Kreishaussanierung: Fakten abwarten

Auch die Nebenstelle der Kreisverwaltung in Witten - Baujahr 1966 - muss saniert werden. Studien sollen Erkenntnisse darüber liefern, wo genau und wie viel investiert werden muss./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Auch die Nebenstelle der Kreisverwaltung in Witten - Baujahr 1966 - muss saniert werden. Studien sollen Erkenntnisse darüber liefern, wo genau und wie viel investiert werden muss./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Das 50 Jahre alte Kreishaus in Schwelm ist ebenso wie die Verwaltungsnebenstelle am Wittener Schwanenmarkt ein Sanierungsfall. Der Handlungsbedarf ist erkannt, Verwaltung und Politik haben Machtbarkeitsstudien auf den Weg gebracht.

Mit ihnen werden nicht nur Bausubstanz und Schadstoffe in den Blick genommen, geliefert werden sollen auch Erkenntnisse darüber, welche Umfänge die Sanierungen haben müssen, welche Zeiträume dafür zu veranschlagen sind und ob Ausweichquartiere gesucht werden müssen.

Der Startschuss für die Studien ist gerade erst gefallen, die Untersuchungen werden daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

„Aussagen über Kosten oder notwendige Übergangslösungen sind daher derzeit Spekulation. Noch befinden wir uns in der Zielfindungsphase, der so genannten Leistungsphase Null“, ordnet Christian Kappenhagen, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, Umwelt, Vermessung und Kataster Annahmen ein, die jüngst in der Südkreisausgabe der Westfalenpost zu lesen waren.

Kreishaus wird nicht abgerissen werden

Das in dem Bericht ebenfalls skizzierte Szenario eines Abrisses des Kreishauses schließt Kappenhagen aber bereits aus. „Das ist weder finanziell noch ökologisch sinnvoll. Ganz im Gegenteil wollen wir so ressourcenschonend wie möglich arbeiten und nutzbare Bausubstanz erhalten.“

Sehr sicher ist sich Kappenhagen, die notwendigen Sanierungen weder in Schwelm noch in Witten im laufenden Bürobetrieb durchführen zu können. Es sei folglich realistisch, nach Ausweichquartieren Ausschau halten zu müssen.

„Hier sind wir auch mit der Schwelmer Stadtverwaltung im lockeren Austausch. Konkrete Gespräche machen aber erst dann Sinn, wenn Flächenbedarfe, Zeitschienen und Bauabläufe mindestens grob skizziert werden können.“

Falls die Stadt darauf nicht warten könne oder wolle und aus verständlichen Gründen daran interessiert ist, ihre Grundstücke zeitnah zu verwerten, werde der Kreis dies selbstverständlich akzeptieren. Neben den drei in Rede stehenden Gebäuden der Stadtverwaltung seien auch noch andere Übergangslösungen denkbar. „Wir sind da ergebnisoffen und werden alle Optionen prüfen“, kündigt Kappenhagen an.

Stichwort Kreishaus Schwelm

Der sternförmige Baukörper an der Hauptstraße wurde in den Jahren 1969 bis 1972 errichtet und ist unverkennbar ein „Kind seiner Zeit.“ Die Gebäudeteile überbrücken eine Höhendifferenz von 18 Metern und bieten auf 8 Etagen und 28.000 Quadratmeter Arbeitsfläche für derzeit 660 Beschäftigte der Kreisverwaltung.

Neben Büroräumen finden sich auch die beiden Leitstellen von Polizei und Feuerwehr, Sitzungssäle für Besprechungen, Ausschusssitzungen und Kreistag sowie eine Kfz-Werkstatt und Untersuchungsräume des Gesundheitsamtes, Druckerei, Poststelle und Rechenzentrum.

Typisch für öffentliche Gebäude im Alter des Kreishauses ist auch die Kunst am Bau. Auf dem Vorplatz befinden sich Betonskulpturen (Wogende Ähren) des Künstlers Otto Herbert Hajek, die Gestaltung des gläsernen Sitzungsgebäudes in den Farben orange, blau und gelb erinnert an die fröhlichen 60er und 70er Jahre. Daneben sind als weitere Kunstwerke ein Kupferrelief von Oskar Sommer, eine Betonplastik von Anselm Treese und das Informationssystem von Rudolf Vombeck erhalten.