Kommunales Integrationszentrum

Flucht und Zuwanderung

Seit 2014 ist bundesweit die Zahl aufzunehmender Flüchtlinge aufgrund weltweiter Kriegs- und Krisenherde kontinuierlich gestiegen. Nach einem erheblichen Zuwachs im Jahr 2015 sind die Zahlen seit Beginn des Jahres 2016 rückläufig. Die Flüchtlinge werden gemäß dem Königsteiner Schlüssel (Steuereinnahmen 2/3 und Bevölkerungszahl 1/3) auf die Bundesländer und hier nach einer festen Quote (Einwohnerzahl 90 %, Flächengröße 10 %) weiter auf die Kommunen verteilt.

Um eine schnelle Integration von Flüchtlingen zu gewährleisten, wurden in der jüngsten Vergangenheit auf Bundes- und Landesebene eine Reihe von Neuregelungen und Gesetzesänderungen verabschiedet. Ziel ist es, dass alle, die eine gute Bleibeperspektive haben (Menschen aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Eritrea), künftig schneller als bisher an Integrationsangeboten in Bereichen Ausbildung, Arbeit und Beschäftigung sowie Sprachkursen teilhaben können.

Unser Grundlagenpapier zum Thema "Flucht und Zuwanderung" haben wir für Sie hier eingestellt:

Stand: 21.02.2017
Stand: 01.09.2016
Stand: 06.06.2016
Stand: 19.05.2016

Darüber hinaus haben wir nachfolgend die wichtigsten Informationen zum Thema "Flucht und Zuwanderung im Ennepe-Ruhr-Kreis" zusammengefasst.


Inhalt

  • Aktuelle Zahlen
  • Schule, Sprach- und Bildungsförderung
  • Gesundheit
  • Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit
  • Das neue Integrationsgesetz
  • Links & Apps

Aktuelle Zahlen

Aufgrund weltweiter Kriegs- und Krisenherde ist die Zahl aufzunehmender Geflüchteter seit 2014 bundesweit kontinuierlich gestiegen. Nach einem erheblichen Zuwachs im Jahr 2015 sind die Flüchtlingszahlen seit Beginn des Jahres 2016 rückläufig.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis leben zum 31. Dezember 2016 5.150 Geflüchtete. Diese Zahl beinhaltet nicht die bereits anerkannten Asylberechtigten.

Die Unterbringung der Geflüchteten und Asylsuchenden in den Kommunen des EN-Kreises erfolgt in städtischen Gemeinschaftsunterkünften, in von der Stadt und in privat angemieteten Wohnungen sowie in eigenen Wohnungen. In Hattingen und Witten wurden große Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet.

Schule, Sprach- und Bildungsförderung

Angebote für Erwachsene – Sprache und Gesellschaftskunde

Im Kreisgebiet gibt es ein umfangreiches Angebot an Kursen für Erwachsene. Die acht Kursanbieter der BAMF-Integrationskurse sind gut vernetzt und stimmen ihre Angebote regelmäßig ab.

Wir haben eine Datenbank eingerichtet (www.vielfalt-en.de), um eine bessere Transparenz zu den bestehenden Angeboten herzustellen.

Zum Angebotsspektrum gehören

  • Integrationskurse des BAMF
  • Berufsbezogene Sprachkurse aus dem ESF-BAMF-Programm
  • Basissprachkurse zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – Agentur für Arbeit
  • Sprachkurse für Geflüchtete ab 16 Jahren (NRW)
  • Sprachkurse für studierfähige Geflüchtete
  • Zusätzliche Angebote der Volkshochschulen
  • Angebote der Wohlfahrtspflege und in privater Trägerschaft


Schulische Integration von Kindern und Jugendlichen

Die schulische Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen stellt für die Schulen und Schulträger eine große integrationspolitische und pädagogische Aufgabe dar. Deshalb haben wir, das Kommunale Integrationszentrum, ein Konzept zur „schulischen Integration von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern (SE)“ entwickelt, das im April 2015 vom Kreistag beschlossen wurde.

Wir führen Beratungsgespräche durch und sorgen gemeinsam mit der Schulaufsicht dafür, dass SE so rasch wie möglich einen Platz in einer Schule erhalten. Zwischen März 2015 und Dezember 2016 haben wir rund 1.610 Beratungen durchgeführt und die entsprechenden Schulempfehlungen ausgesprochen.

