Behördenalltag nach wie vor alles andere als alltäglich

Sabine Völker informiert Landrat Olaf Schade und Fachbereichsleiter Michael Schäfer an Tag 1 der Aufnahme der regulären Öffnung über den Stand der Dinge.

Sabine Völker informiert Landrat Olaf Schade und Fachbereichsleiter Michael Schäfer an Tag 1 der Aufnahme der regulären Öffnung über den Stand der Dinge.

Am Eingang des Straßenverkehrsamtes kontrolliert der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, ob der Kunde vorab den zwingend notwendigen Termin vereinbart hat.

Am Eingang des Straßenverkehrsamtes kontrolliert der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, ob der Kunde vorab den zwingend notwendigen Termin vereinbart hat.

Abstand und Plexiglas schützen Mitarbeiter und Kunden sowohl an der Information als auch am Schalter, wo ihre Anliegen bearbeitet werden.

Abstand und Plexiglas schützen Mitarbeiter und Kunden sowohl an der Information als auch am Schalter, wo ihre Anliegen bearbeitet werden.

Auch beim möglicherweise notwendigen Warten heißt die Regel: Abstand halten./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Auch beim möglicherweise notwendigen Warten heißt die Regel: Abstand halten./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2, eVB Nummer, Personalausweis“, routiniert und wie immer fragt eine Mitarbeiterin am Info-Schalter des Straßenverkehrsamtes in Schwelm ab, ob die Kunden alle benötigten Unterlagen dabei haben. Ist dies der Fall, steht dem An-, Um-, oder Abmelden eines Fahrzeugs nichts im Weg. Fehlt etwas, ist der Behördengang bereits wieder beendet, bevor er richtig begonnen hat. Ein Stück Normalität im Behördenalltag, der in Corona Zeiten alles andere als alltäglich ist.

Am 19. März hatte die Kreisverwaltung coronabedingt alle ihre Dienststellen für den Publikumsverkehr geschlossen, das Schwelmer Straßenverkehrsamt, die Führerscheinstelle sowie die Zulassungsstelle in Witten inklusive. Neben dem Jobcenter EN sind das die Bereiche, in denen die meisten Kunden zu betreuen sind.

Desinfektionsspender, Flatterband und Plexiglas hielten Einzug

„Beschäftigungslos waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber nicht. Zulassungsdienste haben wir wie gewohnt betreut und für Bürger mit dringenden, unaufschiebbaren Angelegenheiten gab es einen Notdienst“, berichtet Sabine Völker, Leiterin des Straßenverkehrsamtes.

Mit coronafreien Dienstzeiten war die Menge der Arbeitsaufträge aber natürlich nicht vergleichbar. Für April 2019 stehen beispielsweise rund 6.100 Privatkunden in der Statistik die die Zulassungsstellen aufgesucht haben. Dazu kommen 1.300 Bürger, die etwas mit der Führerscheinstelle zu klären hatten, sowie 1.200 Vorgänge, die im Auftrag von Zulassungsdiensten zu erledigen waren. „Von diesen Werten waren wir in den letzten fünf Wochen weit entfernt“, so Völker.

Um niemanden zu gefährden, hatten Desinfektionsspender, Flatterband und Plexiglas schon zu Beginn des Notdienstes Einzug in die Dienstgebäude an der Hattinger Straße in Schwelm und der Wittener Straße in Witten gehalten. Mit Wiederbeginn der Terminvergabe wurde technisch und organisatorisch nochmals nachgerüstet.

Landrat macht sich ein Vor-Ort-Bild

„Dazu gehören Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, die schon vor Betreten des Gebäudes die zwingend notwendige Terminvereinbarung kontrollieren und auch ein Auge darauf haben, ob Kunden Erkältungssymptome aufweisen. Dazu gehören aber auch viele Hinweise auf den einzuhaltenden Abstand und ausreichend Desinfektionsmittel für Plexiglasscheiben und Arbeitsplätze“, nennt Landrat Olaf Schade Beispiele. An Tag 1 des wieder regulären Betriebs des Straßenverkehrsamtes machte er sich in Schwelm selbst ein Bild von den Abläufen.

Um Erfahrungen sammeln zu können, wie sich diese veränderten Rahmenbedingungen auf die Abläufe auswirken, vergeben die Zulassungsstellen zunächst nur jeweils 12 Termine pro Stunde an Privatkunden. Eigentlich üblich sind 25 bis 30. Buchbar sind die Termine momentan maximal zwei Tage im Voraus.

Achtsam bleiben

„Natürlich“, so Völker, „ist die Nachfrage hoch und die freigeschalteten Termine sind sehr schnell vergeben. Wer einen Termin hat, sollte daher unbedingt darauf achten, alle notwendigen Unterlagen dazu zu haben.“

Ihr Amt ist das erste, das die Kreisverwaltung wieder für den regulären Publikumsbesuch öffnet. „Für andere Bereiche laufen Vorüberlegungen und Planungen, noch ist aber nichts terminiert“, so Schade. Angesichts der Wiedereröffnung von Schulen und Geschäften sowie der parallel laufenden Debatte über noch weitergehende Lockerungen warnt der Landrat aber vor zu großer Eile. „Wir haben die Virusgefahren rechtzeitig erkannt und bis heute gut darauf reagiert. Wir müssen aber nach wie vor aufpassen, eine mögliche zweite Infektionswelle zu verhindern.“

Stichwort Terminvereinbarung

Bis auf weiteres sind Besuche des Straßenverkehrsamtes und der Führerscheinstelle sowie der Zulassungsstelle in Witten nur mit Termin möglich

Wer ein Fahrzeug an-, um- oder abmelden möchte, kann einen Termin hier online buchen.

Alternativ können Termine auch telefonisch vereinbart werden. Die Rufnummern lauten 02336/4441151 für Schwelm und 02302/20240 für Witten. Erreichbar sind die Ansprechpartner montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr.

Termine für die Führerscheinstelle sind zu gleichen Zeiten unter der Telefonnummer 02336/4441119 buchbar.

Weitere Informationen, auch darüber, welche Unterlagen mitzubringen sind, finden sich hier.