Alle Jahre wieder: Kreis hält Kosten für Abfälle stabil

Aus dem Biomüll der Haushalte im Ennepe-Ruhr-Kreis wird seit 2013 Strom - die Vergärungsanlage verarbeitet 25.000 Tonnen pro Jahr, wird von der AHE betrieben und steht in Witten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Aus dem Biomüll der Haushalte im Ennepe-Ruhr-Kreis wird seit 2013 Strom - die Vergärungsanlage verarbeitet 25.000 Tonnen pro Jahr, wird von der AHE betrieben und steht in Witten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Alle Jahre wieder: Wie immer in den Dezember Sitzungen der letzten zwei Jahrzehnte konnte die Kreisverwaltung den Mitgliedern des Kreistages auch 2021 nahezu unveränderte Müllgebühren für die kommenden zwölf Monate vorschlagen. Folglich wenig überraschend: Die entsprechende Vorlage wurde einstimmig verabschiedet.

Damit kalkuliert der Ennepe-Ruhr-Kreis 2022 mit folgenden Zahlen: Pro 1.000 Kilo Rest- und Sperrmüll müssen die Städte dem Kreis 170 Euro überweisen, für Biomüll 120 Euro und für Bauschutt 65 Euro. Alle Beträge sind im Vergleich zu 2021 unverändert. Pro Tonne Altpapier zahlt der Kreis den Städten zudem weiterhin 20 Euro. Dies ist Geld, das an die Bürger zurückfließt.

Kreis und Städte je zur Hälfe für Gebührenhöhe verantwortlich

Die vom Kreistag beschlossenen Beträge sind allerdings nur gut zur Hälfte für das verantwortlich, was die Bürger jährlich an Müllgebühren zahlen. Mit ihnen werden die Kosten für das Entsorgen und Verwerten des Abfalls sowie notwendige Transporte von den Umlade- zu den Entsorgungsanlagen gedeckt. Die andere Hälfte der Gebühren wird für das Einsammeln in den Städten fällig. Hierfür sowie für die Gebührenbescheide, die in den Briefkästen der Haushalte landen, sind die Städte verantwortlich.

Bürger, die Abfälle zu den Umlageanlagen in Gevelsberg und Witten bringen, profitieren ebenfalls von unveränderten Gebühren. Die Tarife für private Anlieferungen mit dem PKW lauten weiterhin 20 Euro für Rest- und Sperrmüll sowie für Bau- und Abbruchabfälle und 7,50 Euro für Biomüll. Altreifen kosten pro Stück 7 Euro. Für Garten- und Parkabfälle steht weiterhin ein Rabattsystem zur Verfügung. 25 Euro erlauben fünfmaliges Anliefern.

Insgesamt rechnet der Kreis 2022 mit rund 84.300 Tonnen Hausmüll, davon 47.100 Tonnen Restmüll, 12.900 Tonnen Sperrmüll und 24.310 Tonnen Biomüll. Dazu kommen aus den privaten Haushalten weitere 17.000 Tonnen Altpapier und rund 430 Tonnen so genannter Problemabfälle.

Stichwort Entsorgungswege im Ennepe-Ruhr-Kreis

Seit 2005 übernimmt der EKOCity Abfallwirtschaftsverband für den Ennepe-Ruhr-Kreis die thermische Behandlung, die mechanische Aufbereitung sowie das Vorbehandeln und Beseitigen von Abfällen. EKOCity gehört seit Jahren zu den günstigsten Entsorgern in Nordrhein-Westfalen. 2022 werden 140,32 Euro (bisher 135,85) pro Tonne Rest- und Sperrmüll fällig.

Für den Biomüll gilt seit Anfang 2013: Dieser wird in einer Anlage in Witten-Bebbelsdorf zu Biogas vergoren. Zwei Blockheizkraftwerke wandeln das Gas in Strom für 2.500 Haushalte und Wärme um. Quasi nebenbei werden 4.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.