Kleinkläranlagen

Wasserwirtschaft - Abwasserbeseitigung Kleinkläranlagen

Private Abwasserreinigung häuslicher Schmutzwässer

Was ist Abwasser und wohin damit?

Abwasser ist das durch Gebrauch veränderte Trinkwasser. Sobald das Trinkwasser den Wasserhahn verlässt, handelt es sich schon um Abwasser.
Zwar nicht besonders stark verschmutzt, aber dennoch Abwasser. Die hauptsächlichen Schmutzwässer fallen beim Duschen / Waschen, Spülen, Wäschewaschen und vor allem beim Toilettengang an.

Was passiert hier mit dem Abwasser, wenn es das WC verlässt?

In der Stadt ist es so geregelt, dass jedes Haus an einem öffentlichen Kanal angeschlossen ist, d.h., in jeder Straße verläuft ein großes Abwasserrohr, welches unsere Abwässer aufnimmt und bis zu einer großen, kommunalen Kläranlage weiterleitet. Etwas anders sieht es bei den Häusern auf dem Lande aus. Hier gibt es keinen Kanal in der Erde, welcher das Abwasser zu einer Kläranlage abtransportiert.Die Leute im sogenannten „Außenbereich“ müssen sich selbst eine Kläranlage anschaffen, welche das Abwasser reinigt.
Diese Kläranlagen nennt man Kleinkläranlagen, weil diese für maximal 50 Personen ausgelegt sind.
Diese Anlagen bestehen in der Regel aus einem großen Beton-, oder mittlerweile auch aus einem Kunststoffbottich, welcher im Garten in der Erde eingebaut ist. Die runden Betonbehälter haben einen Durchmesser von ca. 2,0 m - 2,50 m und sind ca. 1,5 m - 2,50 m hoch. Hier passen so ca. 3.000 – 12.000 Liter Abwasser hinein. Die Kunststoffbehälter sind in der Regel rechteckig aufgebaut und haben ähnliche Volumengrößen.
Die Behälter sind durch Trennwände in zwei oder drei Kammern unterteilt, so dass hier schon durch eine einfache Beruhigung des Abwassers eine Reinigung erfolgt.
Das gesamte Abwasser aus dem Haus (Toilette, Waschbecken, Spüle, etc.), wird über eine selbst errichtete Rohrleitung vom Haus bis zur Kleinkläranlage geleitet, wo es in die erste Kammer gelangt. Hier soll sich das Wasser beruhigen und die Dickstoffe und das Papier sollen sich absetzen.

(Bitte auf die Benutzung von Feuchttücher weitestgehend verzichten, da diese die technischen Anlagenteile verstopfen und auch die Schlamm- / Bakterienbildung negativ beeinträchtigen können.)

Das „klare“ Wasser gelangt in die zweite Kammer, die sogenannte biologische Reinigungsstufe, und wird hier, genauso wie in einer großen, kommunalen Kläranlage, mit Luft versorgt und durch Bakterien gereinigt, die auch hier die Schmutzstoffe im Abwasser auffressen. Anschließend gelangt das Wasser in die dritte Kammer, die sogenannte Nachklärung. Diese dient dazu, dass die abgestorbenen Bakterien sich am Boden absetzen und somit nicht über das Ablaufrohr die Kläranlage verlassen können. Lediglich das gereinigte Abwasser wird nun aus der Kleinkläranlage hinaus geführt und in einen Bach eingeleitet. Sollte kein Bach in der Nähe sein, so kann das Wasser im Garten auch unterirdisch versickert und so dem Grundwasser zugeführt werden. Somit steht auch dieses Wasser dem natürlichen Wasserhaushalt wieder zur Verfügung.

Das Prinzip einer Kleinkläranlage

Eine Kleinkläranlage besteht in der Regel aus drei Stufen.

  1. Vorklärung
  2. Biologische Reinigungsstufe
  3. Nachklärung


Die Vorklärung - mechanische Abwasserbehandlung

Die mechanische Klärung des Abwassers erfolgt normalerweise in der ersten Kammer der Kläranlage.
In dieser Behandlungsstufe werden die Grobstoffe zurückgehalten.

Mechanische Klärung bedeutet also, dass die Feststoffe wegen ihres Gewichtes einfach auf den Boden der Kammer absacken. Hierdurch entsteht in der ersten Kammer der sogenannte Fäkalschlamm. Dieser wird mindestens einmal jährlich, oder nach Bedarf, durch die jeweilige Gemeinde abgefahren.


Die Biologische Abwasserbehandlung

In dieser Reinigungsstufe werden die organischen Inhaltsstoffe (Fäkalien, Essenreste, Schmutzstoffe aus der Wäsche, etc.) durch spezialisierte Bakterien abgebaut bzw. in andere Bestandteile zerlegt.

