Corona: 5.313 Infektionen, weiterer Todesfall, Inzidenz 221,22

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es 5.313 bestätigte Corona-Fälle (Stand Freitag, 18. Dezember), von diesen sind aktuell 1.093 infiziert, 4.126 gelten als genesen. Die Zahl der Infektionen ist innerhalb der letzten 24 Stunden um 134 gestiegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner, liegt im Kreisgebiet auf dem neuen Rekordwert von 221,22 (197,15).

„Diese Entwicklung war leider ebenso erwartbar wie sie besorgniserregend ist. Wir appellieren daher erneut sehr eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger sich in jeder Minute so zu verhalten, wie es Bund und Land mit den Regeln des Lockdowns klar und eindeutig vorgeben. Jeder einzelne ist im Interesse aller gefordert, seinen Beitrag zu wieder sinkenden Infektionszahlen zu liefern“, betont Astrid Hinterthür, Leiterin des Krisenstabes.

Da die Vorgaben der Coronaschutzverordnung des Landes bereits sehr weitreichend sind, hat sich der Krisenstab in seiner heutigen Sitzung trotz des Überspringens der 200er Marke entschieden, keine weiteren Vorgaben für den Ennepe-Ruhr-Kreis zu machen. „Wie Vieles ist auch dies aber nur eine Momentaufnahme“, so Hinterthür.

Eine Momentaufnahme, zu der auch diese Fakten gehören:

In den Krankenhäusern im Kreisgebiet sind derzeit 84 Patienten mit einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung. 16 von ihnen werden intensivmedizinisch betreut, 4 werden beatmet.

94 Verstorbene

Die aktuell 983 Erkrankten wohnen in Breckerfeld (12), Ennepetal (52), Gevelsberg (103), Hattingen (280), Herdecke (64), Schwelm (112), Sprockhövel (123), Wetter (47) und Witten (300).

Die Gesundeten kommen aus Breckerfeld (109), Ennepetal (393), Gevelsberg (509), Hattingen (689), Herdecke (369), Schwelm (379), Sprockhövel (249), Wetter (276) und Witten (1.153).

Für die positiven Fälle sowie für Ansteckungsverdächtige ist häusliche Quarantäne angeordnet. Insgesamt gilt diese Vorgabe für 3.129 (Vortag 3.266) Personen im Kreis.

Vermelden muss die Kreisverwaltung auch einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Verstorben ist ein 80-jähriger Mann aus Gevelsberg. Die Zahl der mit oder an einer Corona-Infektion verstorbenen Menschen ist damit auf 94 gestiegen. Sie kommen aus Breckerfeld (3), Ennepetal (7), Gevelsberg (14), Hattingen (15), Herdecke (29), Schwelm (5), Sprockhövel (7), Wetter (4) und Witten (10).

Angespannte Lage in einigen Pflegeheimen

Die Lage in einigen Pflegeheimen im Ennepe-Ruhr-Kreis bleibt angespannt. Im Hattinger Pflegeheim St. Josef gibt es nach den Ergebnissen der dort wöchentlich durchgeführten Testaktion unter allen Bewohnern und Mitarbeitern derzeit 114 mit Corona Infizierte, 69 Bewohner und 45 Mitarbeiter, einige Befunde stehen zudem noch aus. Dies sind im Vergleich zur Vorwoche 62 mehr (36 Bewohner, 16 Mitarbeiter).

„Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend. Zusammen mit der Heimleitung werden wir weiterhin alles versuchen, das Ausbruchsgeschehen zu verringern. Wie bereits in anderen Fällen ist dies auf Stationen, in denen an Demenzerkrankte leben, aber mit Schwierigkeiten verbunden. Die Bewohner haben einen erheblichen Bewegungsdrang, suchen Körperkontakt und man kann ihnen nicht erklären, warum bestimmte Verhaltensweisen nicht gut sind“, so Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein.

Angehörige mit Bedacht besuchen

Auch für das Wittener Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser muss sie ein Plus bei den von Corona Betroffenen melden. Aus ehemals 15 Bewohnern und 7 Mitarbeitern sind 25 Bewohner und 12 Mitarbeiter geworden. Neben diesen beiden Heimen stehen derzeit auch noch das Hans-Grünewald-Haus in Gevelsberg, die Einrichtung St. Mauritius in Hattingen, das Haus am Quell in Sprockhövel sowie das Seniorenhaus Witten-Stockum im Fokus des Gesundheitsamtes.

„Jeder der insgesamt mehr als 230 Fälle in den aktuell betroffenen Pflegeheimen sollte für Angehörige von Bewohnern anderer Einrichtungen eine eindringliche Warnung sein. Natürlich möchte jeder seine Liebsten besuchen, niemand sollte dabei aber die AHA Regeln vergessen oder mit seinem Verhalten vor oder während eines Besuches Ansteckungen riskieren“, unterstreicht Dr. Klinke-Rehbein. Auch eine freiwillige 10-tägige Vorquarantäne wie sie das Robert-Koch-Institut vorschlägt sei eine Überlegung wert.

Schulferien könnten für ein wenig Entlastung sorgen

Mit Beginn der Weihnachtsferien gab es in den Schulen des Ennepe-Ruhr-Kreises insgesamt 74 so genannte Indexfälle unter Schülern und Lehrern. Sie führten dazu, dass an 34 Schulen Quarantänen für fast 1.000 Personen angeordnet werden mussten. Auch in Kindertagesstätten sind in den letzten Wochen immer wieder Gruppen geschlossen worden, weil sich einzelne Kinder oder Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert hatten.

„Die Ferien werden uns hier zumindest in der zweiten Hälfte ein wenig Luft verschaffen. In den nächsten Tagen werden wir aber wohl noch mit der Nachverfolgung von Ansteckungen in Kitas und Schulen zu tun haben“, so Dr. Klinke-Rehbein.

Stichwort Einrichtungsliste

Pflege- und Seniorenheime mit positiven Fällen oder Verdachtsfälle

Gevelsberg
Hans-Grünewald Haus

Hattingen
Seniorenzentrum St. Mauritius, St. Josef Altenheim

Sprockhövel
Haus am Quell

Witten
AWO Altenzentrum Witten Egge, Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser, Seniorenhaus Witten-Stockum

Krankenhäuser

Schwelm
HELIOS Klinikum Schwelm

Witten
Evangelisches Krankenhaus