Startschuss für "NRWeltoffen" im Ennepe-Ruhr-Kreis

Sehr gut besucht war der Startschuss für das Projekt im Schwelmer Ibach-Haus./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Susanne Klönne von der VHS Witten/Wetter/Herdecke informierte die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung über das, was im Ennepe-Ruhr-Kreis geplant ist./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Landrat Olaf Schade nutzte die Begüßung der Teilnehmer, um auf die Bedeutung des Programms hinzuweisen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Auszüge aus dem Theaterstück „Hallo Nazi“ beeindruckten die Gäste./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Auch wenn in unseren Städten bisher nur vereinzelt Vorfälle mit rechtsextremen oder rassistischen Hintergrund bekannt geworden sind, sollte uns das nicht dazu verleiten, die Hände in den Schoß zu legen. Mit den 140.000 Euro aus dem Landesprogramm ´NRWeltoffen´ sind wir bis Ende 2018 erfreulicherweise in der Lage, lokale Handlungskonzepte gegen Auswüchse dieser Unart zu entwickeln oder fortzuschreiben.“ Landrat Olaf Schade nutzte die Auftaktveranstaltung für „NRWeltoffen im Ennepe-Ruhr-Kreis“ um die Bedeutung des Projektes zu betonen.

Der Einladung in das Schwelmer Ibach-Haus waren 100 Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Migrantenorganisationen sowie interessierte Bürger gefolgt. Sie erfuhren: Als Partner setzt der Ennepe-Ruhr-Kreis auf die drei Volkshochschulen in Hattingen, Witten/Wetter/Herdecke und Ennepe-Ruhr-Süd.

"Tragen Sie ihren Teil bei, anderen Tendenzen das Wasser abzugraben"

„Wir sind Werkstätten der Demokratie und stehen für eine offene Gesellschaft. Politische Bildung und das Beschäftigen mit Rassismus und Rechtsextremismus gehören seit Jahrzehnten zu dem, womit wir uns besonders beschäftigen“, machten die VHS Vertreter deutlich.

Klare Zeichen gegen Ausgrenzung und für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit - diese Ziele verbindet die Landesregierung mit „NRWeltoffen“. Es gehe darum, das positive und respektvolle Miteinander zu fördern und gleichzeitig Angriffen auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, Hassbotschaften in sozialen Netzwerken sowie Parolen rechtspopulistischer Parteien entschieden entgegen zu treten.

„Bei uns Nordrhein-Westfalen leben Menschen unterschiedlichster Kulturen, Religionen und Weltanschauungen friedlich zusammen. Tragen Sie hier vor Ort ihren Teil dazu bei, anderen Tendenzen das Wasser abzugraben. Entwickeln Sie dafür weitere Ideen, zeigen Sie Ihren Mitbürgern in den neun Städten des Kreises auf, wie man sich einmischen kann und wo man dagegen halten muss“, lud Volker Seidel von der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus die Teilnehmer ein.

Theaterstück „Hallo Nazi“ wirbt für Wehrhaftigkeit

Wie das im Ennepe-Ruhr-Kreis aussehen kann und was in die Handlungskonzepte aufgenommen werden soll, darüber wird in den nächsten Wochen und Monaten diskutiert werden. „Bis Ende Juni sind regionale Workshops in Ennepetal, Hattingen und Witten geplant “, kündigten Hrund Eysteinsdóttir, Susanne Klönne und Wilfried Korngiebel als Projektverantwortliche der drei Volkshochschulen an.

Beeindruckt zeigten sich die Gäste im Ibach-Haus von den Auszügen aus dem Theaterstück „Hallo Nazi“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Die Inszenierung mit jungen Schauspielern des lutzhagen Theaters zeigte, wie wichtig es auch heute noch ist, Rechtsextremismus und Rassismus wehrhaft zu begegnen. Im Anschluss an die Aufführung stellte Regisseur Werner Hahn die Biografien der drei Schauspieler Mark Tumba, Najib El-Chartouni und Fynn Engelkes vor.

Ansprechpartner sind die Volkshochschulen

Wer bei „NRWeltoffen“ im Ennepe-Ruhr-Kreis mitmachen möchte, kann sich an die Ansprechpartner der Volkshochschulen werden. Dies sind für die VHS Ennepe-Ruhr-Süd Hrund Eysteinsdóttir (Tel.: 02332/918 6173, Email: eysteinsdottir(at)vhs-en-sued.de), für die VHS Witten/Wetter/Herdecke Susanne Klönne (Tel.: 02302/581 8680, Email: susanne.kloenne(at)vhs-wwh.de) und für die VHS Hattingen Wilfried Korngiebel (Tel.: 02324/204 3511, Email: vhs(at)hattingen.de).

Informationen über das Landesprojekt im Internet unter www.nrweltoffen.de.

Stichwort Landesprogramm „NRWeltoffen“ im Ennepe-Ruhr-Kreis

Ausgangspunkte der Beteiligung des Ennepe-Ruhr-Kreises waren ein Antrag von SPD und Bündnis90/Die Grünen sowie ein Beschluss des Kreisausschusses im September letzten Jahres. Darin war die Kreisverwaltung beauftragt worden, in Kooperation mit den kreisangehörigen Städten sowie den Volkshochschulen im Ennepe-Ruhr-Kreis eine Interessensbekundung zum Förderaufruf „NRWeltoffen“ abzugeben. Der Ennepe-Ruhr-Kreis zählt zu den insgesamt 28 Kreisen und kreisfreien Städten, die vom Land gefördert werden.