Kreistag wählt Andrea Stöhr zur Kämmerin - Daniel Wieneke geht

Landrat Olaf Schade gratulierte Andrea Stöhr ebenso zu ihrer neuen Aufgabe im Schwelmer Kreishaus wie die Vorsitzenden der Fraktionen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Landrat Olaf Schade gratulierte Andrea Stöhr ebenso zu ihrer neuen Aufgabe im Schwelmer Kreishaus wie die Vorsitzenden der Fraktionen./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Andrea Stöhr wird die Nachfolgerin von Daniel Wieneke als Kämmerer des Ennepe-Ruhr-Kreises - dies hat der Kreistag in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Wenn die 53-jährige Oberhauserin wie geplant am 1. Mai ihren Dienst im Schwelmer Kreishaus antreten wird, wird auf ihrem Namensschild neben „Kämmerin“ auch „Fachbereichsleiterin“ zu lesen sein. Wie Wieneke übernimmt sie diese Führungsaufgabe für den Fachbereich 2 - Finanzen, Kreisentwicklung und Bildung.

Stöhr verfügt über mehr als 30 Jahre Berufs- sowie 16 Jahre Führungserfahrung in öffentlichen Verwaltungen und ist zudem eine ausgewiesene Finanzfachfrau. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin an der Fachhochschule des Bundes in Berlin war sie zunächst für zwei Jahre bei der Bundesknappschaft tätig.

„Nächster Schritt auf beruflichem Weg"

1992 wechselte sie zur Stadt Oberhausen, nach Stationen in Sozial- und Rechnungsprüfungsamt wurde sie 1999 Projektleiterin im Bereich Finanzen, vier Jahre später Sachgebietsleiterin „Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements“, weitere zwei Jahre später Fachbereichsleiterin Haushaltsplanung, -bewirtschaftung, -überwachung. Seit 2014 ist Stöhr Leiterin des Bereiches Finanzen.

„Für mich ist die neue Aufgabe in der Kreisverwaltung und die Verantwortung als Kämmerin der nächste Schritt auf meinem beruflichen Weg. Einem Weg, auf dem die kommunalen Finanzen seit mehr als 20 Jahren die wichtigste Rolle spielen“, skizziert Stöhr die Motivation für ihren Wechsel zur Kreisverwaltung. Zudem freue sie sich darauf in den Bereichen Bildung und Integration, Kreisentwicklung, Planung und Mobilität zukünftig nicht nur Gelder zu verwalten, sondern auch Inhalte gestalten und Positionen setzen zu können.

Zwei Frauen in der Führungsriege

Neben Astrid Hinterthür, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit, ist Stöhr die zweite Frau in der Führungsriege der Kreisverwaltung. Zu dieser zählen neben Landrat Olaf Schade und Kreisdirektor Paul Höller Michael Schäfer als Fachbereichsleiter Ordnung und Straßenverkehr, Heiner Dürwald als Fachbereichsleiter Jobcenter EN und Christian Kappenhagen als Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, Umwelt, Vermessung und Kataster.

Stöhrs Vorgänger Wieneke wechselt nach fast genau 10 Jahren Tätigkeit für den Ennepe-Ruhr-Kreis zum 1. April als Beigeordneter für Finanzen in die Solinger Stadtverwaltung.

Stichwort Kämmerer

Das Wort geht auf das Hof- und Klosteramt des Camerarius und das Erzamt des Archicamerarius zurück und stammt vom lateinischen Begriff camera, Kammer. Im Mittelalter wurde damit ein Bediensteter fürstlicher Höfe oder der Inhaber eines Klosteramts bezeichnet, im Sinne eines Finanzbeamten.

Später verlor er diese Funktion an den Schatzmeister. Ursprünglich hatte der Kämmerer eines der alten Hofämter inne. Der Landeskämmerer war in einigen Gegenden eine obrigkeitliche Person, die für die herrschaftlichen Einnahmen einer ganzen Provinz verantwortlich war.

Heute bezeichnet das Kommunalverfassungsrecht in Nordrhein-Westfalen mit Kämmerer denjenigen, der neben dem Bürgermeister oder Landrat für die finanziellen Angelegenheiten einer Kommune verantwortlich ist und der unter anderem alljährlich den Haushaltsplan aufstellt. In der Regel sind ihm die Kämmerei, die Kasse und das Steueramt unterstellt.