Inklusion am Arbeitsmarkt: „Pilotprojekt in Hagen und im EN-Kreis“ (InkHagEN)

Projekt InkHagEN: Die Projektteilnehmenden mit den Projektverantwortlichen von Jobcenter EN, Agentur für Arbeit und FAW beim Pressegespräch. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Projekt InkHagEN: Valerie Turbot (FAW) stellt das Unternehmen FAW vor. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Ralf Kapschack, MdB (SPD): "Wer arbeitet, sieht einen Sinn im Leben." Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

v.l.: Ralf Kapschack, MdB (SPD) und Heiner Dürwald, Fachbereichsleiter Jobcenter EN während des Pressegesprächs bei der FAW in Witten. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Ralf Kapschack, MdB (SPD) und Marcus Weichert (Mitte), Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, im Gespräch. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Heiner Dürwald, Fachbereichsleiter Jobcenter EN, beim letzten Schliff seiner Rede. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Marcus Weichert (Mitte), Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen (re) im Gespräch mit einem Medienvertreter. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

v.l.: Heiner Dürwald, Fachbereichsleiter Jobcenter EN im Gespräch mit Ralf Kapschack, MdB (SPD). Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

v.l.: Sabine Schoen, Fachkoordination für Inklusion, Rehabilitation und Schwerbehinderte, Jobcenter EN, mit Projektteilnehmerin Gabriele Ostholt während des Interviews mit Michael Vaupel, WAZ. Foto: © Vassiliki Stadimos, Jobcenter EN

Mit dem gemeinsamen Projekt „InkHagEN“ treibt das Jobcenter EN in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Hagen, dem Jobcenter Hagen und der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (FAW) eine inklusive Arbeitswelt in der Region weiter voran. An zwei Standorten, in Hagen und in Witten, steht mit InkHagEN die Beratung von Menschen mit Behinderungen und die Vermittlung in Betriebe sowie der Aufbau eines nachhaltigen Arbeitgebernetzwerkes im Vordergrund. Das gemeinsame Ziel ist es, die Potentiale von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Behinderungen und die Bedürfnisse von Arbeitgebern effektiv zu kombinieren, um damit neue Chancen für arbeitslose Menschen mit Behinderungen zu schaffen und sie nachhaltig in der Arbeitswelt einzugliedern.

Projektinitiative informiert Öffentlichkeit über das Inklusionsprojekt

Zur Projekteröffnung des Standorts Hagen und um das Projekt in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, gab es eine gemeinsame Pressekonferenz am Standort Witten bei der Fa. FAW gGmbH. Die FAW, die Agentur für Arbeit Hagen und das Jobcenter EN präsentierten Medienvertretern des EN-Kreises ihre Integrationsinitiative und boten gleichzeitig die Gelegenheit, sechs aktuell am Projekt teilnehmende Langzeitarbeitslose mit Behinderungen in einer Gesprächsrunde vor Ort kennenzulernen, die alle eins gemeinsam haben: Trotz ihrer Kompetenzen und ihrer hohen Motivation müssen sie als schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber wesentlich mehr Hürden überwinden, um sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. Und das, obwohl die Wirtschaft in der Region aktuell gut dasteht. Genau hier setzt auch das Netzwerk der Akteure an, es will behinderten Langzeitarbeitslosen neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen.

Von bundesweit 50 Mio. EUR fließt eine Mio. nach Hagen und in den EN-Kreis

Derzeit sind im EN-Kreis fast tausend Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, vier Prozent mehr als 2015. Allein in Witten sind es 400. „Am Wittener Projektstandort nehmen aktuell 18 Menschen teil. Vier von ihnen konnte die FAW erfreulicherweise schon in Festanstellungen vermitteln, fünf befinden sich in beruflichen Erprobungsphasen“, sagt Sabine Schoen, Fachkoordinatorin für Inklusion, Rehabilitation und Schwerbehinderte beim Jobcenter EN. „Bei der FAW in Witten kümmern sich seit April zwei Jobcoaches um die 18 freiwillig Teilnehmenden im Alter von Anfang 20 bis Ende 50. Sie beraten die Teilnehmenden individuell, helfen ihnen dabei, Bewerbungen zu schreiben, simulieren Vorstellungsgespräche und das bis zu einem Jahr pro Teilnehmendem. Für das den Zeitraum von drei Jahren stehen bundesweit 50 Mio. Euro zur Verfügung. Die Jobcenter EN und Hagen, die Agentur für Arbeit Hagen und die FAW haben seinerzeit mit ihrem gemeinsamen Konzept InkHagEN beim Förderprogramm-Wettbewerb des Bundes zur Eingliederung Schwerbehinderter ins Arbeitsleben teilgenommen und konnten überzeugen, sodass eine Million hierher fließen konnte“, freut sich Schoen. Die Zuweisung Schwerbehinderter in das Inklusionsprojekt ist freiwillig und erfolgt über die Sachbearbeiter/-innen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters.

