Startschuss: Kreis investiert in Sicherheit und Zukunft seiner Schulen

Das Ausweichquartier für die Schule Hiddinghausen ist die ehemalige Grundschule Schmandbruch in Wetter.

Unterschrieben den Vertrag, der aktuell rund 80 Schülern der Schule Hiddinghausen und ab 2018 der Kämpenschule ein Ausweichquartier sichert: Landrat Olaf Schade und Bürgermeister Frank Hasenberg./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

500 Schüler des Berufskollegs Ennepetal werden aktuell im Gebäude Friedenshöhe unterrichtet.

Notwendiger Brandschutz, modernere Gebäude, sinnvolle Änderungen - seit Herbst letzten Jahres arbeitet die Kreisverwaltung daran, ihre Schulen fitter für die Zukunft zu machen. Dabei werden zum einen Vorgaben des Brandschutzes und der Trinkwasserverordnung umgesetzt. „Zum anderen“, so Landrat Olaf Schade, „nutzen wir die hierfür eingerichteten Baustellen als Chance, um Gebäude an die heutigen Bedürfnisse für den Schulbetrieb anzupassen und zeitgemäßer zu gestalten.“

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden aus den Plänen am Berufskolleg Ennepetal und an der Förderschule Hiddinghausen Baustellen. Die Sommerferien wurden für Umzüge an Ausweichstandorte genutzt. 500 der rund 1.500 Schüler des Berufskollegs steuern in den nächsten Jahren das Schulgebäude Friedenshöhe in Ennepetal an. Weiter ist der Weg für die rund 80 Schüler der Klassen 6 bis 12 der Förderschule. Sie werden im nächsten Schuljahr nicht in Sprockhövel sondern im Gebäude einer ehemaligen Grundschule in Wetter unterrichtet.

Suche nach Ausweichquartieren erfolgreich

„Da an vielen Stellen in den einzelnen Gebäuden kein Stein auf dem anderen bleiben wird, gab es zum vorübergehenden Auszug von Schülern und Lehrern keine Alternative. Erfreulicherweise konnten wir in Zusammenarbeit mit den Städten Ennepetal und Wetter Quartiere finden, die gute Übergangslösungen sind“, so Daniel Wieneke, Fachbereichsleiter Finanzen, Kreisentwicklung und Bildung im Schwelmer Kreishaus.

Die freie Bahn werden die Handwerker nutzen, um im Bereich Brandschutz unter anderen folgende Arbeiten zu erledigen: Austausch von Bauteilen, die nicht ausreichend widerstandsfähig gegen Feuer sind, das Bilden von neuen Rauch- und Brandabschnitten, die die Flucht- und Rettungswege sicherer machen sowie der Einbau von Rauchschutztüren und das Einrichten weiterer Notausgänge. Parallel wird die Trinkwasserinstallation modernisiert.

Räume werden neu zugeschnitten, Fassaden gedämmt, Aufzüge gebaut

An beiden Standorten stehen zudem das Erneuern großer Teile der Verkabelung sowie der Neuzuschnitt von Räumen auf dem Programm. Mit Bundesmitteln erhält die Förderschule eine neue Außendämmung und neue Fenster. Am Berufskolleg machen zwei neue Aufzüge das Gebäude für Menschen mit Behinderungen zugänglicher.

Parallel zum Start der Arbeiten legt die Kreisverwaltung dem Kreistag eine aktualisierte Vorlage zum Thema Schulmodernisierungen vor. Wichtigste Zahl: Die im Herbst letzten Jahres genannte erste Baukostenschätzung wird durch eine Kostenberechnung ersetzt. Aus den ursprünglich veranschlagten 47,7 Millionen Euro sind aktuell 60,6 Millionen Euro geworden.

Kreis kalkuliert mit Risikozuschlag

„Diese Plus ist nicht wirklich überraschend. Während wir im Herbst 2016 noch vielfach auf Vermutungen angewiesen waren, haben wir uns die Gebäude inzwischen genauer angesehen. Erkenntnis: Pläne mussten überarbeitet und zum Teil ausgeweitet werden“, heißt es aus dem Kreishaus. Dazu zählen unter anderen auch neue Heizungsleitungen und Heizkörper für das Berufskolleg Ennepetal.

Für die Arbeiten in den Bereichen Brandschutz und Trinkwasser sowie Umbauten rechnet die Kreisverwaltung Stand heute aber nicht mit 60,6 sondern mit 72,2 Millionen Euro. Grund dafür ist ein Risikozuschlag von 20 Prozent auf die aktuelle Kostenberechnung. Dazu heißt es in der Vorlage: „Da es sich bei den Arbeiten um Sanierungen in bestehenden Gebäuden handelt, bestehen erfahrungsgemäß höhere Unsicherheiten. Zudem sind die vorliegenden Berechnungen noch nicht von allen Planern endgültig bestätigt.“

Förderprogramme tragen zur Finanzierung bei

Zu den Ausgaben für die Arbeiten an den bestehenden Gebäuden kommen noch die Kosten für die Auslagerungen der Schulen sowie für Neubauten an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule und am Berufskolleg Witten. Dafür nennt die Vorlage 11,1 Millionen beziehungsweise 15,4 Millionen Euro.

Die Ausgaben für eines der umfangreichsten Bauprogramme seiner Geschichte will der Kreis mit Mitteln aus verschiedenen Förderprogrammen des Bundes und des Landes sowie Geldern aus der jährlich fließenden Bildungs- und Investitionspauschale finanzieren. Dazu kommen Rückstellungen, die bereits in den Jahren 2015 und 2016 gebildet worden sind sowie eine Kreditaufnahme.

Stichwort: Startschuss an den übrigen Standorten

Während die Schüler in Ennepetal und Sprockhövel bereits das Feld für die Handwerker geräumt haben, läuft der Betrieb an den übrigen Schulstandorten des Kreises momentan noch wie gewohnt weiter. In der Vorlage des Kreistages sind für sie folgende zeitlichen Perspektiven genannt. Im Berufskolleg Hattingen sollen im Herbst die ersten Schüler an den Ausweichstandort Schulzentrum Holthausen umziehen.

Für die Wilhelm-Kraft-Gesamtschule und das Berufskolleg Witten gilt: Umzüge in die auf dem Schulgelände noch zu errichtenden Container in den Sommerferien 2018. Der Großteil der Wittener Kämpenschule packt die Kisten im Herbst 2018. Grund: Die Förderschule nutzt als Ausweichquartier ebenfalls das Gebäude einer ehemaligen Grundschule in Wetter. Dafür müssen dort aber erst die Schüler der Schule Hiddinghausen wieder ausgezogen sein.