Die Bakterien fressen die Inhaltsstoffe des Abwassers sozusagen auf und verarbeiten diese zu ungiftigem Kohlendioxid ( CO2 ) und weitergehend zu elementarem Stickstoff ( N2 ), welche als Gase an die Umgebung abgegeben werden.

Damit die Bakterien ihre Arbeit allerdings verrichten können, brauchen sie zusätzlich zum Nahrungsangebot auch ausreichend Sauerstoff, welchen sie über die Umgebungsluft aufnehmen, oder welcher über Pumpen und Kompressoranlagen technisch ins Abwasser eingebracht wird.
Hierzu gibt es verschiedenste Verfahrensmöglichkeiten ( Kläranlagentypen ), welche weiter unten angesprochen und erläutert werden.


Die Nachklärung

Die Nachklärung des Abwassers ist ein wesentlicher Bestandteil der Abwasserreinigung, da hier die abgestorbenen Bakterien und Teile der im Wasser gelösten Feststoffe als abgesetzter Schlamm aufgefangen und in die Vorklärung zurückgefördert werden.
Dieses ist von großer Bedeutung, denn wenn die abgestorbenen Mikroorganismen aus der Kläranlage heraus und z.B. in ein Fließgewässer gelangen würden, wäre auch hier für den Abbau dieser „toten Biomasse“ Sauerstoff nötig, welcher direkt aus diesem Bach oder Fluss herausgezehrt werden würde.
Dieses würde wiederum eine Belastung des Gewässers darstellen.


Beispiele für typische Kleinkläranlagen-Systeme

  1. Tropfkörperkläranlage
  2. SBR-Kläranlage
  3. Belüftete Festbettkläranlage
  4. Wirbel-/Schwebebettkläranlage
  5. Membran-/Mikrofiltrationskläranlage
  6. Pflanzenkläranlage
  7. CBR-Kläranlage


Abgesehen von den Pflanzenkläranlagen handelt es sich bei allen anderen Anlagen um technische Klärvorrichtungen, welche „Computerchip“ gesteuert und mit Pumpen oder Kompressoren / Verdichter betrieben werden.

Für den Betrieb dieser technischen Anlagen wird immer Strom benötigt.


Erste Schritte und Vorgehensweisen vor dem Einbau und der Inbetriebnahme
einer Kleinkläranlage

Jede Einleitung von Abwasser in das Grundwasser oder in ein Fließgewässer, auch von gereinigtem Abwasser aus einer Kläranlage, stellt eine Gewässerbenutzung dar, welche vom Gesetz her einer wasserrechtlichen Erlaubnis durch die zuständige Behörde bedarf.
Hierfür muss ein prüf- und genehmigungsfähiger Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis zum Betrieb einer Kleinkläranlage bei der Unteren Wasserbehörde gestellt werden.

Schritt 1:
Kontaktaufnahme zu mehreren Fachunternehmen, welche sich mit dem Einbau von Kleinkläranlagen beschäftigen, Vor-Ort-Termine festmachen und Kostenvoranschläge vorlegen lassen. (Adressenlisten sind dem Internet zu entnehmen, oder können alternativ über die zuständigen Sachbearbeiter bei der Unteren Wasserbehörde bezogen werden.)

Schritt 2:
Vergleichen der Kostenangebote, unter Einbeziehung eventueller Tiefbauarbeiten, Wartungs- und Betriebskosten, etc.
Bitte beachten Sie, dass in einigen Fällen auch die Erstellung eines Bodengutachtens erforderlich sein kann.

Schritt 3:
Ausfüllen des Antragsformulars und Beifügung der im Formular aufgeführten Planunterlagen, welche Sie in der Regel von Ihrem Fachunternehmen erhalten.

Schritt 4:
Einreichen des Antrages in 3-facher Ausfertigung bei der Unteren Wasserbehörde.
Bitte beachten, dass der Antrag über die jeweilige Gemeindeverwaltung zur Unteren Wasserbehörde geschickt werden muss.

Schritt 5:
Erst nach Erhalt der wasserrechtlichen Erlaubnis kann mit dem Bau der geplanten Kläranlage begonnen werden.

Schritt 6:
Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Kläranlage ist die Untere Wasserbehörde unverzüglich zu benachrichtigen, da anschließend eine Schlussabnahme erforderlich ist.

Frau Claudia Kamrath

C.Kamrath@
en-kreis.de
02336 932629 Wasserwirtschaft und Immissionsschutz Adresse | Öffnungszeiten | Details

Herr Carsten Arndt

C.Arndt@
en-kreis.de
02336 932342 Wasserwirtschaft und Immissionsschutz Adresse | Öffnungszeiten | Details

Frau Bärbel Thomas

B.Thomas@
en-kreis.de
02336 932630 Wasserwirtschaft und Immissionsschutz Adresse | Öffnungszeiten | Details