Bilanz 2018: Schwerbehinderung in 12.943 Fällen geprüft

Wer einen Schwerbehindertenausweis beantragen möchte, ist in der Wittener Nebenstelle der Kreisverwaltung an der richtigen Adressse./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Im vergangenen Jahr hat der Ennepe-Ruhr-Kreis in 12.943 Verfahren den Grad der Behinderung von Bürgern ermittelt. Im Vergleich zu 2017 bedeutet dies ein ganz leichtes Plus, für das vorletzte Jahr steht die Zahl von 12.812 in der Statistik.

Ausgangspunkt für die Aktivitäten der Mitarbeiter des Sachgebietes „Hilfen für Menschen mit Behinderungen“ der Kreisverwaltung waren in 2018 3.651 Erstanträge, 5.402 Änderungsanträge, 1.778 Nachprüfungen von Amtswegen, 1.861 Widersprüche und 250 Klageverfahren.

Antrag wird in knapp drei Monaten bearbeitet

Einem Jahresminus von genau einem Antrag bei den Änderungen stehen Zunahmen in allen anderen Bereiche gegenüber. In der Wittener Nebenstelle der Kreisverwaltung gingen 105 mehr Erstanträge, 112 mehr Widersprüche und 18 mehr Klage ein. Zudem wurden 29 mehr Nachprüfungen auf den Weg gebracht.

Zur Bearbeitungsdauer liefert der Kreis folgende Daten. Für Anträge werden knapp drei Monate benötigt. Für Nachprüfungen, die durch das Amt veranlasst werden und die Hinweise liefern sollen, ob sich festgestellte Einschränkungen durch Therapien verbessert haben, ist mit etwa viereinhalb Monaten zu rechnen.

Besonderer Kündigungsschutz und Zusatzurlaub

Einen Schwerbehindertenausweis erhält jeder, bei dem der Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt. Berücksichtigt werden dabei nach bundesweit einheitlichen Kriterien die Beeinträchtigungen, die für das Lebensalter untypisch sind. Für anerkannte Schwerbehinderungen können von Betroffenen so genannte Nachteilsausgleiche geltend gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise der besondere Kündigungsschutz, Zusatzurlaub oder Vergünstigungen bei der Besteuerung des Einkommens.

Bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen können zudem Merkzeichen im Ausweis eingetragen werden. Beispiele hierfür sind „G“ für eine erheblich eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr und „aG“ für außergewöhnliche Gehbehinderung, „BI“ für Blind und „GI“ für Gehörlos.

Bürger, die ihren Schwerbehindertenausweis nutzen möchten, um Parkerleichterungen zu erhalten, wenden sich übrigens grundsätzlich an ihre Stadtverwaltung. Einzige Ausnahme ist Breckerfeld. Hier ist die Kreisverwaltung Ansprechpartner.

Stichwort Sachgebiet „Hilfen für Menschen mit Behinderung"

Die Mitarbeiter haben ihre Büros ist der Nebenstelle der Kreisverwaltung am Schwanenmarkt 5-7 in Witten. Die Öffnungszeiten lauten: montags bis freitags 8 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr. Telefon: 02302/9222 01. Weitere Informationen unter www.en-kreis.de, Stichwort „Schwerbehindertenausweis“.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist seit gut elf Jahren Ansprechpartner für Bürger, die einen Schwerbehindertenausweis erhalten möchten. Die bis Ende 2007 zuständigen Versorgungsämter waren nach einem entsprechenden Beschluss der Landesregierung seinerzeit aufgelöst worden.