Für ein Schulklima der gegenseitigen Achtung und Anerkennung

Gruppenbild der Teilnehmer des Treffens in Bochum./Foto: privat

Schüler zufrieden, Lehrer zufrieden - ein Treffen der „Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage“ aus dem Regierungsbezirk Arnsberg war ein voller Erfolg. „Die Schüler haben die Chance genutzt, sich über Anti-Diskriminierungs-Projekte an anderen Schulen zu informieren und jede Menge Ideen und Anregungen mitgenommen. Die Lehrer thematisierten in Workshops Themen wie Alltagsrassismus, extreme Rechte, grenzenlose Liebe und religiös begründeten Extremismus“, berichtet Anna Kim vom Kommunalen Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises.

Zusammen mit dem Zentrum aus Bochum und der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren hatte sie zu dem Treffen eingeladen. Gekommen waren in die Jüdische Gemeinde Bochum 98 Vertreter aus 26 Schulen aus Bochum, Gelsenkirchen, Hamm und Herne sowie dem Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis und natürlich dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Er wurde von der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreises aus Sprockhövel sowie der Hardenstein-Gesamtschule und die Holzkamp-Gesamtschule aus Witten vertreten.

Schulleben soll von Achtung und Anerkennung geprägt sein

„Die vorgestellten Projekte und die geführten Diskussionen haben gezeigt: Alle Aktiven verstehen `Rassismus´ nicht im klassischen Sinn. Ihnen geht es wie von den Initiatoren der bundesweiten Schulkampagne angestrebt, um viel mehr“, hebt Kim hervor.

Sie lehnen es ab, Menschen nach Merkmalen zu unterscheiden und daraus die Legitimation für Diskriminierungen abzuleiten. Grund dafür dürfen weder Glaube, Geschlecht oder sexuelle Orientierung noch Hautfarbe, Herkunft oder eine Behinderung sein. Allen Beteiligten geht es darum, den Alltag an ihrer Schule so zu verändern, dass dieser von einem Klima der gegenseitigen Achtung und der Anerkennung individueller Eigenheiten geprägt ist.

Viele engagieren sich, weil sie Beleidigungen und Drohungen erlebt haben

Wie das gelingen kann, darüber berichteten einige Schulen. Sie stellten ihre Aktionen und Konzepte vor, gewährten Einblicke in gute und schlechte Erfahrungen. „Zur Nachahmung empfehlenswert“ hieß es dabei immer wieder.

Deutlich wurde auch die Motivation der Schüler und Lehrer für ihre Aktivitäten: Sie stört es, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder aufgrund ihrer Religion beschimpft, gemobbt oder gar körperlich bedroht werden. Viele engagieren sich, weil sie so etwas erlebt haben und Wiederholungen verhindern möchten.

Stichwort „Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage“

In Deutschland sind dem Netzwerk mittlerweile über 2.500 Schulen beigetreten. 700 davon aus NRW, 17 aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Dies sind, sortiert nach Zertifizierungszeitpunkt, Gemeinschaftshauptschule Niedersprockhövel (Mathilde-Anneke-Schule), Hauptschule Gevelsberg, Wilhelm-Kraft-Gesamtschule des Ennepe-Ruhr-Kreises, Schiller-Gymnasium/Witten, Ruhr Gymnasium/Witten, Adolf-Reichwein-Realschule/Witten, Geschwister-Scholl-Gymnasium/Wetter, Holzkamp-Gesamtschule/Witten, Hardenstein-Gesamtschule/Witten, Realschule Ennepetal, Dietrich-Bonhoeffer-Realschule/Schwelm, Friedrich-Harkort-Schule/Herdecke, Gymnasium Holthausen, Hüllbergschule Witten, Realschule Gevelsberg, Sekundarschule Ennepetal und Gymnasium Gevelsberg.

Die Schulen gehen unter anderem eine Selbstverpflichtung ein, sich aktiv der Projektarbeit in Bereichen wie Antirassismus, Antidiskriminierung, Gleichbehandlung, Demokratiebildung oder Antimobbing zu widmen. Weitere Informationen unter www.schule-ohne-rassismus.org.

Ansprechpartner für interessierte Schulen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis ist das Kommunale Integrationszentrum. Anna Kim, Tel.: 02336/93 2082, Email: S.Kim(at)en-kreis.de.