Depressionen: Selbsthilfegruppe als Anlaufpunkt für junge Erwachsene

Miteinander reden, gemeinsam etwas unternehmen und die Freizeit gestalten, Kontakte knüpfen und sich gegenseitig helfen - diese Ziele verbinden die Initiatoren mit dem Gründen einer Selbsthilfegruppe für junge Erwachsene mit Depressionen. Das erste Treffen findet am Montag, 19. November, um 18 Uhr in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe KISS EN-Süd, Kölner Str. 25 in Gevelsberg statt. Allen Interessierten sind herzlich eingeladen.

„Die eine Initiatorin ist 27 Jahre jung und weiß seit gut einem Jahr, dass sie unter Depressionen leidet. Der andere hat mit 31 bereits drei Klinikaufenthalte hinter sich. Behandlungen, die ihm aus dem stärksten Tief herausgeholfen haben“, berichtet Susanne Auferkorte, Leiterin der KISS EN-Süd. Beide Betroffene sehen in der Gruppe eine wichtige Hilfe, um mit der Depression leben zu lernen.

„Gleichbetroffenen muss man nicht erklären"

„Du bist jung, genieße dein Leben“ - für junge Menschen, die von der Krankheit betroffen sind, wirkt diese Aufforderung fast wie Hohn. In ihrem Alltag gehen Hobbies und Freizeitaktivitäten immer mehr zurück. Stattdessen erleben sie kein Interesse für gar nichts. „Ich hatte Angst, unter Menschen zu sein, blieb nur noch in meinen vier Wänden. Freunde wendeten sich mehr und mehr ab“, berichtet die 27-jährige.

Beide Initiatoren haben in einer anderen Gruppe bereits erfahren, wie es hilft, nicht allein zu sein. „In schlechten Zeiten konnten wir miteinander sprechen, das tat gut. Gleichbetroffene wissen was es bedeutet, depressiv erkrankt zu sein. Denen muss man nichts mehr erklären."

Davon können aktuell übrigens auch ältere Menschen mit Depressionen profitieren. In den entsprechenden Selbsthilfegruppen sind Plätze frei. Eine erste Kontaktaufnahme ist vor dem ersten Gruppenbesuch auch telefonisch möglich.

Ansprechpartner für alle Interessierten ist die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe KISS EN-Süd, Tel.: 02332/664029.