Ausgezeichnet: Edda Eckhardt engagiert sich für Krebskranke

Edda Eckhardt mit Landrat Olaf Schade und Ehemann Michael./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Edda Eckhardt mit Landrat Olaf Schade und Ehemann Michael./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Ihre Stadt scheint ein gutes Pflaster für bürgerschaftliches Engagement zu sein. Nach Volker Rauleff und Stefan Voigt sind Sie schon die dritte Ennepetalerin, die diese Auszeichnung im Zeitraum der letzten 18 Monate erhält.“ Mit diesen Worten hat Landrat Olaf Schade das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die 69-jährige überreicht.

Die Einschätzung gewinnt noch an Gewicht, wenn man berücksichtigt: Pro Jahr bedankt sich die Bundesrepublik bei rund fünf ehrenamtlich Engagierten aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis auf diese einzigartige Weise. „Für mich ist jeder einzelne Termin ein besonderer Termin. Schließlich ist damit jedes Mal die Chance verbunden, außergewöhnliche Menschen und ihre erstaunlichen Lebensgeschichten kennenzulernen“, so Schade.

Eckhardts Engangement verhinderte Vereinsauflösung

Eckhardts Lebensgeschichte ist seit 20 Jahren mit dem Henri-Thaler-Verein verbunden. Sein Ziel ist es, krebskranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie deren Familien finanziell und organisatorisch zu helfen, ihnen Trost und Rückhalt zu bieten.

„Als Edda Eckhardt sich der Herausforderung des Vereinsvorsitzes stellte, hat sie damit dessen Auflösung verhindert. Obwohl es für sie ein Sprung ins kalte Wasser war, war sie sofort mit Leib und Seele bei der Sache. Längst ist der Verein ein großes Stück ihres Lebens“, berichtete der Landrat in seiner Laudatio.

Krebs, diese Diagnose stellt von einer auf die andere Sekunde das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf. Sind Kinder und Jugendliche betroffen, stellt sich für ihre Eltern zeitgleich die Frage, wie sie ihrem Nachwuchs während der Behandlung die Nähe bieten können, die nötig ist. Oftmals heißt das: Ein Elternteil muss den Beruf aufgeben, damit verbundene finanzielle Folgen inklusive.

Jahresetat von bis zu 80.000 Euro

„Hier hilft der Henri-Thaler-Verein, hier profieren die Betroffenen auch vom Einsatz von Edda Eckhardt. Denn: Ihre Arbeit beginnt fast immer dort, wo Medizin und Sozialstaat an Grenzen stoßen“, so Schade.

Darauf können in der Region Jahr für Jahr bis zu 40 Familien zählen. Die finanzielle Grundlage liefern die Beiträge von gut 200 Mitgliedern, Spenden sowie Basare und andere Aktionen wie zuletzt bei der „Tour der Hoffnung“. 60.000 bis 80.000 Euro hat der Verein auf diese Weise zur Verfügung.

„Natürlich ist das der ´Lohn´ für alle, die sich für diese Sache engagieren. Aber Edda Eckhardt ist es, der es immer wieder gelingt, Menschen zu aktivieren und zu motivieren. Als Vorsitzende hält sie den Verein zusammen“, machte der Landrat deutlich. Dazu komme: Eckhardts Engagement habe erheblich zum hervorragenden Ruf des Vereins beigetragen. Die Menschen vertrauten ihr und wüssten, dass das Geld dort ankomme, wo es gebraucht werde.

Mut, Optimismus und Glaube

Ebenso hoch zu bewerten ist das Betreuen der betroffenen Kinder und Eltern. Eine Aufgabe, die Eckhardt fast im Alleingang bewältigt. Sie besucht die jungen Patienten, führt Gespräche mit Ärzten, Sozialbetreuern und Pflegekräften.

„Persönliche Stärke, Mut, Optimismus und ihr Glaube machen es Ihnen möglich, die Konfrontation mit Schicksalsschlägen und sehr viel Trauer meistern zu können“, sagte Schade an Eckhardt gewandt. Zudem gelte die Ennepetalerin bei Weggefährten als freundlich, bodenständig und warmherzig, als eine Frau, die Aufgaben mit Leidenschaft übernehme, bescheiden sei und Rücksicht nehme.

Stichwort Henri-Thaler-Verein

1983 wurde beim damals 19-jährigen Ennepetaler Henri Thaler Leukämie diagnostiziert. Um ihm zu helfen, spendeten Bürger mehr als 60.000 Euro. Sie wollten ihm die nötige medizinische Versorgung möglich machen. Leider vergeblich, Thaler starb 1985. Auf seinen Wunsch wurde der Rest der Spendengelder - 37.500 Euro - der Essener Uniklinik für krebskranke Kinder zur Verfügung gestellt.

Die Ennepetaler berührte das Schicksal Thalers noch lange nach seinem Tod. Am 30. Mai 1989 wurde daher der Henri-Thaler-Verein gegründet. Erste Vorsitzende war Helga Thaler, die Mutter Henris. Ihr folgte 1999 Edda Eckhardt.