Bilanz 2019: Schwerbehinderung in 12.910 Fällen geprüft

Bilanz_2019_Schwerbehinderte

Jakob Rulewski, Daniela Hein und die Auszubildende Ronja Weber kümmern sich in der Wittener Nebenstelle der Kreisverwaltung um die Anträge. Die Bürger werden seit Jahresbeginn von lächelnden Menschen mit Behinderungen empfangen. Die Bilder auf den Fluren sind in Kooperation mit der Evangelischen Stiftung Volmarstein entstanden./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Im vergangenen Jahr hat der Ennepe-Ruhr-Kreis in 12.910 Verfahren den Grad der Behinderung von Bürgern ermittelt. Im Vergleich zu 2018 bedeutet dies ein ganz leichtes Minus, für das vorletzte Jahr steht die Zahl von 12.943 in der Statistik.

Ausgangspunkt für die Aktivitäten der Mitarbeiter des Sachgebietes „Hilfen für Menschen mit Behinderungen“ der Kreisverwaltung waren im letzten Jahr 3.517 Erstanträge, 5.358 Änderungsanträge, 1.923 Nachprüfungen von Amtswegen, 1.835 Widersprüche und 277 Klageverfahren. Zuwächse gab es in den Bereichen Nachprüfungen (plus 145) und Klagen (27), Rückgänge bei den Erstanträgen (minus 134), Änderungsanträgen (44) und Widersprüchen (minus 26).

Anträge werden in drei Monaten bearbeitet

Wenn ein Antrag in der Nebenstelle der Kreisverwaltung am Witten Schwanenmarkt eingeht, werden zunächst Berichte von Ärzten, Krankenhäusern und weiteren Stellen angefordert. Erst wenn diese vorliegen kann eine gutachtliche Stellungnahme eines Arztes eingeholt und über den Antrag entschieden werden.

Zur Bearbeitungsdauer heißt es: Für Anträge werden drei Monate benötigt. Für Nachprüfungen, die durch das Amt veranlasst werden und die Hinweise liefern sollen, ob sich festgestellte Einschränkungen durch Therapien verbessert haben, ist mit etwa vier Monaten zu rechnen.

Wie viele andere Lebensbereiche werden auch die Abläufe rund um den Schwerbehindertenausweis digitaler. Seit November letzten Jahres sind Online-Verfahren für den Antrag, das Hochladen des Lichtbildes sowie Auskünfte zum Verfahrensstand freigeschaltet. Sie sind unter www.sqbix-online.nrw.de zu finden.

Ausweis ab einer Behinderung von 50 Prozent

„Wegen der notwendigen Entbindung von der Schweigepflicht muss der Antrag am Ende des Online-Verfahrens aber noch ausgedruckt und unterschrieben werden“, macht Nadine Volmer, Leiterin des Sachgebietes „Hilfen für Menschen mit Behinderungen“, deutlich.

Einen Schwerbehindertenausweis erhält jeder, bei dem der Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt. Berücksichtigt werden dabei nach bundesweit einheitlichen Kriterien die Beeinträchtigungen, die für das Lebensalter untypisch sind.

Für anerkannte Schwerbehinderungen können von Betroffenen so genannte Nachteilsausgleiche geltend gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise der besondere Kündigungsschutz, Zusatzurlaub oder Vergünstigungen bei der Besteuerung des Einkommens.

Bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen können zudem Merkzeichen im Ausweis eingetragen werden. Beispiele hierfür sind „G“ für eine erheblich eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr und „aG“ für außergewöhnliche Gehbehinderung, „BI“ für Blind und „GI“ für Gehörlos.

Bürger, die ihren Schwerbehindertenausweis nutzen möchten, um Parkerleichterungen zu erhalten, wenden sich übrigens grundsätzlich an ihre Stadtverwaltung. Einzige Ausnahme ist Breckerfeld. Hier ist die Kreisverwaltung Ansprechpartner.

Stichwort Sachgebiet „Hilfen für Menschen mit Behinderungen“

Die Mitarbeiter haben ihre Büros ist der Nebenstelle der Kreisverwaltung am Schwanenmarkt 5-7 in Witten. Die Öffnungszeiten lauten: montags bis freitags 8 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr. Telefon: 02302/9222 01. Weitere Informationen unter www.en-kreis.de, Stichwort „Schwerbehindertenausweis“.