IGA 2027: Projektplan für den Ennepe-Ruhr-Kreis

Die Metropole Ruhr stellt sich für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 auf. Der vorläufige Projektplan weist den Ennepe-Ruhr-Kreis als wichtigen Standort des Großereignisses aus. Nach jetzigem Stand werden Projekte in drei „Familien“ realisiert.

Eine davon ist die „Perlenkette an der Ruhr“, die touristische Höhepunkte am Fluss verbindet. In diesem Rahmen wird beispielsweise der Gethmannsche Garten in Hattingen revitalisiert. In der Projektfamilie „Von Ruhr zur Wupper“ sind der Bau eines Radweges in Gevelsberg und Schwelm inklusive Silscheder Tunnel und Anbindung der Sprockhöveler Zeche Alte Haase vorgesehen.

Vorhandenes aufwerten, neue Impulse setzen

„Vom Kommen und Gehen des Meeres“ will 29 herausragende geologische Standorte durch Rad- und Wanderwege sowie digitale Erlebniswelten erschließen und verbinden. Zu diesen drei großen Projekten kündigt der RVR zahlreiche weitere im gesamten Kreis an.

Mit dem jetzt vorgelegten Projektplan zeigt der RVR, wie sich die Region in neun Jahren Besuchern aus dem In- und Ausland präsentieren will. „Wir nutzen das große Potenzial an grüner Infrastruktur in der Metropole Ruhr. Gemeinsam mit Land, Kommunen und Partnern wollen wir Vorhandenes aufwerten und gleichzeitig neue Impulse für eine lebenswerte Städtelandschaft setzen", so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel.

Plan mit drei Programmebenen

Verteilt über das gesamte Ruhrgebiet, umfasst der Plan momentan etwa 200 Vorhaben auf drei Ebenen. Erarbeitet wurde er vom Regionalverband Ruhr (RVR) zusammen mit der Emschergenossenschaft, den Ruhrgebietskommunen und weiteren Partnern.

Als Hauptstandorte der Gartenausstellung sind sechs „Zukunftsgärten“ vorgesehen. Je einer entsteht in Dortmund (Emscher Nordwärts), Duisburg (Rheinpark) und Gelsenkirchen (Nordsternpark). Ihr Besuch ist kostenpflichtig. Drei weitere kostenfreie Zukunftsgärten sollen im Kreis Recklinghausen („Emscherland“), im Kreis Unna („Freizeit und Erholung an Lippe und Kanal“) sowie an der Emschermündung im Kreis Wesel gebautz werden.

Die zweite Programmebene der IGA 2027 ist der Baustein „Unsere Gärten“. Er präsentiert regional relevante (Landschafts-)Parks und Gärten im Ruhrgebiet. Im Rahmen dieser Ausstellungsebene werden zahlreiche Park- und Grünflächen aufgewertet und über Themenrouten verbunden. Prioritätensetzung und Auswahl der Projekte sollen Anfang 2018 gemeinsam mit der Politik im RVR erfolgen. Für die dritte Ausstellungsebene „Mein Garten“ setzt der RVR auf bürgerschaftliches Engagement, um nachbarschaftliche Grün-Initiativen präsentieren zu können.

Stichwort Der Weg zur IGA 2027

Die Bewerbung hatte der RVR im Frühjahr 2016 gemeinsam mit der Emschergenossenschaft vorbereitet. Ende 2016 erhielt das Ruhrgebiet den Zuschlag der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft.

Die RVR-Verbandsversammlung hat Mitte Dezember beschlossen, den jetzt vorliegenden Projekt- und Finanzplan weiter zu konkretisieren. Zudem sollen auf dieser Grundlage die Gespräche mit dem Land NRW intensiviert werden. Ein unterstützender „Letter of Intent“ der Landesregierung ist wichtige Voraussetzung für die abschließenden Entscheidungen in den kommunalen Räten und den RVR-Gremien.

Im Rahmen der IGA 2027 sollen 200 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert werden, die Macher kalkulieren mit einem Zuschussbedarf von 45 Millionen Euro. Aktuelle sehr zurückhaltende und konservativ gerechnete Besucherprognosen gehen von etwa 2,6 Millionen Besuchern aus. Laut Machbarkeitsstudie könnte die Internationale Gartenschau sogar bis zu fünf Millionen Besucher anlocken.

Getragen werden soll die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr von den 53 Kommunen und vier Kreisen, der Emschergenossenschaft und der regionalen Wirtschaft gemeinsam mit dem Land NRW.

Weitere Informationen unter www.iga2027.rvr.ruhr.

Quelle: idr-Nachrichtendienst, Herausgeber Regionalverband Ruhr, Essen