EN-Sportabend findet statt, Kreis gibt Hinweise für Veranstalter

Der Ennepe-Ruhr-Kreis wird seine erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler am Dienstag, 10. März, in Witten ehren. Daran ändert auch das Coronavirus nichts. Der Krisenstab sah mit Blick auf die aktuelle Lage keinen Grund, die Veranstaltung abzusagen.

Um für den Fall vorbereitet zu sein, dass einer der erwarteten 250 Gäste nach der Veranstaltung zu einem bestätigten Coronapatienten wird und es gilt Kontaktpersonen zu ermitteln, werden alle Teilnehmer am Eingang gebeten, Name, Wohnort und Telefonnummer schriftlich zu hinterlassen.

„Wir haben entschieden, entsprechend vorbereitete Zettel auszulegen. Dieser wird von jedem einzeln ausgefüllt und dann in eine Box geworfen. Geöffnet wird sie nur, wenn wir die Daten tatsächlich benötigen“, erläutert Michael Schäfer, Leiter des Krisenstabs. Die Zettellösung sei für die Kreisverwaltung mit Blick auf den Datenschutz im Vergleich zu Teilnehmerlisten die bessere und einfachere.

Veranstalter entscheiden über Veranstaltung

Dieses Verfahren empfiehlt der Ennepe-Ruhr-Kreis auch anderen Veranstaltern. Um sie zu unterstützen, findet sich die Druckversion für diesen Teilnahmezettel unten auf dieser Seite. „Die Boxen - für die bitte jeder selbst sorgt - mit den ausgefüllten Zetteln bleiben beim Veranstalter. Das Gesundheitsamt erhält sie erst, wenn es nötig wird, Kontaktpersonen zu ermitteln“, so Schäfer.

Zudem wiederholt die Kreisverwaltung: Stand jetzt sind Schließungen öffentlicher Gebäude wie Schulen, Verwaltungen oder Kindergärten nicht erforderlich. Ob Veranstaltungen stattfinden sollen oder nicht, darüber entscheiden die jeweiligen Ausrichter.

Nach den Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann registriert die Kreisverwaltung Verunsicherung, ob geplante Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern durchgeführt werden können oder nicht.

Klassenfahrten ins Ausland können nicht befürwortet werden

„Hierzu gibt es aktuell keine verbindliche Anweisung, die Kommunen und Organisationen einheitlich vorgibt, wie zu handeln ist“, skizziert Schäfer den Stand der Dinge. Nach seiner Einschätzung wird sich das aber vermutlich bis Mitte der Woche ändern. Stand heute könne der Ennepe-Ruhr-Kreis nur auf die Empfehlung von Land und Bund hinweisen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abzusagen.

Ebenfalls viel Unsicherheit herrscht rund um das Thema „Klassenfahrten“. Klar ist: Teilnehmer von Klassenfahrten, die aus Risikogebieten zurückkommen, werden wie die Schüler der Wittener Kämpenschule präventiv unter Quarantäne gestellt. Zu Empfehlungen, die das Gesundheitsamt nach einer Vorgabe des Schulministeriums zu geplanten Klassenfahrten geben soll, heißt es aus dem Schwelmer Kreishaus eindeutig: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann grundsätzlich keine positive Aussage zum Durchführen von Klassenfahrten ins Ausland abgegeben werden.“

Selbst wenn sich das Ziel heute in einem Nicht-Risiko-Gebiet befindet, kann sich dies innerhalb von Tagen ändern. Damit verbunden sein könnte unter anderem die Quarantäne der Schüler im Ausland und die Trennung von den Eltern für diesen Zeitraum.

Stichwort Bürgertelefon

Bürger aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Fragen rund um das Corona-Virus haben, können sich an das vom Kreis eigens dafür eingerichtete Bürgertelefon unter der Rufnummer 02333/4031449 wenden. Das Telefon ist täglich von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

Nachdem in den letzten Tagen durchschnittlich 50 Anrufer beraten wurden, ist die Zahl am heutigen Montag bereits einige Zeit vor Dienstschluss auf 90 gestiegen.

Zudem ist hier eine FAQ-Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zu finden.