Inklusionsprojekt steht auf „zwei Säulen“

Das Inklusionsprojekt steht auf „zwei Säulen“, wie Frau Claudia König, FAW-Projektleiterin von InkHagEN, erklärt: „Zum einen unterstützen unsere Jobcoaches Menschen zurück in den Beruf und zum anderen kümmern sich unsere Netzwerkspezialisten um den Aufbau eines Expertennetzwerks für Arbeitgeber. Nach drei Jahren sollen regionale Arbeitgeber, die bei der Inklusion mitmachen wollen, nachhaltig mit Bewerbungen von behinderten Menschen umgehen können. Denn es gibt in der Region Nachholbedarf, bei Unternehmern und Personalchefs müssen noch Vorurteile abgebaut werden.“ So versteht Valerie Turbot, Mitglied der Geschäftsführung und Regionalbereichsleiterin NRW der FAW, ihr Unternehmen als Brückenbauer zu Wirtschaft und Arbeitgeber, mit dem Ziel die Wirtschaft für Menschen mit Behinderungen zu öffnen: „Denn eine Behinderung sagt nichts aus darüber, ob ein Mensch arbeiten kann. Wir wollen die Autonomie eines Menschen auf der Suche nach Arbeit stärken, ihm oder ihr Wahlmöglichkeiten bieten, sozusagen ambulant und wohnortnah. Wir sehen unsere Aufgabe deshalb auch in der Vernetzung. Wir wünschen uns für das Projekt eine gute Zusammenarbeit aller Akteure, für die Projektteilnehmenden wünschen wir uns, dass sie eine Arbeit bekommen, die ihren Fähigkeiten entspricht und dass sie selbstbestimmt sind.“

„Wer arbeiten darf, sieht einen Sinn im Leben.“

„Wer arbeiten darf, sieht einen Sinn im Leben“, mit diesen Worten beginnt MdB Ralf Kapschack, Bundestagsabgeordneter der SPD, sein Statement als Gastredner der Gesprächsrunde in Witten Annen. MdB Kapschak sieht außerdem genau wie Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, vor allem in der Technik berufliche Chancen für Menschen mit Behinderungen. „Die Arbeitswelt 4.0 bietet noch mehr Chancen, Menschen mit Behinderungen in der Berufswelt zu integrieren“, so Weicherts Fazit. Heiner Dürwald, Fachbereichsleiter des Jobcenters EN schließt die Redebeiträge der Initiatoren des Inklusionsprojekts mit den Worten: „Wir vom Jobcenter EN erkennen, dass sehr häufig gesundheitliche Gründe daran schuld sind, dass Menschen arbeitslos sind. Oft ist es schwierig für sie, sich auf etwas Neues einzulassen. Mit unserem Inklusionsprojekt entsteht etwas, was Chancen eröffnet.“ Und abschließend an die Projektteilnehmenden gerichtet, sagt Dürwald: „Unsere Hilfestellung soll bei Ihnen liebe Projektteilnehmenden ankommen.“

Jobcenter EN und FAW sucht Unternehmen, die mitmachen

Damit das Pilotprojekt für die Teilnehmenden am Ende erfolgreich wird, werden von den Projektpartnern Unternehmen gesucht, die mitmachen wollen. Interessierte Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können sich entweder bei der FAW-Außenstelle im Annener Gewerbegebiet unter der Rufnummer 2051920-11 melden oder sie nehmen Kontakt zum Arbeitgeberservice des Jobcenters EN auf.

Sabine Schade
(Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeberservice,
Bereich Inklusion, Rehabilitanden und Schwerbehinderte)

Fon: 0 23 36 4448 1 54
Fax: 0 23 36 931 3954
Email: s.schade@en-kreis.de

Arbeitgeberservice, Nordstr. 21 , 58332 Schwelm

Mehr zum Thema Inklusion am Arbeitsmarkt erfahren Interessierte hier auf folgender Seite des Jobcenter-Internetauftritts:

http://www.enkreis.de/arbeitberuf/fuer-arbeitgeber/inklusion-am-arbeitsmarkt.html