Recyclingmaterial

Wasserwirtschaft - Grundwasserschutz Recyclingmaterial

Aufgrund der hohen Siedlungsdichte und der besonderen Industriestruktur fallen große Mengen an Altbaustoffen (Recycling-Baustoffe) und industriellen Nebenprodukten an, die nach entsprechender Aufbereitung wirtschaftlich sinnvoll im Erd- und Straßenbau wiederverwertet werden können.

Die Aufbereitung erfolgt in der Regel in güteüberwachten Anlagen, in denen eine weitestgehend gleichbleibende Qualität durch regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachungen sichergestellt wird.

Bei den Recycling-Baustoffen wird, bezogen auf ihre Zusammensetzung und Inhaltsstoffe, nach ihren wasserwirtschaftlichen Merkmalen zwischen einer besseren Qualität (RCL I-Material) und einer schlechteren Qualität (RCL II-Material) unterschieden.

Die Unterschiede bei den industriellen Nebenprodukten ergeben sich aus den jeweiligen Herkunftsbereichen (Gießereirestsande, Elektroofenschlacke, Schmelzkammergranulat usw.).

Sowohl Recycling-Baustoffe als auch industrielle Nebenprodukte enthalten mineralische (wasserlösliche) Stoffe, die in Grund- und Oberflächenwasser sowie in den Boden eindringen und dadurch beim Einbau deren Beschaffenheit negativ beeinträchtigen können.

Um eine Verunreinigung von Wasser und Boden zu verhindern, wurden vom Gesetzgeber Einbaukriterien für die verschiedenen Materialien festgelegt. Außerdem ist grundsätzlich vor Einbau dieser Materialien eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der unteren Wasserbehörde einzuholen.

Es besteht auch die Möglichkeit, Abbruchmaterialien nach entsprechender Aufbereitung im Rahmen einer neuen Baumaßnahme vor Ort wieder einzubauen. In diesem Fall ist die Eignung des Materials durch eine aussagefähige Analytik nachzuweisen. Über die Zulässigkeit des Einbaus wird auch dabei in einem wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren entschieden.

Der Einbau von Recycling-Material ist jedoch überwiegend auf sogenannte technische Bauwerke beschränkt. Dazu zählen:

  • Straßen, Schienenverkehrsflächen, Wege und Stellplatzflächen,
  • der Ober- und Unterbau von Industrie- und Gewerbeflächen,
  • die Verfüllung von Baugruben und
  • zu einem Bauwerk gehörige Erdbaumaßnahmen wie Lärm- und Sichtschutzwälle.

Dabei ist zu beachten, dass nur die in direktem Zusammenhang mit dem Bauwerk erforderliche Trag- und Frostschutzschicht dem sogenannten technischen Bauwerk zuzurechnen ist (Mächtigkeit etwa 0,5 m bis 1 m). Geländeaufschüttungen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem technischen Bauwerk stehen, gelten daher als bodenähnliche Anwendungen und fallen unter die Regelungen entsprechender bodenschutzrechtlichen Erlasse. Mehrere Meter mächtige Aufschüttungen aus Recycling-Material zur Geländeangleichung oder Geländenivellierung sind daher i. d. R. nicht zulässig.

Beim Einbau von Recycling-Materialien in Wasserschutzgebieten ist folgendes zusätzlich zu beachten:

  • In den Schutzzonen I und II ist ein Einbau dieser Materialien grundsätzlich nicht zulässig.
  • Ein Einbau in der Schutzzone III ist in Abhängigkeit von dem Material, der geplanten Verwendung und der Vorgaben der entsprechenden Wasserschutzgebietsverordnung möglich.

Es wird daher empfohlen, bei geplanten Einbaumaßnahmen in Wasserschutzgebieten vor Antragstellung Kontakt mit dem zuständigen Sachbearbeiter der unteren Wasserbehörde aufzunehmen.

Die für den Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis erforderlichen Unterlagen sowie der Ansprechpartner für das Erlaubnisverfahren sind im Antragsvordruck aufgeführt.

Herr Michael Basta

M.Basta@
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