Hattingen: Ruhrbogen ist jetzt ein Denkmal

Buhnenbauwerke lassen oder entfernen? Darüber wird seit Jahren diskutiert./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Der Winzer Ruhrbogen in Hattingen wurde jetzt als Zeugnis der Schiffbarmachung der Ruhr in die Denkmalliste der Stadt Hattingen eingetragen. Dies geschah gemäß Weisung der für Denkmäler im Landes- oder Bundesbesitzes zuständigen Bezirksregierung Arnsberg.

Die Schiffbarmachung der Ruhr (1770-1780) war die Initialzündung zur Entstehung des Ruhrgebiets als Industrieregion. Erst mit der Schiffbarmachung war es möglich, Kohle in größeren Mengen von den Zechen des Ruhrtals bis zum Rhein und bis in die Niederlande zu transportieren. Die neuen Transportmöglichkeiten wiederum sorgten für die Intensivierung des Bergbaus bis hin zu den großen Tiefbauschachtanlagen.

Schleusen machten Miteinander von Schifffahrt und Mühlenbetrieb möglich

Für die Schiffbarmachung der Ruhr waren viele Hindernisse zu überwinden. Der flache, aber breite Flusslauf musste durch Buhnen in seinem Verlauf begrenzt und vertieft werden. Ein befestigter Weg entlang des Flusslaufes, der so genannte Lein- oder Treidelpfad musste angelegt werden.

Grund: Als Antrieb der speziell für die Ruhr mit niedrigem Wasserstand entwickelten Ruhraaken kamen nur Zugtiere in Frage. Zahlreiche Wehre der Flussmühlen störten die durchgehende Befahrbarkeit. Erst mit den Ruhrschleusen war ein Miteinander von Schifffahrt und Mühlenbetrieb möglich.

Im Winzer Ruhrbogen ist Geschichte noch sichtbar

Als durch den Bau der Ruhrtaleisenbahn ganzjährig witterungs- und wasserstandsunabhängig Transporte möglich waren, folgte dem Höhepunkt der Ruhrschifffahrt 1860 der Niedergang. 1890 passierte die letzte Ruhraak die Hattinger Schleuse.

Seitdem hat der Verlauf der Ruhr erhebliche Änderungen erfahren. Die Ruhrstauseen wurden errichtet, die Ruhr zur Vergrößerung des Henrichshüttengeländes verlegt. Im gesamten Verlauf der schiffbaren Ruhr sind nur im Winzer Ruhrbogen, zwischen den Schleusen Hattingen und Dahlhausen, noch alle wasserbautechnischen Maßnahmen des Ausbaus erhalten und sichtbar. Diesem Zeugniswert wurde nun durch die Eintragung in die Denkmalliste Rechnung getragen.

Quelle: Presseinformation der Stadt Hattingen