Corona: Erlass macht weitere Impfangebote möglich

Bereits in Kürze sollen Bürgerinnen und Bürger sich in Ennepetal wieder impfen lassen können. Der Erlass macht dort zwei Impfstraßen möglich.

Bereits in Kürze sollen Bürgerinnen und Bürger sich in Ennepetal wieder impfen lassen können. Der Erlass macht dort zwei Impfstraßen möglich.

„6. Erlass zur Organisation des Impfgeschehens“ - selten in den zurückliegenden Corona-Monaten hat ein Erlass des NRW Gesundheitsministeriums für mehr Erleichterung im Schwelmer Kreishaus gesorgt.

„Mit den neuen Vorgaben macht das Land mit vergleichsweise wenigen Regelungen den Weg für ´temporäre stationäre Impfstellen´ frei. Sie können von den Kreisen und kreisfreien Städten eingerichtet werden“, nennt Astrid Hinterthür, Leiterin des Krisenstabes des Ennepe-Ruhr-Kreises, die wichtigste Erkenntnis.

Die Ziele des Landes seien klar: Die Haus- und Betriebsärzte sollen beim Impfen gegen Corona unterstützt und den Bürgern sollen mehr Anlaufstellen geboten werden. Damit verbunden ist die Hoffnung, das Tempo beim Impfen insgesamt zu beschleunigen und für jeden, der möchte, möglichst zeitnah den Weg zur Drittimpfung - Boostern - freizumachen.

Impfangebote können konkret geplant werden

Nachdem NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann den Inhalt des Erlasses Mitte letzter Woche gegenüber Medienvertretern angedeutet hatte, haben sich die Mitarbeiter der so genannten koordinierenden COVID-Impfeinheit mit dem Einrichten und Betrieb einer temporären stationären Impfstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis beschäftigt.

„Jetzt, wo dank des Erlasses rechtsverbindlich geregelt ist, dass wir täglich sieben Ärztinnen und Ärzte plus Unterstützungspersonal einsetzen können, können wir unsere Impfangebote konkreter planen“, berichtet Jana Ramme, organisatorische Leiterin des Pandemieteams der Kreisverwaltung.

Klar ist bereits: Der seit Mitte Juli eingesetzte und erfolgreiche Impfbus bleibt unterwegs. Hierfür sind zwei Teams eingeplant. Wie bisher werden sie an verschiedenen Orten im Kreisgebiet Station machen. Angesichts der sinkenden Temperaturen und einer steigenden Regenwahrscheinlichkeit sollen dabei in Zusammenarbeit mit den Städten möglichst warme und trockene Wartebereiche angeboten werden.

Ehemaliges Impfzentrum wird wieder zur Anlaufstelle

Erste Adresse für eine „temporäre stationäre Impfstelle“ ist das Gebäude des ehemaligen Impfzentrums an der Kölner Straße in Ennepetal. „Hier zahlt sich eine Entscheidung aus, die wir im Oktober getroffen haben: Da für die koordinierende Impfeinheit Büroräume und für Impfstoffe und Materialien für den Impfbus Lagermöglichkeiten benötigt wurden, haben wir seinerzeit den Mietvertrag bis Ende Mai 2022 verlängert. Dabei wurden die vorhandenen Impfstrassen zunächst nicht abgebaut. Unser Kalkül, im Falle des Falles keinen neuen Standort suchen zu müssen und kurzfristig reagieren zu können, geht nun auf“, freut sich Ramme.

Der Plan für Ennepetal lautet: Zwei Impfstraßen bieten Kapazitäten für rund 300 Impfungen pro Tag. Zielgruppe sind einerseits Mitglieder von Berufsgruppen, andererseits sollen insbesondere für die älteren Bevölkerungsgruppen Boosterimpfungen angeboten werden.

„Ganz wichtig“, so Ramme, „noch ist der Startschuss nicht gefallen, noch wird in Ennepetal nicht wieder geimpft. Wir arbeiten an einem sehr kurzfristigen Neustart und werden natürlich rechtzeitig über den genauen Zeitpunkt informieren."

Städte können Räume zum Impfen melden

Die übrigen drei Teams, auf die der Kreis auf Kosten des Landes und in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zurückgreifen kann, sollen zum einen mobil in Pflege- und Eingliederungshilfeeinrichtungen zum Einsatz kommen. Zum anderen stehen sie bereit, um Räumlichkeiten in den kreisangehörigen Städten anzufahren und dort ebenfalls Impfungen anzubieten.

„Aktuell läuft eine Anfrage an die Städte, wir wollen wissen, wer uns was wo anbieten kann. Denkbar sind zum Beispiel Impfstellen in Rathäusern, Schulen, Gemeindehäusern, Veranstaltungszentren oder leerstehenden Ladenlokalen, die regelmäßig genutzt werden können und mit Blick auf Größe, Lüftung und Stromversorgung sowie Toiletten und Barrierefreiheit gewisse Vorgaben erfüllen“, so Ramme. Der genaue Fahrplan dieser beiden Impfteams hängt von den Rückmeldungen aus den Städten ab.

Stichwort Impfen in NRW

Für Nordrhein-Westfalen und damit auch für den Ennepe-Ruhr-Kreis galt seit Anfang Oktober:  Ansprechpartner für Corona-Schutzimpfungen sind ausschließlich die niedergelassenen Ärzte und die Betriebsärzte. Parallel hatte der Ennepe-Ruhr-Kreis allerdings den Mitte Juli auf die Straßen geschickten Bus als mobiles und niederschwelliges Angebot für Erst- und Zweiimpfungen weiter betreiben dürfen. „Zudem haben wir“, so Ramme, gerade in den letzten beiden Wochen auch Drittimpfung durchgeführt.“

In den letzten gut zwei Wochen ist die Nachfrage am Impfbus stark gestiegen. Täglich werden dort momentan mehr als 250 Bürgerinnen und Bürger geimpft. Am Dienstag war die Nachfrage am Standort Schwelmer Kreishaus beispielsweis so hoch, dass die Verantwortlichen kurzfristig einen Sitzungsraum des Kreishauses zur Impfstelle machten und so für zusätzliche Kapazitäten sorgten. Ramme hofft, mit den nun möglichen weiteren Angeboten den Andrang am Bus senken zu können.