Salmonellen bei Hühnern

Tierseuchenbekämpfung - Salmonellen bei Hühnern

Salmonellenbekämpfung in Legehennenbetrieben

Die EU-Kommission hat entschieden, Infektionen bei Tieren, die zu Erkrankungen beim Menschen führen können, zu bekämpfen. Den Anfang macht die Kommission mit der Salmonellenbekämpfung bei Hühnern, danach folgt die Bekämpfung bei Hähnchen, Puten, Mast- und Zuchtschweinen.
Die Bekämpfung bei Geflügel konzentriert sich zunächst auf zwei Salmonellenstämme:

1.) Salmonella enteritidis (SE) und
2.) Salmonella typhimurium (ST).

Den Bekämpfungsvorgaben unterliegen Zucht- und Aufzuchtbestände mit mehr als 250 Tieren sowie Legehennenbestände mit mehr als 1.000 Hennen. Mit dem 01.02.2008 begann für diese Legehennenbestände eine fortlaufende Untersuchungspflicht, nach der alle 15 Wochen Sockentupfer oder Kot- und Staubproben auf Salmonella enteritidis und typhimurium untersucht werden müssen.
Seit dem 01.01.2009 dürfen diese Bestände bei positivem Salmonellenbefund Konsumeier nicht mehr in den Verkehr bringen.

Nach einer EU-weiten Monitoringuntersuchung beträgt der Infektionsgrad bei den beiden Salmonellenstämmen im Bundesdurchschnitt rd. 25 %. Für Niedersachsen ist ein Infektionsgrad von 30 % durchaus realistisch. D. h., wenn nichts passiert, wird 2009 jeder dritte Legehennenbetrieb in Niedersachsen in seiner Existenz gefährdet sein. Hinzu kommt, dass Mitgliedsstaaten mit einem Infektionsgrad von mindestens 20 % bis 39 % diesen jährlich um 30 % entsprechend der EU-Vorgaben senken müssen.

Problematisch vor dem Hintergrund von Salmonelleninfektionen sind vor allem Kot-, Futter- und Eierbänder, die verschiedene Ställe oder Stallanlagen miteinander verbinden, aber auch die gemeinsame Haltung mehrerer Altersgruppen bei Hühnern. Beide Verfahrensweisen lassen sich nicht kurzfristig ändern. Aus diesem Grund hat das Land NRW den Legehennenhaltern schon im Jahr 2007 die Möglichkeit eingeräumt sich an dem Untersuchungs- und Hygieneprogramm (UHP) anzuschließen. Die Kernpunkte dieses Programms sind vor allem verbesserte Hygienemasßnahmen:

 

Verbesserung des Hygienemanagement in jedem Betrieb

Hygieneprogramm

Es sind die allgemein bekannten Hygienemaßnahmen nach dem Leitfaden „Salmonellenbekämpfung bei Legehennen“ des ZDG durchzuführen und insbesondere:

  • Untersuchungen auf S.E. und S.T. in Zucht- und Aufzuchtbetrieben sind unverzüglich und in Legehennenbetrieben spätestens ab dem 01.02.2008 durchzuführen.
  • Zu jeder Charge angelieferten Futtermittels müssen Untersuchungsergebnisse auf Salmonellen vorliegen. Zu diesem Zweck können Untersuchungsergebnisse der im Futtermittelbetrieb vorgeschriebenen Untersuchung im Rahmen des betriebseigenen HACCP-Konzeptes nach FuttermittelhygieneVO Verwendung finden.
  • Feuchte Reinigung und Desinfektion der Ställe bzw. Haltungseinrichtungen nach jedem Durchgang bzw. vor jeder Neueinstallung. Überprüfung der Wirksamkeit der Desinfektionsmaßnahmen mittels Abklatsch- und Tupferproben auf Salmonellen, Dokumentation der Reinigung und Desinfektion mittels Stallkarte, Untersuchungsergebnis und Reinigungsplan.
  • Überprüfung der Reinigung und Desinfektion vor Benutzung von Transportfahrzeugen und entsprechende Dokumentation.
  • Betriebsfremde Personen dürfen nur in entsprechender Schutzkleidung und nur dann Zugang zu den Ställen und Haltungseinrichtungen erhalten, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Über das Betreten durch betriebsfremde Personen ist Buch zu führen (Besucherbuch).
  • Jeder Betrieb/jede Betriebsabteilung muss eine Hygieneschleuse ausweisen, an Stalleingängen/-ausgängen müssen Desinfektionsmatten vorhanden sein.
  • Verwendung von stallspezifischer Schutzkleidung für jeden Betrieb/jede Betriebsabteilung, mindestens für jeden Stall stallspezifische Stiefel für die betreuenden Personen.
  • Regelmäßige Durchführung von Schadnager-/Ungeziefer- und Parasitenbekämpfungsmaßnahmen. Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen, wobei die Durchführung als auch die Überprüfung zu dokumentieren ist.

 

 

Herr Dr. Peter Richter

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