Kreis- und Stadtspitzen wiederholen Kritik zum Schulstart

In einer Telefonkonferenz thematisierten Vertreter des Kreises und der Städte den auf Donnerstag terminierten Schulbeginn./Foto: UvK/Ennnepe-Ruhr-Kreis

In einer Telefonkonferenz thematisierten Vertreter des Kreises und der Städte den auf Donnerstag terminierten Schulbeginn./Foto: UvK/Ennnepe-Ruhr-Kreis

Der Neustart der Schulen war heute erneut Thema in einer Telefonkonferenz zwischen Kreis und Städten. Die vom Land auf Donnerstag terminierte Rückkehr der ersten Schüler wird dabei von Kreis- und Stadtspitzen nach wie vor kritisch beurteilt.

„Mitte April hatten wir die Landesregierung in einem Brief davor gewarnt, Städte und Kreis als Schulträger unter erheblichen Druck zu setzen. Eine Antwort haben wir bis heute nicht erhalten. Inhaltlich schließen wir uns daher aktuell ausdrücklich einem Schreiben der kommunalen Spitzenverbände an Schulministerin Yvonne Gebauer an“, so Landrat Olaf Schade.

Konzept liegt noch nicht vor, Stellungnahmen reichen nicht

Dort heißt es unter anderem: „Zwischen Bund und Ländern ist vereinbart worden, dass die Kultusministerkonferenz bis zum 29. April ein länderübergreifendes Konzept zu Hygiene und Infektionsschutz erarbeiten soll. Vom Ministerium übersandte Stellungnahmen unter anderem des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ersetzen diese Konzept nicht. Sie enthalten darüber hinaus Standards, die über das mit dem Schulministerium bisher erörterte Maß erheblich hinausgehen. So hatte das Ministerium die Notwendigkeit von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken bisher stets verneint.“

Ebenso bemängelt werden völlig fehlende Vorgaben des Landes zur Größe der Lerngruppen oder zur Anzahl der Schüler, die in einem Raum unterrichtet werden dürfen, sowie Informationen zu versetzen Schulanfangszeiten. Dies erschwere es den Verkehrsunternehmen, die Schülerbeförderung vernünftig planen zu können.

Druck hätte vermieden werden können

Dazu komme: „Bei Zugrundelegung des derzeit gültigen Mindestabstandes von 1,5 m kann in Bussen und Bahnen nur ein Bruchteil der Kapazität genutzt werden. Es muss somit eine nicht unerhebliche Zahl zusätzlicher Fahrzeuge mit entsprechendem Personal bereitgestellt werden.“

Wie die Vertreter der Spitzenverbände versichern auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrat: „Als Schulträger unternehmen wir Alles, um die Rückkehr zum Schulbetrieb unter sicheren und dem Infektionsschutz Rechnung tragenden Bedingungen zu ermöglichen. Dies erfordert mit Blick auf das Vertrauen von Lehrkräften, Schülern und Eltern aber gute Vorbereitung. Diese findet in diesen Tagen unter einem Druck statt, der in dieser Form nicht nötig gewesen wäre.“