Impfstelle Ennepetal: Kreis verdoppelt kurzfristig Zahl der Impfstraßen

„Die Nachfrage ist riesig und wir müssen so ehrlich sein, zu sagen: Beim Neustart der stationären Impfstelle in Ennepetal wird es ruckeln und Impf-Enttäuschungen können keineswegs ausgeschlossen werden.“ Krisenstabsleiterin Astrid Hinterthür blickt sorgenvoll auf den kommenden Mittwoch.

Klar ist: An diesem Tag werden sich die Türen des ehemaligen Impfzentrums um 12 Uhr wieder öffnen. Und klar ist auch: Bereits vor dem ersten Piks ist der Plan, dabei mit zwei Impfstraßen zu arbeiten, Makulatur. Vorgesehen war, je eine Impfstraße für Bürger mit und ohne Termin anzubieten.

„Nachdem die freigeschalteten Termine innerhalb von 24 Stunden vergeben waren und uns eine Vielzahl weiterer Anfragen vorliegt, müssen wir am Mittwoch mit sehr vielen Impfwilligen rechnen, die das Angebot wahrnehmen, sich ohne Termin auf den Weg machen zu können. Um hierauf zumindest einigermaßen vorbereitet zu sein, werden wir mit vier Impfstraßen arbeiten“, kündigt Hinterthür an.

Vier Straßen machen 600 Impfungen möglich

Möglich wird dieses kurzfristige Verdoppeln durch den Einsatz von Ärzten, die dem Kreis laut Erlass des Landes für Impfeinsätze zustehen. Da ihre Einsatzorte - unter anderem stationäre Impfstellen in den kreisangehörigen Städten - noch nicht bestehen, können sie zunächst in Ennepetal verplant werden. Diese Lösung konnte die Kreisverwaltung kurzfristig in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe finden.

Trotz der Chance, damit zunächst 600 statt 300 Impfungen pro Tag zu schaffen, will und kann niemand im Schwelmer Kreishaus derzeit ausschließen, Bürger ohne Impfung auf die Heimreise schicken zu müssen. „Auch die Kapazität in vier Impfstraßen ist schließlich endlich“, so Hinterthür. Aus diesem Grund appelliert sie an alle, die keinen Termin haben, der Impfstelle ein paar Tage Zeit zum Wiedereinarbeiten zu geben.

Adressat für Kritik an Impfangeboten muss die Landesregierung sein

Gleichzeitig kündigt sie an, dass sich die Impfverantwortlichen je nach Verlauf der ersten Betriebstage überlegen werden, wie es sinnvoll weitergehen sollte. „Bei unverändert großem oder gar nicht zu kontrollierenden Andrang wäre hier beispielsweise auch das Umstellen auf Terminpflicht für alle denkbar“, deutet sie an.

Wie Hinterthür begrüßt es auch Landrat Olaf Schade, dass die Landesregierung den Kreisen und kreisfreien Städten nach rund 50 Tagen Abstinenz wieder eine größere Rolle beim Impfen zuweist, dafür Personal zur Verfügung stellt und Kosten übernimmt.

„Allerdings“, stellt Schade gleichermaßen und unmissverständlich klar, „wir sind in diesen Tagen der falsche Ansprechpartner, wenn es um Kritik an der Verfügbarkeit von Impfangeboten geht.  Die Gesamtverantwortung für dieses Hin und her kurz vor und mitten in der vierten Welle liegt ohne Wenn und Aber in Düsseldorf.“

Kreis und Städte arbeiten an Lösungen

Der Kreis habe das Impffeld Anfang Oktober auf Anweisung und gegen seinen Willen verlassen müssen. Jetzt erwarteten die gleichen Stellen, dass die Lücken auf dem Spielfeld postwendend und quasi ohne Vorlauf von den Kommunen geschlossen werden und sie sich der Aufgabe wieder mit viel Tempo und Nachdruck widmen.

„Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger machen wir dies natürlich im Rahmen dessen, was die Landesregierung uns möglich macht.  Gleiches gilt für die Städte des Kreises, die gerade nach Standorten für stationäre Angebote in ihrem Gebiet suchen“, stellt der Landrat klar.