Corona: Kontingent von BioNtech kleiner als erwartet

30 Millionen Coronaschutzimpfungen bis Weihnachten - an vielen Stellen wird noch viel passieren müssen, damit diese Absichtserklärung des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz in den nächsten 22 Tagen umgesetzt werden kann und damit am Ende Realität wird.

Ein Hindernis auf diesem Weg: Heute mussten die Impf-Verantwortlichen im Schwelmer Kreishaus zur Kenntnis nehmen, dass sie für die nächste Woche statt der angekündigten 170 Vials von BioNtech nur 50 erhalten haben. 120 Vials sind gleichbedeutet mit rund 780 Impfungen.

„Zwar haben wir die von uns bestellte Menge Spikevax von der Firma Moderna bekommen und sind damit ausreichend versorgt. Unter dem Strich fehlen uns aber jetzt 120 Vials. Ersatzweise Nachbestellungen von Spikevax schon für die nächste Woche sieht das System nämlich nicht vor“, so Jana Ramme, organisatorische Leiterin des Pandemieteams.

BioNtech Kontingent ist „knapp bemessen“

Problematisch ist die weitere kurzfristige und unerwartete Verknappung von BioNTech - schon die 170 Vials waren eine deutlich Begrenzung - vor allem für die Impfung von Personen unter 30 Jahren und schwangere Frauen. Für sie hatte sich die Ständige Impfkommission jüngst gegen eine Impfung mit Spikevax ausgesprochen, sie sind daher auf BioNTech angewiesen.

„Knapp bemessen“ ist nach Einschätzung von Ramme für das BioNtech Kontingent daher schon fast eine mutige Aussage. Rechnerisch könnten in der nächsten Woche täglich 46 Impfungen gesetzt werden. „Niemand wünscht sich, dass wir Personen der genannten Gruppe ohne Impfung auf den Heimweg schicken müssen, auszuschließen ist das aber nicht“, so Ramme.

Landrat Olaf Schade ist über die gekürzte Liefermenge ebenfalls wenig erfreut: „Innerhalb von nur zwei Wochen haben wir an sechs Orten stationäre Impfstellen personell und materiell an den Start gebracht, weitere planen wir. Und jetzt erhalten wir weniger Treibstoff als gedacht und eingeplant - das ist doch mitten in der vierten Welle und angesichts der 30-Millionen-Absichtserklärug niemanden zu vermitteln.“

Terminportal: Kreis hat Anbieter gewechselt

Gewechselt hat die Kreisverwaltung den Anbieter für das Online-Buchungssystem für Impftermine. Hier wird ab sofort mit einer Lösung von cm city media aus Bühlerzell gearbeitet. Das Unternehmen betreut auch die App der Kreisverwaltung. Logischerweise wird das Terminportal damit in Kürze auch Teil dieses Angebotes sein.

„Den ersten Härtetest hat das neue System bestanden. Die Premiere mit zu vergebenden rund 1.100 Terminen und einer hohen Nachfrage führte zu keinerlei technischen Schwierigkeiten“, berichtet Daniela Heiermann aus der IT Abteilung.

Wie bereits bei der ersten Terminvergabe für die stationäre Impfstelle in Ennepetal waren systemunabhängig alle angebotenen Termine auch dieses Mail innerhalb weniger Stunden vergeben.

Besuche auch ohne Termin möglich

Trost für alle, die noch nicht erfolgreich gewesen sind: Besuche der täglich geöffneten stationären Impfstelle in Ennepetal sind auch ohne Termin möglich. Dies gilt grundsätzlich auch für die wöchentlich einmal geöffneten Anlaufstellen in Breckerfeld, Gevelsberg, Herdecke, Sprockhövel und Wetter sowie für den Impfbus.

Und: Ab sofort schaltet die Kreisverwaltung täglich weitere Termine frei. Aufgrund der kurzfristig gekürzten Impfstoffmenge musste ihre Zahl allerdings bis auf weiteres von 105 auf 95 gesenkt werden.

Stichwort Adresse der Terminvereinbarung

Zu finden ist das Angebot hier.