Porträt

Zwischen schwarzem Gold und weißer Pracht

Mehr als 320.000 Einwohner, 408 Quadratkilometer Fläche, mit Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke Schwelm, Sprockhövel, Wetter und Witten neun kreisangehörige Städte - dies sind drei nüchterne Zahlen über den Ennepe-Ruhr-Kreis. Ebenfalls bemerkenswert: Gerade einmal 20 Minuten benötigen Besucher aus den umliegenden, unmittelbar angrenzenden Großstädten Bochum, Dortmund, Essen, Hagen und Wuppertal, um über das dichte Autobahnnetz in den Ennepe-Ruhr-Kreis zu gelangen.

Wissenswert sind auch folgende Fakten: Im Wittener Muttental wurde der Sage nach mit der ersten Kohle die Grundlage für die Industrialisierung des Ruhrgebiets entdeckt. In Herdecke entstand 1930 mit dem Koepchen-Werk das weltweit erste Pumpspeicherwerk. In Wetter verfasste Henriette Davidis 1844 das erste Kochbuch. Die Kluterthöhle in Ennepetal gehört mit sechs Kilometern erforschter Gänge zu den größten Naturhöhlen Deutschlands. Als Asthma-Naturheilstätte ist sie das längste Behandlungszimmer des Landes. Matthilda Franziska Anneke war es, die 1848 in Sprockhövel die erste „Frauen-Zeitung“ herausgegeben hat.

Der Kölner Erzbischof Engelbert wurde 1225 in Gevelsberg erschlagen. Eine Felsquelle lieferte seit 1830 und bis vor wenigen Jahren in Schwelm Brauwasser für traditionsreiches und erstklassiges Bier aus der Region. Bis 2007 verfügte die Kreisstadt zudem mit der Firma Ibach über die älteste Pianofortemanufaktur der Welt. Herdecke, Wetter und Hattingen haben malerische Altstädte zu bieten. Hattingen zusätzlich den nördlichsten Freiluftskilift des Ruhrgebietes. Schneesicherer ist allerdings der Wengeberg in Breckerfeld. Mit 442 Metern ist er die höchste Erhebung im Kreisgebiet und markiert den Punkt, wo sich Sauerland, Bergisches Land und Ruhrgebiet begegnen. Und durch den Kreis fließt mit der Ruhr der sauberste Industriefluss Europas.

Rein äußerlich überzeugt der Ennepe-Ruhr-Kreis Bewohner und Besucher mit seiner Landschaft. Blau und Grün sind vorherrschend. Das Blau liefern die Flüsse, die durch den Kreis fließen. Die wichtigsten standen 1929 bei der Wahl des Namens Pate: die Ennepe im Süden und die Ruhr im Norden. Blau sind auch die zahlreichen Seen. Im Norden der Kemnader Stausee, der Harkort- und Hengsteysee; im Süden die Heilenbecker Talsperre, die Ennepetalsperre, die Glörtalsperre und die Hasper Talsperre. Grün ins Spiel bringen die ausgedehnten Wälder - immerhin ein Drittel der Gesamtfläche des Kreises - sowie die Täler, Auen und - im höher gelegenen Süden - die breiten Hochflächen. Fast 70 Prozent der Fläche stehen für Freizeit und Erholung sowie der Land- und Forstwirtschaft zur Verfügung.

Diese landschaftlichen Reize, die Nähe zu Ruhrgebiet und Sauerland sowie die guten Verkehrsanbindungen machen den Ennepe-Ruhr-Kreis zu einem bevorzugten Wohnstandort und zum Ziel für viele Erholungssuchende.

Das kulturelle Leben ist durch die Vielfalt der Angebote in den Städten und durch die hier aktiven Gruppen, Vereine und Verbände geprägt. Sie alle tragen zur Belebung der Kultur an Ennepe und Ruhr bei, pflegen eine Vielzahl von traditionellen Veranstaltungen, die Besucher weit über die Kreisgrenzen hinaus begeistern. Zu den besonderen Einrichtungen im Kreis zählen die Standorte des Westfälischen Industriemuseums in Hattingen und Witten. das Märkische Museum in Witten, das Haus Martfeld in Schwelm, das Hattinger Stadtmuseum sowie die Heimatmuseen in den Städten.