Landrat: Aussagen von BIW gehen in die falsche Richtung

Landrat Olaf Schade./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Landrat Olaf Schade./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Der offensichtliche Versuch, PCB in gute und schlechte Varianten zu unterscheiden, ist in meinen Augen zum Scheitern verurteilt. Bei PCB haben wir es schließlich mit einem Stoff zu tun, der völlig zurecht als gesundheitsgefährdend eingestuft ist. Wer die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Auge hat, sollte daher Hinweise auf alle PCB sehr ernst nehmen.“

In dieser Deutlichkeit reagiert Landrat Olaf Schade auf eine Presseinformation des Ennepetaler Unternehmens BIW. Diese wird von ihm so interpretiert, dass damit der Eindruck erweckt werden soll, das von BIW nachweislich emittierte PCB 47 sei ungefährlich.

Gleichzeitig zeigt Schade sich über das Zurückweisen eines Vorwurfs irritiert, den der Ennepe-Ruhr-Kreis in der von BIW formulierten Form nie erhoben habe. „Niemand aus dem Kreishaus hat jemals behauptet, die Quelle der dioxinähnlichen PCB sei BIW. Als ´Verursacher´ haben wir das Unternehmen ausschließlich im Zusammenhang mit PCB 47 genannt. Verbunden wurde dies stets mit dem Hinweis, die Suche nach weiteren Verursachern laufe noch“, unterstreicht Schade. Alles andere ist eine für ihn wenig verständliche und auch nicht nachvollziehbare Lesart.

Anwälte sind am Zug

Mit Blick auf die Kritik des Unternehmens an der Informationspolitik des Kreises spielt Schade den Ball zurück ins BIW Feld. „Seit Ende letzter Woche sollten uns die Ergebnisse und der Bericht der vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Emissionsmessungen vorliegen. Stand heute hat BIW seine Anwälte damit beauftragt, die Herausgabe des gesamten Berichtes an den Kreis als Aufsichtsbehörde möglichst zu verhindern. Wir haben unsererseits Anwälte beauftragt, um an die für unsere Arbeit unerlässlichen Informationen zu kommen.“

Im Interesse der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger geht die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz nach wie vor allen Hinweisen auf PCB in den Ennepetaler Stadtteilen Oelkinghausen und Büttenberg nach. Ausgangspunkt für die Aktivitäten - darunter Bodenproben und Aufstellen von Grünkohlpflanzen als „Messinstrument“ - war der Fund von PCB in Löwenzahn.

„Die Ergebnisse dieser Proben“, so Schade, „waren für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Grundlage für eine eindeutige Einschätzung, die so auch Löwenzahnbericht zu lesen ist. Das Hauptproblem in dem Bereich, den wir im Auge haben, ist PCB 47 und sind nicht die dioxinähnlichen PCB.“