Im Kreis trägt man orange: 1.800 Taschen gegen häusliche Gewalt

Sie setzten am Schwelmer Brunnenplatz gemeinsam ein Zeichen gegen häusliche Gewalt: Katrin Brüninghold, die Schwelmerin Lilli Grohs, Patricia Heinze, Auszubildende bei der Kreisverwaltung, Dr. Sandra Michaelis, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwelm, die Schwelmer Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock, Polizeihauptkommissar Wolfgang Kolb, Landrat Olaf Schade, Sven Flügge vom Bereich Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde und Andrea Stolte, Leiterin der Frauenberatung.EN (v.l.). UvK / Ennepe-Ruhr-Kreis

Sie setzten am Schwelmer Brunnenplatz gemeinsam ein Zeichen gegen häusliche Gewalt: Katrin Brüninghold, die Schwelmerin Lilli Grohs, Patricia Heinze, Auszubildende bei der Kreisverwaltung, Dr. Sandra Michaelis, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwelm, die Schwelmer Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock, Polizeihauptkommissar Wolfgang Kolb, Landrat Olaf Schade, Sven Flügge vom Bereich Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde und Andrea Stolte, Leiterin der Frauenberatung.EN (v.l.). UvK / Ennepe-Ruhr-Kreis

1.800 orangefarbene Taschen, bedruckt mit dem Slogan „Gegen Gewalt in Partnerschaften. Liebe ist # Respekt, # Vertrauen # gewaltfrei“, haben die Mitglieder des „Runden Tisches EN gegen häusliche Gewalt“ in dieser Woche in den Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises verteilt. Die Aktion kam an: Der Stand in der Schwelmer Fußgängerzone, bestückt mit 300 Taschen, war beispielsweise nach nur einer Stunde leergefegt, zahlreiche Bürgerinnen und Bürger suchten das Gespräch.

„Das Interesse ist groß“, freut sich Katrin Brüninghold, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises und Geschäftsführerin des Runden Tisches. Viele Passanten hätten ihre Anteilnahme mit den Opfern ausgedrückt und sich nach Zahlen zu Gewalt in Partnerschaften erkundigt.

Gewalt in den eigenen vier Wänden ist weder Tabuthema noch Privatsache

Diese sind erschreckend: Allein für das vergangene Jahr weist die Statistik in den neun kreisangehörigen Städten 418 Fälle häuslicher Gewalt auf - und das sind nur die Straftaten, bei denen Anzeige erstattet wurde. Studien zufolge erfährt in Europa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Schläge oder sexuelle Gewalt.

Für die Mitglieder des Runden Tischs steht fest: Gewalt in den eigenen vier Wänden darf weder Tabuthema noch Privatsache sein. Mit Informationsständen und den orangefarbenen Taschen haben sie deshalb – gemeinsam mit Landrat Olaf Schade und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern – in acht Innenstädten des Kreises Gewalt an Frauen und Kindern öffentlichkeitswirksam geächtet. Zusätzlich verteilten sie Informationsmaterial mit wichtigen Anlaufstellen und Rufnummern für Gewaltopfer.

Stichwort „Runder Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“

Der „Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“ besteht seit 1999, Schirmherr ist Landrat Olaf Schade. Er vernetzt Institutionen und Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Weißen Ring, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung miteinander, um gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern im Ennepe-Ruhr-Kreis ein sichereres Leben zu ermöglichen. Seit 2004 organisieren die Mitglieder rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November öffentlichkeitswirksame Aktionen.

Stichwort Anlaufstellen

Der Runde Tisch ermutigt alle Betroffenen, sich Hilfe zu suchen, und ruft Zeugen auf, Opfern ihre Unterstützung anzubieten. Ansprechpartner sind beispielsweise das Frauenhaus.EN (02339/6292), die Frauenberatung.EN (02336/4759091, 02302/52596 und 02324/538093050), die Polizei (110), die Opferschutzbeauftragten der Polizei (02336/9166 2956 und 0234/909 4059) und der Weiße Ring (0151/55164777).