Impfzentrum schließt seine Türen, vorbildliche Teamleistung gewürdigt

Landrat Olaf Schade und Daniel Koch stellten Anfang Dezember  den Plan für den Innenausbau des Impfzentrums vor. Am 15. Dezember meldete der Kreis wie vom Land vorgegeben Betriebsbereitschaft. Aufgrund des Mangels an Impfstoff fiel der tatsächliche Startschuss aber erst am 8. Februar.

Landrat Olaf Schade und Daniel Koch stellten Anfang Dezember den Plan für den Innenausbau des Impfzentrums vor. Am 15. Dezember meldete der Kreis wie vom Land vorgegeben Betriebsbereitschaft. Aufgrund des Mangels an Impfstoff fiel der tatsächliche Startschuss aber erst am 8. Februar.

Beim Testlauf für die Abläufe klärte Dr. Eckhard Kampe Patrick Dickes über die Impfung auf.

Beim Testlauf für die Abläufe klärte Dr. Eckhard Kampe Patrick Dickes über die Impfung auf.

Startschuss am 8. Februar: Landrat Olaf Schade im Gespräch mit Hedwig Brand und ihrem Sohn Karl-Ulrich. Die damals 99-jährige Breckerfelderin war an Tag 1 die älteste Bürgerin, die geimpft wurde.

Startschuss am 8. Februar: Landrat Olaf Schade im Gespräch mit Hedwig Brand und ihrem Sohn Karl-Ulrich. Die damals 99-jährige Breckerfelderin war an Tag 1 die älteste Bürgerin, die geimpft wurde.

Die Nebenstelle des Impfzentrums - der "Drive-in" in Schwelm - war zwischen Ostern und Ende Juli in Betrieb.

Die Nebenstelle des Impfzentrums - der "Drive-in" in Schwelm - war zwischen Ostern und Ende Juli in Betrieb.

Fenster runter, Spritze rein lautete das Motto in der vielbeachteten Nebenstelle des Impfzentrums./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Fenster runter, Spritze rein lautete das Motto in der vielbeachteten Nebenstelle des Impfzentrums./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Es war der 8. Februar, als die Schwelmer Christa und Manfred Kokott als erste Geimpfte das Impfzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal wieder verließen. Am Donnerstag, 30. September, werden gegen 20 Uhr die letzten Spritzen ihre Wege in die Oberarme finden und die Empfänger damit gegen das Corona-Virus schützen.

Wie von der Landesregierung gewünscht, schließen die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ihre Türen. Ab Freitag wird das Impfen vollständig von den niedergelassenen Ärzten und den Betriebsärzten übernommen. Parallel wird eine so genannte koordinierende COVID-Impfeinheit (KoCi) bei der Kreisverwaltung eingerichtet. Ihre wichtigste Aufgabe: Weiterhin niedrigschwellige aufsuchende Impfangebote organisieren.

„Ein so nie erwartetes Miteinander im Interesse der Bürger"

„Hinter uns liegen fast acht Monate, in denen wir viel erlebt und noch viel mehr auf die Beine gestellt haben. Der Start war geprägt von der Mangelware Impfstoff und großer Dankbarkeit der über 80-jährigen, die uns als erste besuchten durften“, blicken Dr. Christian Füllers als ärztlicher Leiter, Andreas Töpke als organisatorischer Leiter und Jana Ramme als Koordinatorin der Kreisverwaltung zurück.

Tag für Tag seien alle am Impfen Beteiligten enger zusammengerückt. „Menschen, die sich vorher nie gesehen oder gar zusammenarbeitet hatten, sorgten nicht nur für reibungslose Abläufe sondern auch für eine freundliche und entspannte Atmosphäre“, hebt das Trio ein so nie erwartetes Miteinander im Interesse der Bürgerinnen und Bürger hervor.

Auf alle Herausforderungen gemeinsame Antworten gefunden

Daran konnten auch die in schöner Regelmäßigkeit von außen an die Vor-Ort-Verantwortlichen herangetragenen Herausforderungen nichts ändern. Beispielhafte Stichworte hierfür sind Probleme bei der Terminvergabe, Diskussionen um Impfberechtigungen und das Laumannsche Osterpaket mit der Vorgabe innerhalb von zwei Wochen 9.000 zusätzliche Astra-Impfdosen zu verspritzen. Zudem machten es insgesamt 40 Impferlasse immer wieder nötig, Abläufe anzupassen und das größtenteils auch noch sehr kurzfristig.

