Corona: Kreis und Städte formulieren Unmut Richtung Düsseldorf

Am Montag, 8. Februar, startet der Betrieb des Impfzentrums./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Am Montag, 8. Februar, startet der Betrieb des Impfzentrums./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Seit Montag können auch für die ab 80-jährigen im Ennepe-Ruhr-Kreis Corona-Impftermine für das Impfzentrum in Ennepetal gebucht werden. Bereits wenige Stunden nach dem Freischalten der Buchungswege via Telefon und Internet gab es zahlreiche Beschwerden über Erreichbarkeiten, Wartezeiten und die Qualität der Auskünfte sowie über die Verfügbarkeit von Erstterminen und das Zuteilen von Terminen für die notwendige zweite Impfung.

Adressiert wurden diese nicht nur an die für das Verfahren zuständige Kassenärztliche Vereinigung und die verantwortliche Landesregierung. Serienweise gingen Mails und Anrufe auch im Schwelmer Kreishaus und in den Rathäusern der neun Städte ein.

Brief transportiert Unmut in die Landeshauptstadt

„Wir sind unzufrieden und verärgert, weil unsere Bürger unzufrieden und verärgert sind. Natürlich ist die Corona-Impfung eine große Herausforderung. Dennoch müssen wir feststellen: Bei den Menschen wurde eine Erwartungshaltung geweckt, die bisher nicht ansatzweise erfüllt werden konnte“, berichtet Landrat Olaf Schade über das Stimmungsbild aus der wöchentlichen Videokonferenz mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern.

Ihren Unmut bringen die zehn Verwaltungsleitungen in einem heute auf den Weg gebrachten gemeinsamen Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf den Punkt. „Die Telefonhotline war und ist heillos unterdimensioniert und in der Qualität - wenn man denn durchkommt - viel zu oft mangelhaft. Das Onlinesystem ist für die angesprochene Zielgruppe und deren Angehörige weder logisch noch methodisch noch barrierefrei und damit für die Praxis ungeeignet.“

Aktuell 168 Erst-Impfungs-Termine pro Tag im System

Landrat sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister verweigern, die Verantwortung für Verfahren und Abläufe zu übernehmen, die vom NRW Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit zu verantworten sind. Gleichzeitig fordern sie Laumann dazu auf, „die Terminbuchung auf ein System umzustellen, das einfach, logisch, selbsterklärend und damit für jeden handhabbar ist.“

Zusätzlichen Unmut löst im Schwelmer Kreishaus die Tatsache aus, dass aktuell keinerlei Angaben darüber verfügbar sind, wie viele Termine für das Impfzentrum die Kassenärztliche Vereinigung inzwischen vergeben hat, wie viele noch zu vergeben sind. Zudem sorgten Gerüchte von „ausgebucht“ für Unsicherheiten.

Klar sei: Mit Blick auf die dem Kreis bis zum 4. April Woche für Woche zugesagten Impfdosen sind in das System ab Montag, 8. Februar, 168 Termine pro Tag eingestellt. Ab Montag, 1. März, kommen dann noch die Termine für die notwendige Zweitimpfung dazu. Rechnerisch wäre man dann bei täglich 336 Terminen.

Jeder wird einen Termin erhalten

„Darauf sind wir im Impfzentrum vorbereitet, darauf werden wir uns einstellen. Im Februar öffnen wir die Türen zwischen 14 und 20 Uhr, ab März dann länger“, so Michael Schäfer, Leiter des Krisenstabs.

Wie das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung versichern aber auch die Verantwortlichen in Kreishaus und Rathäusern, dass am Ende alle ab 80-jährigen die notwendigen Termine erhalten werden. Die einen früher, die anderen später.

Auf diesem Weg gelte es - bedauerlicherweise - viel Zeit, Nerven und Hartnäckigkeit aufzubringen. „Ein Umstand, der neben den technischen Unzulänglichkeiten aber eben auch dem Mangel an Impfstoff geschuldet ist“, so die Hauptverwaltungsbeamten.