Blauzungenkrankheit: Kreis zum Sperrgebiet erklärt

Für Rinder ist die Blauzungenkrankheit deutlich weniger gefährlich als für Schafe. Da der Kreis jetzt zum Sperrgebiet erklärt wurde, müssen alle Halter von Wiederkäuern Auflagen beachten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Die Blauzungenkrankheit hat sich schneller als erwartet weiter verbreitet. Nachdem jetzt ein Ausbruch bei Wiederkäuern im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach bestätigt wurde, gilt der gesamte Ennepe-Ruhr-Kreis als Sperrgebiet.

„Da wir im Umkreis von 150 Kilometern um den betroffenen Betrieb liegen, sind wir zu dieser Entscheidung verpflichtet“, erläutert Amtstierarzt Dr. Peter Richter.

Mehr als 16.000 Wiederkäuer sind registriert

Für die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen bedeutet das: Sie müssen - falls noch nicht geschehen - ihre Bestände beim Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises melden. Wer bei einem oder mehreren Tieren Anzeichen einer Infektion feststellt, sollte ebenfalls unverzüglich Kontakt mit den Mitarbeitern im Schwelmer Kreishaus aufnehmen.

Wenn Tiere aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in Gebiete transportiert werden sollen, die kein Sperrgebiet sind, ist dies nur unter Auflagen erlaubt. Beachten müssen dies rund 250 Landwirte mit insgesamt 12.000 Rindern sowie gut 600 Betriebe, in denen 4.200 Schafe und Ziegen gehalten werden.

Informationen und Formulare finden sich auf dieser Seite

„Entscheidende Faktoren für einen Transport sind ein belastbarer Impfschutz oder eine vorliegende Blutprobe. Für den Weg zum Schlachthof gilt: Er ist möglich, wenn der Halter für jedes Tier die klinische Unbedenklichkeit garantiert“, erläutert Dr. Richter.

Detailinformationen darüber, unter welchen Bedingungen Wiederkäuer das Gefährdungsgebiet verlassen dürfen, sowie dafür benötigte Formulare finden sich hier.

Wer seine Tiere schützen möchte, dem rät Dr. Richter sie sehr zeitnah für eine vorbeugende Impfung gegen Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit anzumelden. Diese verhindert eine Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ansprechpartner ist der jeweilige Hoftierarzt.

Für Menschen ist Erreger ungefährlich

Die Blauzungenkrankheit gefährdet in erster Linie Schafe, aber auch Ziegen und Rinder sind für das Virus empfänglich. Während die Krankheit bei Schafen tödlich verlaufen kann, stellt sich bei Rindern in der Regel nach einiger Zeit Linderung ein. Klinische Symptome sind Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber, vermehrtes Speicheln, Rötung und Schwellung der Kopfschleimhäute sowie die Schwellung und Blaufärbung der Zunge. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

Ansprechpartner für Rückfragen sind im Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises unter den Telefonnummern 02336/93 2410, 2402, 2635 erreichbar.