Alles bio, alles regional?

UW/H-Studenten beim Gemüseanbau

UW/H-Studenten beim Gemüseanbau

Barbara Herr (Initiativlabor UW/H), Benjamin Greulich, Jan-Peter Nonnenkamp und Frank Tolsdorf im Gewächshaus./Fotos: Universität Witten/Herdecke

Barbara Herr (Initiativlabor UW/H), Benjamin Greulich, Jan-Peter Nonnenkamp und Frank Tolsdorf im Gewächshaus./Fotos: Universität Witten/Herdecke

Urban Farming liegt im Trend, denn: Gärtnern in der Stadt fördert nicht nur die grüne Lunge. Konsumenten lernen ebenfalls, Lebensmittel wertzuschätzen und sich nachhaltig zu ernähren. Wie Hochschulen Urban Farming für die Gemeinschaftsverpflegung nutzen können, erarbeitet die Universität Witten/Herdecke derzeit praxisnah in Kooperation mit der Entwicklungsgesellschaft für ganzheitliche Bildung Annener Berg.

Damit will die UW/H künftig auf selbst angebautes biologisches Essen setzen. Weitere Ziele der Erzeugerpartnerschaft sind ein modellhaftes Konzept für neue Bündnisse in der urbanen Landwirtschaft sowie ein Leitbild für eine nachhaltige Ernährung an der UW/H.

Als gutes Beispiel vorangehen

„Als Universität mit einer sehr großen Fakultät für Gesundheit hat gesundes Essen für uns natürlich eine hohe Priorität. Aus diesem Grundgedanken heraus entstand die Idee, das Essen in unserer Cafeteria auf nachhaltige und regionale Produktion umzustellen", macht Uni-Kanzler Jan Peter Nonnenkamp deutlich.

Die Universität wolle aber nicht nur bioregional einkaufen, sondern mit gutem Beispiel vorangehen und selbst gesunde Nahrungsmittel produzieren. Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen - für die Umwelt, aber auch für die Gesundheit unserer Universitätsangehörigen.

Am Menschen orientierte, ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft

Der erste Meilenstein für eine „Nahrhafte Universität“ ist bereits gesetzt. Seit dem Sommersemester steht Landwirtschaft an der UW/H im Studium fundamentale (Stufu) auf dem Lehrplan. Im Gärtnerkurs können Studierende Agrarkultur praktisch erlernen und sich so an der Herstellung ihres eigenen Essens beteiligen.

„Gemeinsam mit der UW/H fördern wir eine am Menschen orientierte Landwirtschaft, die ökologisch-nachhaltig Ressourcen bewahrt und aufbaut. Mit dem bioregionalen Anbau wollen wir Problemen wie ungesunder Ernährung, zu hohem Fleischkonsum am Arbeitsplatz sowie unkontrollierter Wertschöpfung und unökologischer Logistik der Lebensmittel entgegenwirken“, macht Benjamin Greulich deutlich. Er ist Mitglied des Vorstandes und Koordinator bei der Wittener Entwicklungsgesellschaft für ganzheitliche Bildung Annener Berg.

Immer wieder freitags: Das Gemüsenetz

Das Projekt zeigt erste Erfolge: Um frisches Gemüse auf dem Acker am Vöckenberg in Witten ernten zu können, nehmen jeden Donnerstag zwölf Studierende Schaufel und Harken in die Hand.
Der Acker wird von der Wittener Entwicklungsgesellschaft für nachhaltige Bildung Annener Berg und ihrem Partner, dem Demeter Gärtnerhof Witten/Annen, mitbetreut. Aktuell sucht die UW/H nach einem Erntefeld in der Nähe des Campus, um es künftig als „Bildungsacker“ zu nutzen.

Die Ernte kommt Studenten und Mitarbeitern zugute. Seit April haben sie die Möglichkeit, jede Woche ohne Abonnement ein Gemüsenetz mit frisch geernteten Zutaten zu bestellen und immer freitags in der Cafeteria abzuholen.

Lernküche steht auf dem Zettel

Auch in der Gemeinschaftsverpflegung der Uni Witten/Herdecke soll bioregionales Gemüse künftig eine bedeutende Rolle spielen. Bereits jetzt bietet die vom Hochschulwerk betriebene Cafeteria Menüs mit Zutaten aus bioregionalem Anbau an.

„Die Uni wächst immer weiter und damit auch die Cafeteria. Diese Transformation wollen wir als Hochschulwerk ernährungsbewusst mitgestalten. Perspektivisch denken wir auch darüber nach, eine multifunktionale Lernküche zu installieren“, skizziert Dr. Frank Tolsdorf, kaufmännischer Vorstand des Hochschulwerks, weitere Pläne.

Leitbild für nachhaltige Ernährung

Neben dem Bildungsacker und Gemüsenetz erarbeitet die UW/H zusammen mit der Entwicklungsgesellschaft derzeit weitere neue, modellhafte Wirtschaftsformen, um eine umwelt- und gesundheitsfördernde Ernährung an der Uni Witten/Herdecke zu etablieren.

Koordiniert vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) entwickelt die Uni außerdem ein Leitbild, das dazu animieren soll, nachhaltiger zu essen. Dies soll mit einem entsprechenden Konzept ebenfalls in der Lehre verankert werden.

Quelle: Presseinformation der Universität Witten/Herdecke