Von 65 auf 27.521: WIT-Kennzeichen seit fünf Jahren wieder zu haben

Peter Klein entschied sich im November 2012 mit der Buchstabenkombination "WIT - Z" für eine Variante, die bereits von vielen WIT Freunden reserviert worden war/Archivfoto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Hans-Jürgen Hosse war einer der ersten, der sich am 14. November 2012 nach über 37 Jahren Pause ein frischgedrucktes WIT Kennzeichen an sein Auto schrauben konnte/Archivfoto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Den 14. November vor fünf Jahren hatte sich so mancher Wittener ganz dick im Kalender angestrichen. Kein Wunder. Erstmals nach der letzten Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen und der damit verbundenen Aufnahme der bis dahin kreisfreien Stadt Witten in den Ennepe-Ruhr-Kreis konnten 2012 wieder frische Kennzeichen mit dem Buchstabenkürzel WIT an die Fahrzeuge geschraubt werden.

Rückblick: Prof. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn hatte das Thema bundesweit ins Rollen gebracht. Mit wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen untermauerte er die von vielen Bürgern seit Jahrzehnten formuliere Forderung, so genannte Altkennzeichen wieder einzuführen. WIT für Witten, WAT für Wattenscheid oder auch CAS für Castrop-Rauxel sollten wieder möglich werden.

1.500 Reservierungen in 48 Stunden

Nach intensiven Diskussionen machte der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises im März 2012 den Weg für WIT wieder frei. Die Kreisverwaltung wurde mehrheitlich beauftragt, beim Land einen Antrag auf Wiedereinführung zu stellen. Mitte November war es dann soweit. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stimmte dem Antrag Nordrhein-Westfalens auf Wiedereinführung von insgesamt elf Altkennzeichen zu.

Am Montag, 12. November 2012, konnten erstmals nach 1975 wieder WIT-Kennzeichen reserviert werden, am Mittwoch, 14. November, startete die Ausgabe. „Die Chance auf eine Reservierung nutzen seinerzeit innerhalb der ersten 48 Stunden gut 1.500 Bürger.

Am ersten Ausgabetag gingen 120 WIT-Schilder durch die Prägemaschinen, 102 davon ersetzten ein EN-Kennzeichen“, erinnert sich Sabine Völker, Leiterin des Straßenverkehrsamtes. Wie die Premierenwechsler waren auch alle weiteren bereit, rund 90 Euro für den Tausch von EN zu WIT und die damit verbundenen Gebühren und Materialkosten zu zahlen.

WIT ist vor allem in Witten gefragt

Heute ist WIT neben EN längst wieder Kennzeichen-Ausgabe-Alltag in den Zulassungsstellen des Ennepe-Ruhr-Kreises in Schwelm und Witten. Aus den 2012 noch zu findenden 65 Fahrzeugen mit dem WIT Kürzel sind Schild für Schild 27.521 geworden. Zum Vergleich: 214.645 Fahrzeuge tragen ein EN. „Schwerpunkt für WIT ist mit 26.044 Kennzeichen erwartungsgemäß Witten. Dort sind  inzwischen 4 von 10 Fahrzeugen mit diesem Kürzel unterwegs. Im Kreis fahren dagegen 9 von 10 mit EN “, verrät Völker.

Grundsätzlich kann jeder Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis zwischen EN und WIT wählen. Gut zu wissen: Während hinter EN Platz für sechs weitere Zeichen bleibt, sind es bei WIT nur fünf, bei WIT Saison- oder Oldtimerkennzeichen sogar nur vier.

Seit einigen Jahren ist ein Wohnsitzwechsel übrigens kein KO-Kriterium mehr für EN oder WIT. Wer außerhalb der Kreisgrenzen zu Hause ist, kann das alte Kennzeichen so lange behalten, bis sein Fahrzeug ab- oder umgemeldet wird.

Stichwort HAT Kennzeichen

In der Einladung für die Sitzung des Kreistages am 24. September 2012 fand sich auch der Tagesordnungspunkt HAT Kennzeichen. Auf Antrag der Stadt Hattingen sollte darüber diskutiert werden, ob neben EN und WIT auch HAT möglich werden sollte. Grundlage dafür war eine seinerzeit vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung ins Auge gefasste Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung.

In der Sitzung des Kreistages wurde der Punkt dann aber auf Vorschlag des damaligen Landrates Dr. Arnim Brux wegen fehlender Erfolgsaussichten von der Tagesordnung genommen. Argument: Der Bundesrat hatte wenige Tage zuvor entschieden, zwar der Weg für so genannte Altkennzeichen wie WIT freizumachen. Gleichzeitig sprach sich die Länderkammer aber gegen die Pläne der Bundesregierung aus, bisher nicht vergebene Kennzeichenkürzel wie HAT möglich zu machen. Argument: Eine solche Regelung führe zu einer unübersichtlichen Vielzahl neuer zusätzlicher Kennzeichen.