Bitte einsteigen: Azubis auf Kennen-Lern-Tour an Ennepe und Ruhr

Gruppenbild im Märkischen Museum: 62 Auszubildende waren mit Landrat Olaf Schade an Ennepe und Ruhr unterwegs./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Aufstieg auf den Hochofen an der Henrichshütte in Hattingen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Pünktlich um neun startet der Doppeldeckerbus in Schwelm seine Tour durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. An Bord sitzen 62 Auszubildende aus Kreis- und Stadtverwaltungen. „Egal, wo im Kreis Sie ins Berufsleben starten, Ihre Arbeitsumgebung für die nächsten Jahre will ich Ihnen heute mal etwas genauer vorstellen“, begrüßt Landrat Olaf Schade die Nachwuchskräfte, die in diesem Jahr von der Schulbank an den Schreibtisch gewechselt haben.

Bereits nach wenigen Minuten Fahrt ist die Ennepetaler Kluterthöhle erreicht. „Aussteigen um in eine ganz besondere Unterwelt abzusteigen“ lautet die Anweisung aus dem Mikrofon. Die künftigen Verwaltungsfachangestellten, Fachinformatiker und Vermessungstechniker, Gärtner, Straßenwärter und Kaufleute für Büromanagement wissen hier bereits: Sie besuchen nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Imke Heymann die größte Naturhöhle Deutschlands. In 380 Gängen von fast 5.800 Metern Länge gibt es nicht nur unterirdische Seen und Hallen, mit zahlreichen Fossilien gilt die Höhle gar als versteinertes Korallenriff.

Aus der Unterwelt in die Berge

Gut neunzig Minuten später rollt der Bus Richtung Breckerfeld. Als das Firmengebäude von Dorma Kaba auf der rechten Seite erscheint, informiert Schade die Gruppe: „Diese Produkte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis finden sie weltweit. Achten Sie mal darauf, wenn sich Ihnen das nächste Mal die Tür eines Verwaltungsgebäudes oder eines Flughafens öffnet.“

Parallel zur ebenso unterhaltsamen wie informativen Reiseleitung ergeben sich in den hinteren Reihen erste Kennenlerngespräche, Whatsapp Gruppen werden angelegt „Es ist spannend, die Azubis aus den anderen Städten und dem Kreis kennenzulernen“, sind sich die Teilnehmer einig. Viele von ihnen - egal ob sie im Kreis oder außerhalb wohnen - sehen heute einige Ecken an Ennepe und Ruhr zum ersten Mal. Auch das ist für die Jugendlichen schnell ein Pluspunkt der Tour.

Kletterwald, RuhrtalRadweg, Skilift - Kreis hat viel zu bieten

Ebenfalls positiv: Der Wengeberg wartet mit Weitsicht. Vom mit 442 Metern höchsten Berg des Ruhrgebietes genießen die Teilnehmer eine fantastische Aussicht. Breckerfelds Bürgermeister André Dahlhaus wirbt für ein winterliches Wiedersehen. „Häufig heißt es dann hier oben: Langlauf und Rodel gut. Und drei Kilometer von hier finden Sie im Epscheid sogar einen Lift für alpines Skivergnügen.“

Abwärts geht es anschließend auch mit dem Bus weiter Richtung Wetter/Ruhr. Die Evangelische Stiftung Volmarstein, der Kletterwald am Harkortberg und der Ruhrtalradweg sind Schade ebenso einige Worte wert wie die aus den bewaldeten Hügeln aufragende gleichnamige Burgruine. „Selbst am Rhein ist das Freilichtmuseum des Mittelalters kleiner als bei uns. Wir sind eine der burgenreichsten Regionen“, hebt er hervor.

Wiege der Industrialisierung stand im Ennepe-Ruhr-Kreis

Kilometer später überquert der Bus die Ruhr, hier gehen die Blicke rüber zum Herdecker Koepchenwerk. Zu dem Steilhang des Ardeygebirges, an dem Arthur Koepchen eines der weltweit ersten Pumpspeicherwerke realisierte.

Dem Klimaschutz der Frühzeit folgt im Märkischen Museum die Kultur. Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann begrüßt, informiert und lädt zu einem kleinen Imbiss ein. Anschließend steht noch Industriegeschichte auf dem Fahrplan. Die Jugendlichen erfahren: Egal, ob das schwarze Gold vor Jahrhunderten nun in Witten oder Sprockhövel zuerst gefunden wurde, Fakt ist: Die Wiege der Industrialisierung stand im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Warum gerade dieser Kreis ein Kreis mit besonderer St(r)ahlkraft ist, das wird den Teilnehmern abschließend bei einer spannenden Führung über das Gelände des LWL Industriemuseums Henrichshütte in Hattingen vor Augen geführt. Letzte Eindrücke, bevor die Kennen-Lern-Rund nach sieben Stunden am Schwelmer Kreishaus wieder schließt.