„Auf alles haben wir gemeinsam Antworten gefunden. Eine erste war, das Impfzentrum vergleichsweise kostengünstig in einen ehemaligen Aldi-Markt zu bauen. Eine unserer besten war ohne Frage die Drive-in-Impfstation in Schwelm. Zusammen mit der Abteilung Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung und den Ehrenamtlichen des THW konnten wir damit innerhalb von 72 Stunden ein Projekt umsetzen, das weit über die Kreisgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit und positive Schlagzeilen gesorgt hat“, erinnert sich Astrid Hinterthür, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung.

42.798 Impfungen - Mai steht als Rekordmonat in den Büchern

Ähnlich erfolgreich waren und sind die Impfbusse, die als Reaktion auf eine stark nachlassende Impfnachfrage seit Mitte Juli in den neun kreisangehörigen Städten Station machen und inzwischen fast 7.000 Bürger erreicht haben.

Das Impfzentrum selbst war nahezu im gesamten Zeitraum an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Im Zweischichtsystem arbeiteten hier zu Spitzenzeiten und bei Öffnung aller fünf vorhandenen Impfstraßen rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, kümmerten sich um An- und Abmeldungen, Dokumentationen, Aufklärung und Impfung, um Nachbeobachtung, Reinigung und Sicherheit. Zwischen Ostern und Ende Juli waren zudem noch viele weitere Kräfte in der Drive-in-Impfstation im Einsatz.

Kurz vor Türschluss an der Kölner Str. 205 weist der Bericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für das Impfzentrum 88.706 Erstimpfungen aus, 91.594 Bürger kamen zur Zweit-, 752 zur Drittimpfung. Impfstärkster Monat war übrigens der Mai mit 42.798 Impfungen. Der mit Abstand am häufigsten verimpfte Impfstoff war der von BioNTech (rund 78 Prozent), gefolgt von AstraZeneca (rund 10 Prozent), Moderna (rund 11 Prozent) und Johnson&Johnson (rund 1 Prozent).

COVID-Impfeinheit zieht ins Impfzentrum

Auch wenn das Impfzentrum ab Freitag geschlossen ist, spielt der ehemalige Aldi-Markt für die Kreisverwaltung im Kampf gegen Corona weiter eine wichtige Rolle. Dort zieht unter Leitung der Kreisverwaltung die neunköpfige koordinierende COVID-Impfeinheit ein.

Sie wird bis Ende April 2022 vom Land finanziert und soll das lokale Impfgeschehen beobachten, auf Impfangebote für vulnerable Personen hinwirken, flächendeckende Auffrischungsimpfungen der Allgemeinbevölkerung planen sowie Impfungen vor Ort organisieren und koordinieren. Dazu zählt beispielsweise der Einsatz des Impfbusses in sozial benachteiligten Stadtteilen, an hoch frequentierten Orten und bei besonderen Veranstaltungen.

Stichwort Landrat Olaf Schade sagt „Danke"

„Was zum Auftakt im Dezember 2020 von den mobilen Teams in den Pflegeheimen, anschließend im Impfzentrum in Ennepetal, im Drive-in in Schwelm sowie seit Mitte Juli in den Impfbussen geleistet worden ist, hat mich tief beeindruckt. Mehrfach habe ich mir auch selbst ein Bild von diesen großartigen Leistungen, vom kompetenten und engagierten Einsatz gemacht. Dazu zählten auch meine eigenen Impfungen im Juni und Juli in Drive-in und im Impfzentrum.

Verdienter Lohn für alle Beteiligten waren auch die vielen Rückmeldungen, die lobten, wie hervorragend alles organisiert ist, wie freundlich bei uns an Ennepe und Ruhr geimpft wird. Danke an die ärztliche und organisatorische Leitung, an die Kreismitarbeiter, an DRK und THW sowie die Ärzte, die Medizinischen Fachangestellten, die Pharmazeutisch-technischen Assistenten, die Apotheker und die Security.

Ob sich die Entscheidung aus Düsseldorf, unser gut funktionierendes Impfzentrum zu schließen, als richtig erweisen wird, werden die nächsten Monate zeigen. Denn die Pandemie ist leider noch nicht vorbei.“