Klare Haltung gefragt: Lehrer übten Umgang mit Rassismus

„Hier nicht! So nicht!“ - Diese Botschaft sollten Erwachsene vermitteln, wenn Kinder und Jugendliche rassistische Bemerkungen machen oder herabwürdigende Witze reißen. Wie das in der Praxis am besten gelingt, haben 25 Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter in der Schulung „Zum Umgang mit Rassismus im Klassenzimmer“ gelernt. Angeboten hat diese das Kommunale Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises in Kooperation mit dem Bildungswerk NRW des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Verletzende Worte, rassistische Äußerungen oder gar die Leugnung des Holocausts - die meisten Lehrerinnen und Lehrer kennen solche schwierigen Situationen im Unterricht. Stets gilt es schnell zu entscheiden. Wie gehe ich angemessen damit um? Muss ich eingreifen und Haltung zeigen, inhaltlich Position beziehen? Ist das ein Thema für den Klassenverbund oder für ein Gespräch unter vier Augen?

Abstimmen und einheitlich reagieren

Eingreifen und klare Haltung zeigen, Grenzen ziehen und Opfer schützen lauteten die klaren Vorgaben von Referentin Anne Broden. „Rassistische oder diskreditierende Äußerungen dürfen im Klassenzimmer nicht kommentarlos geduldet werden. Sie müssen problematisiert werden“, machte die Fachfrau für pädagogischen Umgang mit Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus deutlich.

Durch praxisbezogene Fragen hielt sie die Teilnehmer dazu an, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. In Rollenspielen wurden anschließend angemessene Reaktionen auf rassistische Bemerkungen eingeübt.

Die Schulungsteilnehmer sollten den Umgang mit Differenzen im Unterricht thematisieren und versuchen, bei den Kindern und Jugendlichen Sensibilität für Verletzungen und Diskriminierungen zu wecken, so Broden. Wichtig sei auch, dass das gesamte Kollegium sich abstimme und in problematischen Situationen einheitlich reagiere. „Lehrkräfte dienen als Vorbilder. Das Ziel ist, eine menschenrechtsorientierte Haltung bei den Schülerinnen und Schülern zu implementieren.“