Mit Stand vom 31. Dezember 2016 befinden sich noch 67 Kinder und Jugendliche im Vermittlungsprozess. Nach entsprechender Meldung durch die Kommunen werden Termine innerhalb von zwei bis drei Tagen vergeben; Terminvorlauf derzeit ca. zwei Wochen. Nähere Informationen zur Seiteneinsteiger-Beratung, zu Internationalen Förderklassen und zum Arbeitskreis Seiteneinsteiger erhalten Sie hier.

Parallel zum Beratungsverfahren gibt es Angebote der Wohlfahrtsverbände und der Freiwilligen in Unterkünften und in Schulen: Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung, Begleitung zum KI und zur Schulanmeldung.

Gesundheit

Gesundheitsvorsorge in den Städten – Gesundheitskarte

Das Land NRW und verschiedene Krankenkassen haben eine Rahmenvereinbarung zur Nutzung der Möglichkeit einer Abwicklung der gesundheitlichen Versorgung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern über die Krankenkassen unter Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte abgeschlossen. Die Entscheidung über die Einführung der Gesundheitskarte liegt bei den kreisangehörigen Städten.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis sieht die Situation wie folgt aus: In den Städten Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Sprockhövel und Wetter wurde die Gesundheitskarte eingeführt. Die Städte Schwelm, Breckerfeld, Ennepetal und Witten haben sich gegen die Einführung der Gesundheitskarte ausgesprochen. Hier gilt auch weiterhin das oben beschriebene Verfahren, dass der ärztliche Dienst zur Beurteilung der Notwendigkeit bestimmter Heilbehandlungen etc. eingeschaltet wird.

Seiteneinsteigeruntersuchung

Jede Seiteneinsteigerin und jeder Seiteneinsteiger muss sich einer schulärztlichen Untersuchung unterziehen. Der Untersuchungstermin findet in den meisten Fällen mit Unterstützung eines Sprachmittlers statt. Die beauftragende Schule erhält danach ein schulärztliches Gutachten.

Das Gesundheitsamt zwischen Januar 2015 und Dezember 2016 insgesamt 1.260 Seiteneinsteigeruntersuchungen durchgeführt.

Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit

Das neue Integrationsgesetz beinhaltet auch für den Bereich Ausbildung und Beschäftigung Neuerungen.

Die wichtigsten Regelungen kurz zusammengefasst:

  • Anerkannte Asylbewerberinnen und Asylbewerber bekommen eine Arbeitserlaubnis und haben damit weitestgehend freien Zugang zum Arbeitsmarkt.
  • Vorrangprüfung wird ausgesetzt: Damit Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive (Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Somalia) leichter eine Arbeit aufnehmen können, wird die Vorrangprüfung (in 133 von insgesamt 156 Agenturbezirken der Bundesagentur für Arbeit – auch in Agenturbezirk-Hagen) für drei Jahre ausgesetzt.
  • Auszubildende erhalten eine Duldung für die Gesamtdauer der Ausbildung und ein Aufenthaltsrecht für weitere zwei Jahre für eine anschließende Beschäftigung.
  • Die Ausbildungsförderung wird für junge Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive und an-dere Schutzsuchende geöffnet.
  • Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM): Als ein weiteres Instrument zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten sollen jährlich bundesweit 100.000 Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber während des Asylverfahrens eingerichtet werden. Ziel sei eine "niedrigschwellige Heranführung an den deutschen Arbeitsmarkt", heißt es in dem Eckpunktepapier.


Das Jobcenter des EN-Kreises hält in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit eine Vielzahl von Maßnahmen bereit. Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Das neue Integrationsgesetz

Das Integrationsgesetz des Bundes wurde im Mai vom Bundestag beschlossen und ist am 6. August 2016 in Kraft getreten. Es ist kein eigenständiges Gesetz sondern ändert und ergänzt vorhandene Gesetze. Die davon betroffenen Personengruppen sind Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer.

Nähere Informationen stehen Ihnen auf der Internetseite www.deutschland-kann-das.de zur Verfügung.

Den gesamten Gesetzestext finden Sie hier.

