Corona-Impfungen: Warten auf Informationen, Teams in Heimen unterwegs

Noch ist die Anmeldung im Impfzentrum für den Ennepe-Ruhr-Kreis in Ennepetal unbesetzt. Ab Anfang Februar soll hier geimpft werden. Die Verantwortlichen warten derzeit auf noch fehlende Informationen aus Düsseldorf./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Noch ist die Anmeldung im Impfzentrum für den Ennepe-Ruhr-Kreis in Ennepetal unbesetzt. Ab Anfang Februar soll hier geimpft werden. Die Verantwortlichen warten derzeit auf noch fehlende Informationen aus Düsseldorf./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Ab wann kann ich mich impfen lassen?“ - immer wieder haben Bürger des Ennepe-Ruhr-Kreises in den ersten Tagen des neuen Jahres diese Frage gestellt. Am Telefon und vereinzelt auch direkt am Impfzentrum in Ennepetal.

„In einer Pressekonferenz hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montag angekündigt, mobile 80-jährige könnten ab Februar die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen aufsuchen. Ab dem 18. Januar sollen die Betroffenen auch mit einem Schreiben des Ministers über das Verfahren informiert werden. Weitere, uns noch fehlende wichtige Informationen erhoffen wir uns aus einer Telefonkonferenz, die am Mittwoch (6. Januar) stattfinden wird“, berichtet Michael Schäfer, Leiter des Krisenstabs im Schwelmer Kreishaus.

Zum Schreiben ergänzt er: „Der Wortlaut des Briefes ist uns für diese Woche angekündigt. Wenn dieser uns vorliegt, werden wir wissen, welche Informationen wir noch ergänzen müssen, damit die über 80-jährigen Bürger des Ennepe-Ruhr-Kreises so gut wie möglich über alles rund um die Impfung inklusive Terminvereinbarung und Ablauf unterrichtet sind.“

Noch könnnen keine Termine vereinbart werden

Nach wie vor gilt aber: Zum jetzigen Zeitpunkt können noch keine Termine für einen Besuch des Impfzentrums vereinbart werden, auch Wartelisten werden nicht geführt. Aus diesem Grund bitten alle Beteiligten darum, weder in der Kreisverwaltung noch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe mit dem Wunsch, einen Termin vereinbaren zu wollen, anzurufen. Dies blockiert aktuell unnötig Kapazitäten, die für andere Aufgaben benötigt werden. Sobald die KV die für einen Besuch des Impfzentrums zwingend notwendigen Termine über die Telefonnummer 116 117 vergeben kann, wird dies bekanntgeben.

Zum Stand der Impfungen in den Pflegeheimen heißt es aus dem Schwelmer Kreishaus: Nach dem Startschuss in Wetter am 27. Dezember sind weitere Heime von mobilen Teams angefahren und Bewohner sowie Mitarbeiter geimpft worden. „Das vom Land kurz vor Weihnachten veränderte Verfahren erschwert es uns aber nach vor, auf einfachen Wegen einen Überblick über den Stand der Impfungen zu bekommen“, so Schäfer.

2.470 Impfdosen zur Verfügung

Eine von der KV zusammengestellte Liste nennt für den Zeitraum bis Dienstag (5. Januar) insgesamt 16 Heime, die von mobilen Teams für eine Impfung angefahren wurden. Die Heime verteilen sich wie folgt auf die neun Städte: Breckerfeld (1), Ennepetal (1), Gevelsberg (2), Hattingen (1), Herdecke (1), Schwelm (3), Sprockhövel (1), Wetter (3) und Witten (3). Insgesamt werden in diesen Einrichtungen rund 1.600 Bewohner von gut 1.550 Beschäftigen betreut. Als Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen sind 2.470 genannt.

„Die Liste ist als Plan zu verstehen, aktuell tragen wir in einer Vielzahl von Telefonanten die einzelnen Informationen über die tatsächlichen Abläufe vor Ort und die Zahl der tatsächlich Geimpften zusammen“, berichtet Dr. Christian Füllers, ärztlicher Leiter des Impfzentrums.

Stichwort Impfreihenfolge

Grundlage für die Reihenfolge, in der auch die Bürger des Ennepe-Ruhr-Kreises gegen Corona geimpft werden, ist eine Rechtsverordnung des Bundes. Sie nennt als vorrangig zu berücksichtigende Gruppen Bewohner von Seniorenheimen, Personen ab 80 Jahren, Mitarbeiter in Notaufnahmen, des Rettungsdienstes und von COVID-19 Stationen sowie Beschäftige in medizinischen Einrichtungen sowie in der ambulanten und stationären Altenpflege mit engem Kontakt zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Da in den stationären Pflegeheimen die schwersten Verläufe und die meisten Todesfälle zu verzeichnen sind, hat Nordrhein-Westfalen sich in diesem Rahmen dazu entschieden, zunächst dort Bewohner und Mitarbeiter zu impfen.