe ist bei uns ja schließlich gelebter Alltag.“

Den ersten drei Gewerbegebieten in Breckerfeld, Bochum und Recklinghausen sollen im September weitere aus Dorsten, Gelsenkirchen, Haltern am See und Oberhausen sowie im Februar 2018 aus Dortmund, Essen und Mülheim an der Ruhr folgen.