Klimaschutz am Arbeitsplatz: Kreisverwaltung startet „missionE“

Jürgen Tannenfels, ÖPNV Koordinator der Kreisverwaltung, gab seinen Kollegen Energiespartipps und informierte über Bus- und Bahnangebote./Foto: UvK Ennepe-Ruhr-Kreis

Torsten Foss und Dirk Stratmann steigen regelmäßig auf ihre E-Bike, um an den Schreibtisch im Kreishaus zu kommen. Sie berichteten über ihre Erfahrungen und erläuterten, worauf beim Kauf von E-Bikes zu achten ist./Foto: UvK Ennepe-Ruhr-Kreis

Landrat Olaf Schade, hier mit Energieberater Peter Stebbe am Stand der Stadtwerke Hattingen, warb bei den Beschäfigten für ein engagiertes Mitmachen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Ausmachen macht was aus“ - unter diesem Motto stand der Energieaktionstag im Schwelmer Kreishaus. Das Angebot war der offizielle Auftakt für die „missionE“, an der sich die Kreisverwaltung jetzt wie viele andere Kommunen und öffentliche Einrichtungen beteiligt.

Ziel ist es, die Beschäftigten für energiebewusstes Verhalten zu sensibilisieren und zu motivieren. Folglich steht das „E“ für Energie, Effizienz, Einsparung und Emission sowie für das Engagement jedes Einzelnen. Es ist erforderlich, um den Strom- und Wärmeverbrauch durch den „Faktor Mensch“ zu reduzieren.

Das Konzept wurde von der EnergieAgentur NRW entwickelt. Die Ausgangsthese lautet: Durch energiebewusstes Verhalten können Beschäftigte in Verwaltungsgebäuden eine ganze Menge erreichen.

Beratungsgespräch folgte auf Beratungsgespräch

„Die Einsparpotentiale, zu denen Mitarbeiter beitragen können, liegen beim Strom bei gut 15 Prozent, bei der Wärme bei 20 Prozent“, rechnete Landrat Olaf Schade beim Besuch des Aktionstages vor. Erreicht werden können diese Werte, wenn sich beim Energiesparen für den Klimaschutz viele Einzelne aktiv beteiligen und so aus vermeintlichen Kleinigkeiten in der Summe Großes werden lassen.

Wie das im Kreishaus gelingen kann, zeigten beim Aktionstag Ansprechpartner für die Bereiche Energie, Abfall und Mobilität. Die Informationen kamen an. An den Ständen folgte Beratungsgespräch auf Beratungsgespräch. Es wurde erläutert, wann und wofür wieviel Strom verbraucht wird und warum im Ennepe-Ruhr-Kreis Biomüll in Stromleitungen landet.

Kampf gegen energieverschwendende Routinen

Ganz praktische Tipps für den Arbeitsalttag lauteten beispielsweise fehlbedrucktes Papier noch als Schmierzettel zu verwenden, die Reste des Mittagessens in die Bio“strom“tonnen im Kreishaus zu werfen und für den Weg zur Arbeit auf Bus und Bahn zu setzen.

Oder ab und an mal auf Fahrrad oder E-Bike umzusteigen. Wie gut dies auch im eher hügeligen Südkreis machbar ist, darüber berichteten Kreishauskollegen, die regelmäßig in die Pedale treten, um an den Schreibtisch zu kommen.

Gerne ins Büro mitgenommen wurden abschaltbare Steckerleisten. Im Kampf gegen energieverschwendende Routinen kommen sie am Ende des Arbeitstages zum Einsatz und machen es den Beschäftigten möglich, „zum Feierabend mal so richtig abzuschalten“. Also: Geräte aus und zusätzlich abschaltbare Steckerleisten nutzen, Lichtschalter in allen Räumen und Fluren drücken und im Winter die Heizung herunterdrehen.

2019 folgen weitere Projekte

Am Ende der rund drei Stunden zeigten sich Organisatoren und Partner des Aktionstages zufrieden. „Gut besucht, viel informiert und zahlreiche Anstöße für das Energiesparen am Arbeitsplatz geliefert“, lautete die Bilanz der Mitarbeiter aus dem Sachgebiet kaufmännisches Gebäudemanagement.

Für das neue Jahr haben sie bereits weitere Projekte im Auge. Dabei setzen sie auch auf die Unterstützung der Auftaktpartner, also der AVU, der AHE, der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr sowie der Stadtwerke Hattingen und Witten.

Stichwort Klimaschutzkommune

Bereits seit 2016 darf sich der Ennepe-Ruhr-Kreis „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ nennen. Lohn für die Vielzahl an Projekten, die der Kreis in den letzten Jahren mit Blick auf das Einsparen von Energie und den Ausbau des Umweltschutzes umgesetzt hat.

Dazu zählen beispielsweise der Einbau von Holzhackschnitzelheizanlagen an Schulen, der Bau von Solaranlagen auf Kreisgebäuden, neue Beleuchtungen und Heizungen in den Kreissporthallen sowie die im Auftrag des Kreises von der AHE betriebene Vergärungsanlage für Biomüll. Sie liefert jährlich Strom für 2.500 Haushalte.

Was am und im Schwelmer Kreishaus in Sachen Energieeffizienz alles bewegt wurde, das haben die Mitarbeiter über Jahre Tag für Tag beobachten können. Der Energiedino erhielt gut 40 Jahre nach Inbetriebnahme komplett neue Fenster, die Dämmung der Außenfassade wurde verbessert und die Heizung verrichtet ihre Aufgabe mit Unterstützung von Erdwärme. Unter dem Strich bedeutet das: Im Vergleich zu früher wird hier rund 60 Prozent an Energie eingespart.