Barrieren abgebaut, Freundschaften geschlossen

Bienvenue France! Landrat Olaf Schade begrüßte gemeinsam mit Vertretern der AWO Gevelsberg, der Stadt Gevelsberg und den Organisatoren, im Kreishaus eine Delegation aus Vendôme./Foto: André Sicks

Einen ganz besonderen Auftritt gab es bei der feierlichen Einweihung des Gastgeschenkes auf dem Rathausvorplatz. Gemeinsam mit allen anwesenden stimmte man das Lied „Bruder Jacob“ an und trug sich im Anschluss daran in das Goldene Buch der Stadt Gevelsberg ein./Foto: André Sicks

Am Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen von liebgewonnenen Freunden. Doch schon sehr bald will man sich auf französischem Boden wiedersehen./Foto: André Sicks

Inklusion beginnt in den Köpfen und in den Herzen der Menschen. Der Schlüssel dazu liegt in persönlichen Begegnungen. „Im Mai fand der offizielle Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Heute wollen wir gemeinsam hier auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Denn: Alle Menschen sollen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Dafür setzen wir uns ein.“ Mit diesen Worten empfing Landrat Olaf Schade gemeinsam mit Annette Steudtner, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Gevelsberg, eine 14-köpfige Delegation aus Frankreich im Schwelmer Kreishaus.

Die Aktion zum Europäischen Protesttag fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 45-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum zwischen Gevelsberg und Vendôme statt. Im Vordergrund des bunten, vielfältigen und informativen Programms standen Kennenlernen und Austausch.

Vor-Ort-Termine lieferten Einblicke

Patricia Riesner, Inklusionsbeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises, und Daniela Alze, Seniorenbeauftragte der Stadt Gevelsberg, berichteten darüber, wie die UN Behindertenrechtskonvention im Kreis sowie auf kommunaler Ebene umgesetzt wird. Vorgestellt wurde den Gästen mit INWERK die Austausch- und Beratungsstelle für Lehrkräfte im Ennepe-Ruhr-Kreis. Jutta Sudek präsentierte die vielfältigen Wohnangebote der AWO.

Ebenfalls auf dem Programm: Ortstermine im Gevelberger Drevermann Stift und der AWO Frühförderstelle in Asbeck, des inklusiven CAP-Marktes in Wetter sowie der Agentur Barrierefrei in Wetter. „Die Informations- und Beratungsangebote dieser Agentur tragen dazu bei, die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen zu verbessern“, so das eindeutige Besuchsfazit der Teilnehmer.

Bericht über Engagement in Frankreich

„Wir kümmern uns um das Wohlergehen aller Menschen. Alle unsere Projekte basieren auf einem partizipativen Ansatz“ machte Loïc Tytga, Direktor des Vereins „L'Association pour personnes handicapées du Perche“ in seinem Beitrag deutlich. Tytga berichtete über die Einrichtungen und Dienstleistungen seiner 1981 gegründeten Organisation. „Wir wollen gemeinsame Werte teilen, die klar zum Ausdruck bringen, dass es keinerlei Barrieren zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen gibt“.

Für beste Stimmung in der Gruppe sorgten die Besuche der Festveranstaltungen am Ennepebogen sowie ihr Auftritt als deutsch-französischer Chor, der bei der feierlichen Einweihung des blumigen Gastgeschenkes auf dem Rathausvorplatz mehrsprachig das Lied „Bruder Jacob“ anstimmte. Selbstverständlich ließen es sich Bürgermeister Claus Jacobi und sein Vendômer Amtskollege Pascal Brindeau bei diesen Gelegenheiten nicht nehmen, die Delegation persönlich zu begrüßen.

Weitere Besuche vereinbart

Die acht Teilnehmer der französischen Delegation, die im AWO Wohnhaus in Silschede untergebracht waren, zeigten sich begeistert von Engagement und Herzlichkeit der Mitarbeiter, Bewohner und des Wohnhausbeirates sowie der Begleitung durch ehrenamtliche Mitglieder des AWO-Ortsvereins Gevelsberg.

„Unsere Bewohner, die an der Gestaltung des dreitägigen Programms beteiligt waren, und wir als gastgebende Familie, waren schon ein wenig aufgeregt, was diese Tage betrifft“, verriet Jutta Sudek, Leitung „Wohnen in Vielfalt“. Doch diese Nervosität sei binnen kürzester Zeit verflogen, alle lagen auf einer Wellenlänge. Kein Wunder also, wenn nicht nur Telefonnummern ausgetauscht, sondern auch gegenseitige Besuche vereinbart wurden.

Bis es soweit ist, behalten die Gäste aus Frankreich ihre Freunde aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis auch dank der Abschiedsgeschenke in bester Erinnerung. Diese waren von den Gästen des Vicus-Treffs gestaltet worden. „Au revoir, chers amis - à bientôt“.