David Hüsken neuer Radverkehrsbeauftragter des Kreises

David Hüsken

So oft wie möglich will der neue Radverkehrsbeauftragte David Hüsken seinen Arbeitsweg per Rad zurücklegen. // UvK // Ennepe-Ruhr-Kreis

Mit seiner Hilfe soll das Thema Radverkehr im Ennepe-Ruhr-Kreis noch stärkeren Rückenwind bekommen: David Hüsken hat die neu geschaffene Stelle des Radverkehrsbeauftragten angetreten. Unter anderem wird er Qualität und Sicherheit von vorhandenen Radwegen entlang von Kreisstraßen prüfen und weitere planen, interkommunale Radwegeverbindungen verbessern und die Kampagne Stadtradeln koordinieren.

Hüsken selbst besitzt drei verschiedene Fahrräder und scheut nicht davor zurück, den Arbeitsweg von Witten nach Schwelm mit einem davon zurückzulegen. Allerdings: „Die Radwegeverbindungen sind im Moment längst nicht optimal. Wenn es uns gelingt, das Radwegenetz deutlich zu verbessern, wird das Fahrradfahren auf längeren Strecken komfortabler und weniger zeitintensiv. Dann steigen auch mehr Kreisbewohner beim Pendeln auf das Rad um“, ist der 34-Jährige überzeugt.

Regionale Planungen mit lokalem Know-How verknüpfen

So freut sich Hüsken beruflich wie privat auf die geplante Trassenverbindung „Von Ruhr zu Wupper“. An dem Projekt in Vorbereitung auf die Internationale Gartenausstellung 2027 wirkt er als Radverkehrsbeauftragter genauso mit wie an der Umsetzung des Regionalen Radwegenetzes des Regionalverbands Ruhr. „Bei solchen Vorhaben ist es wichtig, Planungen auf regionaler Ebene mit lokalem Know-How zu verknüpfen. Deshalb gibt es einen engen Austausch der Planungsbehörden“, erklärt er.

Genauso ist Hüsken dabei, sich mit den Radverkehrsbeauftragten und anderen zuständigen Kollegen in den kreisangehörigen Kommunen zu vernetzen, um gemeinsam Verbesserungen für den Radverkehr im Kreisgebiet erarbeiten zu können. Ziel der interkommunalen Zusammenarbeit ist vor allem der Lückenschluss im Netz der Radwegeverbindungen zwischen den neun kreisangehörigen und angrenzenden Städten. So wird Hüsken beispielsweise eine Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg vergeben und begleiten, der die Südkreisstädte optimal vernetzen und an Wuppertal und Hagen anbinden soll.

Aktion Stadtradeln startet im Kreis am 16. Mai

Außerdem wird der neue Radverkehrsbeauftragte den Klimaschutzbeauftragten des Kreises bei verschiedenen Aufgaben im Bereich Mobilität unterstützen. „Wir möchten auch für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung Anreize schaffen, auf das Rad umzusteigen“, sagt Hüsken. „Dafür braucht es Infrastruktur wie Radabstellanlagen und Lademöglichkeiten für E-Bikes, aber auch die Möglichkeit, Räder für Dienstgänge auszuleihen.“

Komplett übernehmen wird er die Koordination des Wettbewerbs STADTRADELN, an dem sich der Ennepe-Ruhr-Kreis im vergangenen Jahr erstmals beteiligt hat. Startschuss für den dreiwöchigen Zeitraum, in dem im Kreisgebiet wieder für das Klima in die Pedale getreten wird, ist 2022 der 16. Mai. „Diesmal wird es auch ein Begleitprogramm geben. Aktuell bereite ich zum Beispiel eine Staffelfahrt vor, mit der wir die Bedeutung der Wegebeziehungen zwischen den kreisangehörigen Städten im Alltagsverkehr hervorheben möchten“, kündigt Hüsken an.

Master in Stadt- und Regionalentwicklung

Für all diese neuen Aufgaben kann Hüsken auf praktische Erfahrung und theoretisches Wissen zurückgreifen. Als Student war er 2013 und 2014 für die Wittener Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft im Projektmanagement für den Ruhrtaltourismus und die Radverkehrsförderung tätig, organisierte unter anderem das Radfest im Ruhrtal mit. 2021 schloss er einen berufsbegleitenden Master of Science in Stadt- & Regionalentwicklung mit dem Schwerpunkt auf Fuß- und Radverkehrsförderung in Verknüpfung mit dem ÖPNV an der Hochschule Wismar ab.

Zuletzt war er sechs Jahre lang in verschiedenen Projekten im Bereich Arbeitsmarkt und Integration bei der Kreisverwaltung beschäftigt. Als die Stelle des Radverkehrsbeauftragten geschaffen wurde, stand für ihn sofort fest, dass er sich bewerben würde: „An der Gestaltung unserer Region aktiv mitzuwirken und nachhaltige Mobilität aufzuwerten, ist seit meiner Studentenzeit mein berufliches Ziel.“

Stichwort Stelle Radverkehrsbeauftragter

Die Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag hatten im vergangenen Jahr die Einrichtung einer Stelle Radverkehrsbeauftragte/r beantragt, das Gremium stimmte zu. Die Stelle ist mit einem jährlichen Budget von 50.000 Euro ausgestattet, einschließlich der Kostenbeteiligungen an den Projekten Radrevier.Ruhr / Panoramaradweg / Ruhrtalradweg in Höhe von 15.000 Euro.