Equal Pay Day: „Arbeit endlich geschlechtsunabhängig zu bewerten“

Katrin Brüninghold

Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Bei der Bezahlung von Frauen hinkt Deutschland immer noch hinter her: In einem Ranking der EU-Länder belegt die Bundesrepublik nur Platz 26 von 28. „Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern hat sich in elf Jahren von 23 Prozent auf lediglich 21 Prozent verringert, ein denkbar schlechter Wert“, bewertet Katrin Brüninghold, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung, die Entwicklung.

Der diesjährige Equal Pay Day am Montag, 18. März, rückt daher auch aus ihrer Sicht völlig zurecht den Wert und die Wertschätzung der Arbeit in den Mittelpunkt. Thematisiert wird dabei unter anderem eine neue Methode, die es möglich macht, unterschiedliche Berufe geschlechtsneutral zu bewerten

„Grundlage ist der so genannte Comparable Worth Index. Dieser vergleicht Anforderungen und Belastungen in den einzelnen Berufszweigen und bildet den Einfluss des Geschlechts auf die Bezahlung ab“, erläutert Brüninghold.

Wertschätzung auch am Gehalt ablesbar

So könnten „frauentypische Berufe“ wie der der Altenpflegerin mit „männertypischen Berufen“ wie dem eines Elektromonteurs verglichen werden. Der durchschnittliche Lohn einer Altenpflegerin beträgt 2.293 Euro während ein Elektromonteur 2.633 Euro verdient.

Wie Arbeit wertgeschätzt wird, spiegelt sich auch und gerade im Gehalt wieder. Als Schritt gegen geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung wertet die Gleichstellungsbeauftragte daher das seit 2018 geltende Entgelttransparenzgesetz: Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten sind verpflichtet, ihre Gehaltslisten offenzulegen. „Dies kann dazu beitragen, Arbeit endlich geschlechtsunabhängig und transparent zu bewerten“, ist sich Brüninghold sicher.

Ein Ziel, das auch mit Blick auf den Fachkräftemangel eine wichtige Rolle spiele. „Denn: Gerade in Zeiten wie diesen punkten die Unternehmen, von denen Frauen wissen, dass sie nicht wegen ihres Geschlechtes schlechter bezahlt werden.“