Biomüll ist für die Tonne - Aber bitte für die Richtige

Dirk Glaser, Cornelia Padtberg und Karina Birka warfen Blicke in Hattingens Restmülltonnen.

Diese Aufkleber auf den Restmülltonnen weisen darauf hin: Biomüll gehört in eine andere Tonne./Fotos: Stadt Hattingen

20.000 Tonnen Biomüll landen im Ennepe-Ruhr-Kreis in der Restmülltonne. Trauriger Spitzenreiter mit 56 Prozent Biomüll im Restmüll ist Hattingen. „Das muss sich ändern“, findet Hattingens Abfallberaterin Cornelia Padtberg.

Für ihre Forderung führt sie gute Gründe ins Feld: „Mit richtiger Mülltrennung können Hattinger Gebühren sparen und etwas für das Klima tun. „Schließlich werden aus dem Biomüll, der in der Biotonne landet, im Ennepe-Ruhr-Kreis klimafreundlicher Strom für 2.500 Haushalte und hochwertiger Kompost gewonnen.“

Aufkleber für alle Tonnen

Um die Bürger beim richtigen Einwurf in die Tonne zu unterstützen, setzen Padtberg und Bürgermeister Dirk Glaser gemeinsam mit Elisabeth Henne und Karina Birka vom Ennepe-Ruhr-Kreis auf Kontrollen und Aufkleber mit der Aufschrift „Kein Biomüll in die Restmülltonne“.

„Schon in der ersten Straße, in der wir die Tonneninhalte unter die Lupe genommen haben, hatten wir eine Trefferquote von 100 Prozent. In allen Restmülltonnen war Biomüll zu finden“, berichtet Padtberg. Gleichzeitig macht sie deutlich: „Die Aufkleber kommen aber auf alle Tonnen, egal ob Biomüll im Restmüll zu finden ist oder nicht. Wir wollen nicht stigmatisieren, sondern auf das Thema aufmerksam machen.“

Potential zum Sparen nutzen - Geld nicht in die Tonne werfen

Eine bürgerfreundliche Vorgehensweise, denn grundsätzlich wäre es auch möglich, Fehlwürfe und damit die Verunreinigung des Restmülls durch Biomüll mit Bußgeldern zu ahnden. „Geregelt ist das in der aktuellen Abfallsatzung des Ennepe-Ruhr-Kreises. Die Strafen würden mindestens bei 100 Euro liegen. Da ist es billiger, richtig zu entsorgen“, macht Henne deutlich.

Potential zum Sparen bietet aber nicht nur das Vermeiden von Bußgeldern. Da die Gebühren für das Entsorgen von Restmüll höher als die Gebühren für den Biomüll sind, können die Bürger auch durch das richtige Sortieren ihr Portemonnaie schonen. „Wer sein Verhalten umstellt, richtig trennt und seine Restmülltonne entlastet, benötigt nur noch eine kleinere, günstigere Tonne“, macht Henne die Rechnung auf.

Seit Jahresbeginn Trend zur richtigen Tonne

Offenbar ist diese Botschaft seit Anfang des Jahres bei vielen Hattingern angekommen. Denn: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Verantwortlichen beim Biomüll ein Plus von 20 Prozent. Mit diesem Mehr von 250 Tonnen sind 12.000 Euro weniger verbunden, die die Stadt an den Kreis für das Entsorgen überweisen musste.

„Das kann sich am Ende natürlich auf die Abfallgehren auswirken, die wir unseren Bürgern in Rechnung stellen müssen“, hofft Glaser auf ein Anhalten des Trends. Das wäre auch Grundlage dafür, dass Bußgelder dauerhaft zu verhindern sind.

Grundlage: Presseinformation der Stadt Hattingen