Links & Apps

Welcome to North Rhine-Westphalia

WDRforyou

Young refugees

Wie kann ich helfen? Informationsportal über Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Deutschland

Deutsch als Fremdsprache für Integrationen - Online deutsch lernen

ankommen.nrw

Mission: Possible Integration - Broschüre der Bezirksregierung Arnsberg

 

Hilfebroschüre "Ankommen in Nordrhein-Westfalen - Erste Schritte zur Orientierung in unserem Land"

Das MAIS hat eine neue Broschüre veröffentlicht, die Geflüchteten bei der Orientierung vor Ort helfen soll. Die praxisorientierte Broschüre enthält in verständlicher Sprache Informationen über wichtige Anlaufstellen für die erste Zeit und gibt Auskunft darüber, wo sich Flüchtlinge beraten und begleiten lassen können.

Die Broschüre finden Sie hier.

Ankommen - App für Flüchtlinge in fünf Sprachen

Die neue App ist ein Projekt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, des Goethe-Instituts und der Bundesagentur für Arbeit. Die App "Ankommen" hat das Ziel, die Geflüchteten in den ersten Wochen zu begleiten und biete neben einem interaktiven Sprachkurs auch umfangreiche Informationen über Deutschland, das Asylverfahren und Wege in Ausbildung und Arbeit.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Hotline Arbeit und Leben in Deutschland

Diese Hotline ist erreichbar unter Tel. 030/18 15-1111 und bietet die Möglichkeit, individuelle und tiefergehende Fragen zu stellen und ist damit die zentrale Informationshotline für Geflüchtete. Die Hotline wird in Kooperation vom BAMF und der BA umgesetzt.

Integration von Flüchtlingen über Praktika

von BDA und KOFA: Auf der Homepage wird ein Überblick über die für Unternehmen relevanten Infos rund um das Thema „Integration von Flüchtlingen in KMU“, wie rechtliche Rahmenbedingungen, Beispiele aus der Praxis und wichtige Daten und Fakten geboten

Multimediaprojekt der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle hat ein Online-Portal für Geflüchtete eingerichtet. Das Multimedia-Angebot wendet sich an Neuzuwanderer und gibt Informationen über die ersten Schritte in der Bundesrepublik. Themen sind unter anderem Asylanträge, Behördengänge, Arztbesuche und Arbeitsmarktchancen.

Die Seiten sind u.a. in deutsch, englisch und arabisch abrufbar. Auch wird ein kostenloser Online-Deutschkurs angeboten. Hier gelangen Sie zum Portal.

Anerkennung in Deutschland

Die Anerkennung von mitgebrachten beruflichen Qualifikationen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt spielt eine wichtige Rolle. Dazu hat "Anerkennung in Deutschland" relevante Informationen und Serviceangebote zusammengestellt.

Das Bildungsinstitut für Berufsbildung (BIBB) bietet dazu ein mehrsprachiges Informationsportal, das alle wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses beantwortet. Dieses finden Sie hier.

Deutsch lernen

Hier lernen die Geflüchteten die ersten deutschen Wörter spielerisch mit Bildern, Audios und Beispielsätzen.

Immer und überall lernen

Neue Wörter lernen und andere zu Multiplayer-Spielen herausfordern, das ermöglicht „Die Stadt der Wörter“. Diese App ist kostenlos über den Google Playstore und den Applestore erhältlich.

Arbeitshilfe „Junge Geflüchtete - Übersicht über zentrale Angebote zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“

Eine erfolgreiche berufliche Qualifizierung und die Integration in den Arbeitsmarkt sind für die Eingliederung von jungen Geflüchteten in Deutschland von grundlegender Bedeutung. Die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) in Bottrop hat in Zusammenarbeit mit den Partnern des Ausbildungskonsenses NRW diese Arbeitshilfe erarbeitet. Sie soll interessierten Fachleuten eine schnelle Übersicht über zentrale Förderinstrumente des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes und der Bundesagentur für Arbeit für die Zielgruppe „Junge Geflüchtete“ verschaffen. Die Übersicht steht ausschließlich in der PDF-Version zur Verfügung und wird regelmäßig aktualisiert.

Weiterhin bietet der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. eine kostenfreie Ratgeberseite "Bewerbungstipps für Flüchtlinge" an, die Informationen zu Voraussetzungen, Bewerbungsschreiben und -trainings, Arbeitsverträgen, staatlichen Fördermöglichkeiten, uvm. bietet.

Weitere Links finden Sie hier.


Ihre Ansprechperson


Frau Lale Arslanbenzer

L.Arslanbenzer@
en-kreis.de
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